Khutba Review

MTA Mediathek & Podcast


Ansprache Lesen

Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).

Für Kinder

Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.

To Dos

Praktische Umsetzung als Checkliste.

Quiz (Deutsch)

Teste dein Wissen zur Ansprache mit Fragen auf Deutsch.

Quiz (Urdu)

Teste dein Wissen mit Fragen in Urdu.

Aktionsplan

Wöchentlicher Umsetzungsplan vom Missionary Incharge Büro basierend auf der Khutba

Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles

MTA Germany

Deutsche Übersetzung

In der Freitagsansprache vom 18. September 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA:

In der vergangenen Khutba habe ich im Zusammenhang mit dem Vertrauen des Heiligen ProphetenSAW auf Allah über die Ereignisse seiner Hidschra von Mekka berichtet. Zu dieser Reise gibt es noch weitere historische Details, durch die eine weitere großartige Dimension seines Gottvertrauens deutlich wird.

Die Verfolgung durch Suraqa bin Malik

Überlieferungen zufolge fasste Suraqa bin Malik anlässlich dieser Hidschra aus Gier nach einer Belohnung den Entschluss, den Heiligen ProphetenSAW zu verfolgen. Suraqa bin Malik, der später den Islam annahm, schilderte dieses Ereignis nach seinem Übertritt selbst folgendermaßen:

„Die Boten der Ungläubigen aus Quraisch kamen zu uns. Sie hatten ein Kopfgeld auf den Gesandten AllahsSAW und Hadhrat Abu Bakr ausgesetzt, das an denjenigen ausgezahlt werden sollte, der die beiden tötet oder gefangen nimmt.“

Suraqa berichtet weiter:

„Ich saß gerade in einer Versammlung meines Stammes, der Banu Mudlij, als ein Mann auf uns zukam und sich zu uns stellte, während wir dort beisammen waren. Er sagte: ‚O Suraqa, ich habe an der Küste einige Schatten gesehen‘ – oder er sagte, er habe eine Karawane von drei Personen ziehen sehen – ‚und ich denke, es müssen MuhammadSAW und seine Gefährten gewesen sein.‘“

Suraqa erzählt:

„Ich wusste sofort, dass es sich dabei tatsächlich um die Karawane von MuhammadSAW handeln musste, aber ich wollte diese Belohnung mit niemandem teilen. Deshalb erfasste ich sofort die Brisanz der Situation, winkte dem Informanten mit den Augen zu schweigen und entgegnete: ‚Nein, nein, das kann nicht die Karawane von Muhammad sein. Die Leute, von denen du sprichst, sind gerade erst an uns vorbeigezogen. Es sind Angehörige des Stammes Soundso, die sich auf die Suche nach ihrer entlaufenen Kamelstute gemacht haben.‘ Ich verweilte noch eine Zeit lang in jener Versammlung, damit niemand Verdacht schöpfen konnte. Dann wies ich eine meiner Dienerinnen an, meine schnelle Stute an einer bestimmten Stelle hinter dem Haus zu bringen und dort auf mich zu warten.“

Nach einer Weile begab er sich selbst dorthin und berichtet weiter:

„Ich zog ein Omen, das gegen diese Reise ausfiel, doch das war mir gleichgültig. Ich gab der Stute die Sporen, flog wie der Wind dahin und verfolgte eilig diese Karawane, von der ich überzeugt war, dass es die Karawane von Muhammad MustafaSAW war. Indem ich unermüdlich Strecke machte, kam ich der Karawane schon bald sehr nahe. Ich befand mich nur noch in geringer Entfernung, als meine Stute völlig untypisch stolperte, sodass ich von ihr stürzte. Ich erhob mich wieder, zog erneut ein Omen, und abermals fiel es gegen mein Vorhaben aus. Doch ich war fest entschlossen, MuhammadSAW zurückzubringen und mir die Belohnung von hundert Kamelstuten zu sichern. Wieder erhob ich mich und stieg auf die Stute. Mittlerweile war ich so nah herangekommen, dass ich nicht nur zweifelsfrei erkannte, dass es sich um MuhammadSAW und Abu Bakr handelte, sondern sogar die Stimme von MuhammadSAW beim Rezitieren des Heiligen Qur’an vernehmen konnte. Er blickte sich nicht um, während Hadhrat Abu Bakr sich immer wieder umdrehte.“

Hadhrat Abu Bakr schaute sich sicherlich auch um, um den Heiligen ProphetenSAW nach allen Seiten hin abzusichern.

„In diesem Moment stolperte meine Stute erneut; ihre Beine versanken im Sand, und ich stürzte von ihr ab. Daraufhin schrie ich die Stute an und erhob mich, doch sie war nicht imstande, ihre Beine aus dem Boden zu befreien. Als sie schließlich wieder aufrecht stand, stieg der Staub von ihren Vorderbeinen auf und verteilte sich wie Rauch in der Luft. Ich zog abermals ein Omen mit den Pfeilen, und erneut kam jenes Ergebnis heraus, das mir zuwider war. Noch von dort aus rief ich um Friedensgewährung und versicherte ihnen: ‚Von meiner Seite aus wird euch kein Schaden entstehen.‘ Daraufhin wies der Gesandte AllahsSAW Hadhrat Abu Bakr an: ‚Frag ihn, was er begehrt.‘ Dieser antwortete: ‚Ich bin Suraqa und möchte mit euch sprechen.‘ Daraufhin blieben sie stehen. Suraqa erzählte ihnen, dass die Mekkaner hundert Kamele auf ihre Ergreifung – ob tot oder lebendig – ausgesetzt hätten und dass er sie einzig aus dieser Habgier verfolgt habe. Er fügte jedoch hinzu: „Doch angesichts all dessen, was mir widerfahren ist, bin ich zu der festen Überzeugung gelangt, dass meine Verfolgung nicht rechtens ist.“

Daraufhin bot er dem ProphetenSAW auch Reiseproviant an und schlug vor, sie mögen doch Verpflegung sowie Speis und Trank für die Reise mitnehmen, was der ProphetSAW jedoch ablehnte. Er wies ihn lediglich an: „Erzähle niemandem etwas über uns.“ Suraqa gab ihm dieses Versprechen und erklärte zugleich: „Ich bin mir sicher, dass Sie eines Tages die Herrschaft erlangen werden. Schreiben Sie mir ein Schutzabkommen auf, damit man mir, wenn ich mich dereinst vor Ihnen einfinde, mit Ehre und Respekt begegnet.“

Einigen Überlieferungen zufolge bat er um ein schriftliches Schutzversprechen. Gemäß der Anweisung des Heiligen ProphetenSAW stellte Hadhrat Abu Bakr – beziehungsweise nach einer anderen Überlieferung Amir bin Fuhaira – ihm dieses Schreiben aus, woraufhin er mit dem Dokument zurückkehrte. Das war die immense Größe seines vollkommenen Gottvertrauens; er verspürte nicht die geringste Furcht und setzte seinen Weg fort, während er die Worte Allahs rezitierte. Er war so zutiefst davon überzeugt, dass ihm nichts passieren könne, dass er Suraqa das Schutzdokument tatsächlich ausstellte, als dieser darum bat. Suraqa war der Gedanke gekommen, dass der ProphetSAW am Ende siegen würde; die Gewissheit des ProphetenSAW über seinen eigenen unweigerlichen Sieg war jedoch noch ungleich größer, weshalb er ihm die Schutzgewährung schriftlich verbriefte.

Die Prophezeiung über die Armreifen des Chosrau

Einer weiteren Überlieferung zufolge sprach ihn der Heilige ProphetSAW an, als er gerade den Rückweg antrat, und sagte: „Suraqa, wie wird es dir wohl ergehen, wenn du die Armreifen des Chosrau an deinen Händen trägst?“ Völlig verblüfft drehte sich Suraqa um und fragte ungläubig: „Chosrau bin Hormuz?“ ErSAW antwortete: „Ja, ebendieser Chosrau bin Hormuz.“

Als dann zur Zeit des Kalifats von Hadhrat UmarRA die Armreifen des Chosrau, seine Krone und sein Gürtel als Beute gebracht wurden, ließ Hadhrat UmarRA Suraqa rufen. Er forderte ihn auf: „Hebe deine Hände.“ Dann legte er ihm jene Armreifen an und sprach: „Sag: Alle Lobpreisung gebührt Allah, Der diese beiden dem Chosrau bin Hormuz entrissen und sie gewährt hat.“

Hadhrat Musleh Mau’udsRA Darlegung der Hidschra

Die Geschehnisse dieser Reise hat auch Hadhrat Musleh Mau’udRA in seinen eigenen Worten geschildert.

Er schreibt: „Das Ereignis der Hidschra ist ebenfalls ein äußerst gefahrvolles Vorkommnis. Ganz Arabien war feindselig gesinnt und dürstete nach seinem Blut, doch der Heilige ProphetSAW machte sich mit nur einem einzigen Begleiter auf den Weg nach Medina. Entlang des Weges siedelten all jene Stämme, die aufgrund ihrer Feindschaft gegenüber der Religion stets darauf sannen, ihn zu töten, und die sich einzig aus Furcht vor den Quraisch zurückhielten. Nun aber war die Zeit gekommen, da die Quraisch selbst trachteten, ihn zu töten. Alle arabischen Stämme hatten nun die Gewissheit, dass eine Ermordung dieser Person keinerlei Verärgerung seitens der Quraisch nach sich ziehen würde. Doch nicht nur die Furcht vor der Feindschaft der Quraisch war verflogen. Als die Quraisch feststellten, dass der Heilige ProphetSAW Mekka verlassen hatte, setzten sie obendrein ein Kopfgeld auf ihn aus. Sie ließen allen Stämmen entlang des Weges nach Medina verkünden, dass derjenige, der den Heiligen ProphetenSAW und Hadhrat Abu Bakr lebendig oder tot bringe, eine Belohnung von jeweils hundert Kamelen pro Kopf erhalten solle.

Wie hätten sich die arabischen Stämme, deren Leben ohnehin auf Plünderungen fußte und die bereits zuvor vom Feuer des Neides gänzlich zerfressen waren, solch eine günstige Gelegenheit entgehen lassen können? Überall begann die unerbittliche Suche nach ihm, und mit jedem Schritt, den er voranging, stand gleichsam die Gefahr im Raum, auf einen blutrünstigen Feind zu stoßen. Bei solchen Gelegenheiten ist oft zu beobachten, dass selbst die tapfersten Menschen den Mut verlieren und zu keinerlei Kraftanstrengung mehr fähig sind. Selbst bei einem überaus mutigen und ungewöhnlich willensstarken Menschen gewinnt die Furcht eine derartige Überhand, dass sie in jeder seiner Bewegungen spürbar wird.

Ich habe in der Geschichte von wahrhaft großen und mutigen Männern gelesen. Doch es verbietet sich förmlich, ihren Zustand in solch brenzligen Situationen mit dem Verhalten des Heiligen ProphetenSAW auch nur zu vergleichen. Historiker wissen, in welcher Verfassung sich Napoleon auf der Flucht befand und wie deutlich sich tiefe Verzweiflung auf seinem Gesicht abzeichnete. Sie wissen auch, wie König Humayun, der auf dem indischen Subkontinent herrschte, ein ums andere Mal bereit war, sich in die Hände seiner Feinde auszuliefern, und hätte er nicht einige überaus treue Generäle an seiner Seite gehabt, hätte er es womöglich auch getan. Ebenso gab es viele andere ruhmreiche und tapfere Generäle, die schwierige Zeiten durchleben mussten und in jenen Momenten, als die Feinde sich zu ihrer Suche in alle Himmelsrichtungen ausbreiteten, in schiere Panik gerieten.

Der Heilige ProphetSAW zählte jedoch nicht zu diesen von der Welt geprägten Menschen. Sein Blick war nicht auf die Welt gerichtet; vielmehr blickten seine Augen auf Gott. Weltliche Mittel waren für ihn bedeutungslos, und er verschwendete keinen Gedanken daran, was er in solch einer Notlage völlig auf sich allein gestellt und mit nur einem Gefährten ausrichten könne und welche Mittel ihm überhaupt zur Verfügung stünden, um sich gegen herannahende Feinde auf dieser gefährlichen Route zur Wehr zu setzen. Stattdessen war er sich tief in seinem Inneren bewusst: ‚Mit mir ist jener Gott, der von jeher der Beschützer Seiner aufrichtigen Diener war und Dessen Angriff kein Feind auf der Welt standzuhalten vermag. Jener Gott, der der Gott von Noah, Abraham, Moses, Jona, Hiob, David, Salomo und dem Messias war, ist auch mein Gott. Seine Kräfte schwinden niemals, und nicht einen Augenblick lang ist Er achtlos.‘

Suraqa bin Ju’sham rast, geblendet von Habgier und Feindschaft, wie ein Wahnsinniger heran, erblickt sie von Weitem und lässt sein Pferd sogleich in ihre Richtung galoppieren. In seinem Herzen schlägt die Hoffnung Wellen wie ein tosender Ozean, nicht bloß seine Hände im Blut dessen zu tränken, der seine Religion geschmäht hatte, um so seinem vom Hass zerrütteten Herzen Genugtuung zu verschaffen, sondern auch die prunkvolle Belohnung von zweihundert Kamelen einzuheimsen – einhundert Kamele waren auf den Heiligen ProphetenSAW und einhundert auf Hadhrat Abu Bakr ausgesetzt, wodurch sich eine Prämie von insgesamt zweihundert Kamelen für ihn ergab. Genau auf diese zweihundert Kamele hat Hadhrat Musleh Mau'ud hingewiesen. In der vorangegangenen Überlieferung war von hundert Kamelen die Rede, aber es handelte sich um zweihundert Kamele, also jeweils einhundert pro Person. In jedem Fall wäre dieser Preis mehr als genug gewesen, um ihm in seinem Stamm zu immensem Ansehen zu verhelfen. Dies beflügelte seinen Mut zusätzlich.

Wie ein Raubtier, das sich auf seine Beute stürzt, stürmte er auf den Heiligen ProphetenSAW zu, sobald er ihn erblickte, mit Pfeil und Bogen in der Hand, fest entschlossen, zum tödlichen Schlag auszuholen. Er war dort nicht wirklich allein, denn mit einem einzigen lauten Ruf hätte er augenblicklich Tausende von Männern um sich scharen können. Hätte er Alarm geschlagen, so wären gewiss Leute aus den angrenzenden Stämmen, die sich in der Nähe aufhielten, rasch herbeigeeilt, da der Heilige ProphetSAW genau zu diesem Zeitpunkt ihr Territorium durchquerte. Doch wie reagiert der Heilige ProphetSAW in jenem Moment? Ergreift er etwa die Flucht? Ergibt er sich ihm voller Furcht? Beginnen seine Beine zu zittern? Versagen ihm die Sinne? Oder fasst er den Entschluss, den Angreifer zu töten und das Weite zu suchen? Nun, da der Verfolger so nah und allein war, hätte der ProphetSAW ihn ja ebenfalls mit einem Pfeilschuss erlegen können.

Nein! Dieser zutiefst auf Gott vertrauende Mensch unternimmt nicht einen einzigen dieser Schritte und schenkt Suraqa nicht einmal so viel Beachtung, wie man einem vorbeiziehenden Ochsen widmen würde. Trotz all seines Mutes und seiner Tapferkeit, trotz all seines Glaubens, seiner Gewissheit, seines Gottvertrauens und seiner Zuversicht, drehte sich Hadhrat Abu Bakr immer wieder um, um zu sehen, wie gefährlich nah Suraqa ihnen bereits auf den Fersen ist. Doch der Heilige ProphetSAW schenkte dem nicht die geringste Beachtung. Panik oder gar die Flucht zu ergreifen, stand ohnehin völlig außer Frage, und nicht einmal der leiseste Hauch von Furcht kam in ihm auf. Er würdigte ihn nicht eines einzigen Blickes. Eben dieses Verhalten stürzte Suraqa in völlige Fassungslosigkeit und öffnete ihm schlagartig die Augen: Was für einen unbeschreiblichen Menschen verfolgte er da eigentlich? Zeitlebens konnte er dieses wundersame Bild nicht aus seinem Gedächtnis tilgen.

Dieses beispiellose Ereignis hinterließ einen derart tiefen Eindruck in seinem Herzen, dass er immer wieder davon berichtete und schilderte: ‚Während ich mein Pferd unermüdlich antrieb, kam ich dem Heiligen ProphetenSAW so nahe, dass ich seine Stimme bei der Rezitation des Qur’an vernehmen konnte. Dabei beobachtete ich, dass der Heilige ProphetSAW seinen Blick weder nach rechts noch nach links wandte. Lediglich Hadhrat Abu Bakr sah sich unentwegt um.‘

Allah, Allah! Welch gewaltiges Vertrauen auf Allah! Der Feind ist im wilden Galopp bereits derart nahe herangerückt, dass die eigene Stimme bis zu ihm vordringen kann und man sich längst in Reichweite seiner Pfeile befindet. Und anstatt auch nur einen Anflug von Panik zu verspüren, rezitiert der Heilige ProphetSAW seelenruhig weiter den Heiligen Qur’an. Derweil blickt Hadhrat Abu Bakr voller Sorge immer wieder zurück, um abzuschätzen, wie nah der Feind bereits ist. Lässt sich für derartiges Gottvertrauen und solch absolute Zuversicht auch nur ein einziges weiteres Beispiel finden? Gibt es überhaupt einen anderen Menschen, der in einer derart lebensbedrohlichen Situation solch eine unfassbare Gelassenheit und unerschütterliche Gleichgültigkeit gegenüber der Gefahr an den Tag gelegt hat?

Wäre er auch nur im Geringsten darauf bedacht gewesen, weltliche Mittel zu ergreifen, hätte er in jenem Moment zumindest versuchen müssen, Suraqa anzugreifen, oder alles daran setzen müssen, die Flucht zu ergreifen. Doch er entschied sich für keinen dieser beiden Wege. Weder beschleunigte er sein Tempo, noch hegte er die Absicht, Suraqa auf irgendeine Weise auszuschalten. Ganz im Gegenteil: Mit absolutem Seelenfrieden, ohne jegliches Anzeichen von Furcht oder Schrecken, setzte er seinen Weg in der ursprünglichen Geschwindigkeit fort und rezitierte dabei ununterbrochen den Heiligen Qur’an.

Was war es, das sein Herz in diesem verhängnisvollen Moment derart stärkte? Welche unbändige Kraft verlieh seinem Mut derartige Flügel? Welcher Geist war es, der ein solch außerordentliches Leben in ihm erweckte? Es waren ganz allein die Wunder des Gottvertrauens; dies waren die Früchte seines unerschütterlichen Glaubens an Ihn. Er wusste tief in seinem Inneren, dass äußere, weltliche Mittel ihm rein gar nichts anhaben konnten. Sämtliche Mächte der Welt wären nicht imstande, ihn zu vernichten, denn im Himmel thront Gott, der schützend auf ihn blickt – eben jener Gott, der der Schöpfer all dieser Mittel ist. Und die Mittel vermögen gegen den Schöpfer der Mittel absolut nichts auszurichten.

Dieses immense Vertrauen blieb nicht unbelohnt, sondern Gott, der Erhabene, bestätigte sein Vertrauen. Suraqa, der in der Gier nach zweihundert Kamelen herangestürmt war, bat um Vergebung und trat den Rückzug an. Gott warf eine derart gewaltige Ehrfurcht in sein Herz, dass er seine eigene Rettung einzig und allein darin sah, ohne Widerspruch umzukehren. Darüber hinaus hielt er auf dem Rückweg sogar noch weitere Verfolger auf und schickte sie zurück. Dies ist ein Gottvertrauen, das in einem lügnerischen Menschen schlichtweg nicht existieren kann. Es ist ein Vertrauen, das in einem von Trug erfüllten Herzen niemals Bestand hätte. Dies ist jenes Gottvertrauen, das auf der gesamten Welt seinesgleichen sucht.

Auch bei Hadhrat Moses findet sich bei einer bestimmten Gelegenheit ein Beispiel für solch ein Gottvertrauen, doch dieses verblasst völlig im Vergleich dazu. Denn als die Gefährten von Hadhrat Moses das Heer des Pharaos erblickten, riefen sie:

اِنَّا لَمُدۡرَکُوۡنَ

dass sie mit Sicherheit ergriffen würden. Daraufhin entgegnete Hadhrat Moses:

ۚاِنَّ مَعِیَ رَبِّیۡ سَیَہۡدِیۡنِ

[Wahrlich, mit mir ist mein Herr, Er wird mich leiten.]

Das Gottvertrauen des Heiligen ProphetenSAW war hingegen so vollkommen, dass es auch seinen Gefährten mitprägte. Folglich verfiel Hadhrat Abu Bakr nicht wie die Gefolgschaft Moses’ in Panik und rief nicht, sie würden gewiss ergriffen werden. Selbst als sie gemeinsam in der Höhle saßen und er bemerkte, wie nah die Feinde waren, merkte er lediglich an, dass die Verfolger sie entdecken würden, falls diese nur ihren Blick senkten. Dieser standhafte Glaube war die Frucht jener Strahlkraft, die das segensreiche Licht des Prophetentums in eben jenem Moment auf sein eigenes Herz warf.

Darüber hinaus hatte Hadhrat Moses eine ganze Schar von Begleitern bei sich und sie hatten zweifellos Raum zur Flucht vor sich. Der Heilige ProphetSAW jedoch hatte weder eine Schar hinter sich, noch bot sich ihm ein anderer Ausweg. Dies veranschaulicht die erhabene Stellung seines Gottvertrauens.“

Glaube, Handeln und der Einsatz weltlicher Mittel

Die Beschaffung und der Einsatz weltlicher Mittel und erst in der Folge das absolute Vertrauen auf Allah – genau dies ist die entscheidende Herangehensweise.

Im Hinblick auf das Gottvertrauen des Heiligen ProphetenSAW hat Hadhrat Musleh Mau’ud diesen essenziellen Punkt folgendermaßen dargelegt:

„Ein Mensch, der felsenfest von der Existenz Gottes, des Erhabenen, überzeugt ist und zugleich die unerschütterliche Gewissheit in sich trägt, für einen ganz bestimmten, höheren Zweck erschaffen worden zu sein – wie könnte ein solcher Mensch jemals in Tatenlosigkeit verfallen? Ein solcher Mensch ist vielmehr derjenige, der die größten Anstrengungen unternimmt. Die Taten Muhammads, des Gesandten AllahsSAW, waren im Kern das direkte Resultat seines unbändigen Glaubens. Denn wer zutiefst verinnerlicht hat, dass ein allmächtiger Gott existiert, der ihn für einen ganz speziellen Zweck erschaffen hat, der setzt naturgemäß auch alles daran, diesen Zweck zu verwirklichen.

Betrachtet man Muhammad, den Gesandten AllahsSAW: In demselben Moment, in dem er seinen tiefen Glauben offenbart und in der Höhle von Thaur sitzend zu Hadhrat Abu Bakr spricht: ‚Abu Bakr, fürchte dich nicht, Gott ist mit uns und Er ist unser Beschützer‘, ist er zugleich Tag und Nacht derart unermüdlich mit den weiteren Pflichten der Religion beschäftigt, dass es den Anschein erweckt, als sei ihm die Verantwortung für die gesamte Schöpfung auferlegt worden. Während er einerseits also die absolute Gewissheit in sich trug, dass Gott existiert und Er Seinen Dienern stets zur Hilfe eilt, lässt er sich andererseits niemals dabei ertappen, Gott auf die Probe zu stellen. Niemals verharrte er untätig mit in den Schoß gelegten Händen, nachdem Gott ihm den Sieg verheißen hatte, in der Annahme: ‚Wozu bedarf es nun noch irgendeiner Anstrengung für den Sieg? Allah wird Sein Versprechen ohnehin erfüllen und den Sieg gewähren.‘ Ein solches Verhalten lag ihm völlig fern. Stattdessen unternahm er alles in seiner Macht Stehende, um diesen Sieg auch praktisch zu erringen. Folglich brachte er den Menschen militärische Strategien bei und bildete die Truppen aus. Er stellte ein Heer zusammen, um dem Feind entgegenzutreten, besorgte Reittiere, sammelte Waffen und organisierte die Verpflegung sowie Unterkünfte für die Soldaten.

Dann, nach Abschluss all dieser umfassenden Vorbereitungen, zog er in die Schlacht, um sich dem Feind zu stellen. Und selbst in Situationen, in denen der Feind in der Überzahl ist und die Anzahl der Gefährten gering ist, verkündet er mit eiserner Entschlossenheit, absoluter Gewissheit und tiefstem Glauben: ‚Auch wenn wir zahlenmäßig unterlegen sind, so werden letztlich doch wir den Sieg davontragen.‘“

Soweit es in seiner Macht stand, ergriff er alle menschlichen Maßnahmen und vertraute sodann auf Allah. Sein Glaube war folglich kein Glaube der Unwissenheit oder Trägheit, sondern ein Glaube der inneren Einsicht. Und einen solchen Glauben besitzt nur jener, der gleichzeitig vertraut und handelt, der also Handeln und Gottvertrauen miteinander vereint.

Der Verheißene MessiasAS erklärt:

„Die ersten 13 Jahre seiner Sendung in Mekka stellen die Periode der Schwierigkeiten und Leiden dar und eine Betrachtung der Umstände seines Lebens in jenen Jahren macht es klar, dass der Heilige ProphetSAW alle hohen moralischen Eigenschaften, die der Rechtschaffene in solchen Zeiten manifestieren soll, aufs Schönste an den Tag legte, so z. B. sein Vertrauen in Gott, seine Vermeidung der geringsten Ungeduld, sein edles und würdiges Benehmen, sein unerschütterlicher Eifer um die Erfüllung seiner Aufgaben und dass er vor niemandem Furcht empfand, und er zeigte sie in so hervorragender Weise, dass die Ungläubigen erstaunen mussten, wenn sie eine solche Standhaftigkeit sahen, und bezeugen mussten, dass niemand, der nicht volles Vertrauen in Gott setzt, imstande sein könnte, eine solche Standhaftigkeit zu zeigen und Leid in dieser Weise zu ertragen.“

Gott vertrauend machte der Heilige ProphetSAW Gebrauch von den materiellen Mitteln. Diesbezüglich wurden, wie ich bereits erwähnte, Begebenheiten geschildert. So gibt es auch eine Überlieferung, die von Hadhrat Ubayy bin Ka’bRA überliefert wird. Er berichtete, dass, als der Gesandte AllahsSAW und seine Gefährten in Medina ankamen und die Ansar ihnen Zuflucht gewährten, sich ganz Arabien gegen sie vereinte. Die Situation der Muslime war derart, dass sie weder die Nacht verbrachten noch den Morgen erlebten, ohne ihre Waffen bei sich zu haben. Zu jeder Zeit, ob wach oder schlafend, behielten sie ihre Waffen bei sich. Sie vertrauten auf Allah, wussten aber zugleich, dass jederzeit ein Angriff erfolgen konnte, weshalb sie stets wachsam sein und Vorkehrungen für ihre eigene Sicherheit treffen mussten.

Eine detaillierte Schilderung hierzu findet sich auch in einer Überlieferung von Hadhrat AishaRA: Als der Gesandte AllahsSAW nach Medina kam, blieb er eine Nacht wach. Dann sagte er: „Wenn mich doch heute Nacht nur ein rechtschaffener Mann von meinen Gefährten bewachen würde.“ Hadhrat AishaRA berichtet: „Wir befanden uns in ebendiesem Zustand, als plötzlich das Klirren von Waffen zu hören war. Der Gesandte AllahsSAW fragte: ‚Wer ist da?‘ Die Antwort lautete: ‚Ich bin Sa’d bin Abi Waqqas.‘ Der Gesandte AllahsSAW fragte: ‚Was hat dich veranlasst, hierher zu kommen?‘ Er antwortete: ‚Mir kam der Gedanke in den Sinn und ich machte mir Sorgen um Ihre Sicherheit, weshalb ich gekommen bin, um Wache zu halten.‘ Daraufhin betete der Gesandte AllahsSAW für ihn und schlief dann friedlich ein.“

In einer anderen Überlieferung, die dasselbe Ereignis beschreibt, sagt Hadhrat AishaRA: „Ich hörte das Geräusch von Waffen. Der Gesandte AllahsSAW fragte: ‚Wer ist da?‘ Er antwortete: ‚Sa’d und Hudhaifa.‘“ – Es waren also zwei Personen, die hier erwähnt werden, die gekommen waren, um Wache zu halten. „Daraufhin schlief der Gesandte AllahsSAW ein, bis ich sein tiefes Atmen hörte.“ – In dieser Zeit befand er sich stets in einem solchen Zustand, wenn ihm eine Offenbarung zuteilwurde. Sie sagt also: „In dieser Zeit wurde jener Vers offenbart:

وَاللّٰہُ یَعۡصِمُکَ مِنَ النَّاسِ

‚Und Allah wird dich vor den Menschen schützen.‘ Dann streckte der Gesandte AllahsSAW seinen Kopf aus dem Zelt und sagte: ‚O Leute, geht nun zurück, denn Allah hat meine Sicherheit garantiert.‘“

Solange es keine Gewissheit und keine Prophezeiung von Allah gab, ließ er Wache halten, und als ihm von Allah Gewissheit gegeben wurde, sagte er: „Ihr könnt gehen, nun wird Allah mich beschützen.“

Die Zerrissenheit des Briefes durch Chosrau und die göttliche Bestrafung

Als der Heilige ProphetSAW verschiedenen Königen Briefe zur Verkündigung schickte, zerriss der Kaiser von Persien, Chosrau, seinen Brief in großem Hochmut in Stücke. Als er davon erfuhr, sagte er als Ergebnis vollkommenen Gottvertrauens: „Möge Gott diese Leute selbst in Stücke reißen.“

Chosrau hatte bereits über den Gouverneur des Jemen zwei Soldaten mit einem Brief geschickt, um ihn verhaften zu lassen. Er hörte den Inhalt des Briefes, in dem stand, dass er sich umgehend diesen Leuten ausliefern solle. In dieser gefährlichen Situation sagte der Heilige ProphetSAW zu den Abgesandten, ohne jegliche Panik zu zeigen: „Bleibt heute Nacht hier, morgen werde ich euch antworten.“

Am nächsten Morgen sagte er zu diesen Vertretern: „Geht zurück und sagt eurem Meister, also dem Herrscher des Jemen“ – der König hatte ja die Botschaft über den Herrscher des Jemen geschickt –, „sagt ihm: ‚Mein Herr hat heute Nacht deinen Herrn, also Chosrau, getötet.‘“ Diese Leute waren verblüfft, als sie das hörten, und kehrten zurück. Später stellte sich heraus, dass Chosrau Parwez in genau jener Nacht von seinem Sohn Schirawaiya (Kyros) getötet worden war. Dieses großartige Ereignis ist ein Beweis für den wunderbaren Schutz Allahs und das beispiellose Gottvertrauen des Heiligen ProphetenSAW.

Gebete und Standhaftigkeit in Zeiten der Bedrängnis

Der Heilige ProphetSAW zog mit vollkommenem Gottvertrauen und mit der Erlaubnis Allahs in die Schlachten; beim Aufbruch pflegte er zu beten. Diesbezüglich berichtete Hadhrat AnasRA, dass der ProphetSAW, wenn er zu einer Schlacht aufbrach, sprach:

اللَّهُمَّ أَنْتَ عَضُدِي وَأَنْتَ نَصِيرِي وَبِكَ أُقَاتِلُ

„O Allah, Du bist mein Rückhalt und Du bist mein Helfer, und durch Dich kämpfe ich.“

Der Verheißene MessiasAS sagt, dass ein Mensch in Zeiten der Not zwar Unruhe empfindet, jedoch das Gottvertrauen niemals aufgeben sollte. Auch der Heilige ProphetSAW verspürte bei Badr große Unruhe, weshalb er flehte:

يَا رَبِّ إِنْ أَهْلَكْتَ هَذِهِ العِصَابَةَ فَلَنْ تُعْبَدَ فِي الأَرْضِ أَبَدًا

„O mein Herr, wenn Du diese Gruppe vernichtest, so wirst Du auf Erden niemals mehr angebetet werden.“

Doch diese Unruhe des Heiligen ProphetenSAW entsprang lediglich der menschlichen Natur, denn auf der anderen Seite ließ er das Gottvertrauen keinesfalls aus den Händen gleiten. Sein Blick war gen Himmel gerichtet und er hatte die Gewissheit, dass Gott ihn niemals zugrunde gehen lassen würde. Er ließ weder Resignation, Verzweiflung noch Hoffnungslosigkeit in seine Nähe kommen. Das Auftreten solcher Unruhen ist für die Vervollkommnung der menschlichen Moral und der (spirituellen) Stufen notwendig, doch der Mensch sollte die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit nicht an sich heranlassen, denn Verzweiflung ist eine Eigenschaft der Ungläubigen. Dem Menschen kommen durch verschiedenste Gedanken Einflüsterungen der Unruhe in den Sinn, aber der Glaube beseitigt diese Einflüsterungen. Die menschliche Natur zieht Unruhe an, doch der Glaube wehrt sie ab.

Dann gibt es diese bekannte Begebenheit über das Vertrauen auf Allah: Ein Feind traf ihn allein an und zog sein Schwert gegen ihn, aber er sagte ohne jegliche Furcht: „Allah wird mich vor dir schützen.“

Hadhrat Musleh Mau’udRA hat diese Begebenheit ebenfalls auf seine eigene Weise geschildert: Sein Vertrauen auf Allah war derart, dass, als ein Mann ihn allein antraf, das Schwert gegen ihn erhob und ihn fragte: „Wer kann dich nun vor mir retten?“, er zu jenem Zeitpunkt – obwohl er unbewaffnet war und sich aufgrund seiner liegenden Position nicht einmal bewegen konnte – mit äußerster Gelassenheit und Ruhe antwortete: „Allah.“ Dieses Wort kam mit solch einer Gewissheit und Zuversicht über seine Lippen, dass selbst das Herz dieses Ungläubigen nicht umhinkam, die Erhabenheit seines Glaubens und die Vollkommenheit seiner Gewissheit anzuerkennen. Das Schwert fiel aus seiner Hand und er, der gekommen war, um ihn zu töten, stand nun wie ein Schuldiger vor ihm.

Die Grabenschlacht und das Wunder der Speisung

Während des Grabenkrieges (Ahzab) erlebten die Muslime Tage äußerster Bedrängnis. Es war beschlossen worden, in Medina zu bleiben und sich dem Feind dort zu stellen. Dies geschah nicht aus Angst oder mangelndem Vertrauen auf Allah, sondern aufgrund einer militärischen Strategie. Um Medina herum wurde ein Graben ausgehoben, damit man vor einem plötzlichen und unmittelbaren Angriff des Feindes geschützt sei. Die Lage der Muslime war derart, dass die meisten von ihnen arm waren und sich ihren Lebensunterhalt von Tag zu Tag verdienten. Trotz dieser Notlage schlossen sich alle zusammen und beteiligten sich am Ausheben des Grabens, um vor diesen Angriffen sicher zu sein; und diejenigen, die nicht ihrer täglichen Arbeit nachgehen konnten, litten Hunger.

Viele Stämme aus ganz Arabien hatten sich zu diesem Zeitpunkt vereint, um anzugreifen. In verschiedenen Überlieferungen wird ihre Zahl unterschiedlich angegeben. Dennoch wird als Mindestzahl zehntausend genannt; mal sind es fünfzehntausend, mal vierundzwanzigtausend. Ohnehin war eine Zahl von zehntausend Angreifern im Verhältnis zur Bevölkerung Medinas gewaltig. Für diese kleine Stadt war das eine riesige Armee. Jedenfalls waren die Muslime trotz ihrer widrigen Umstände, ihrer Armut und ihrer geringen Zahl bereit, sich dieser gewaltigen Armee entgegenzustellen. Es war eine strategische Entscheidung, sich aufgrund der geringen Anzahl innerhalb der Stadt zu verteidigen. Zudem war es die Gnade Allahs, der sie bereits im Vorfeld informiert hatte. Der Glaube der Muslime war gefestigt, und angesichts der Übermacht gerieten sie nicht in Panik. Vielmehr hatte das Gottvertrauen des Heiligen ProphetenSAW das Vertrauen der Muslime in jenem Moment noch weiter gestärkt, und obwohl sie die Reden der Gegner und Heuchler hörten, sank ihre Moral nicht.

Man betrachte, wie Allah infolge ihrer Standhaftigkeit und ihres Gottvertrauens eingriff: Ein schwerer Sturm und Orkan versetzten die Ungläubigen in Angst und Schrecken, sodass sie flohen. Und sie flohen in einem solchen Chaos, dass sie eine Menge ihrer Vorräte, Nahrung und andere Gegenstände zurückließen, was den Muslimen zugutekam. Dies war das Resultat des Vertrauens auf Allah.

Aus der Schlacht von Ahzab stammt auch die Begebenheit, in der eine kleine Menge an Essen für eine ganze Armee ausreichte. Dies ist nicht nur ein Wunder, sondern auch ein großartiges Beispiel für das Vertrauen auf Allah. In einer Überlieferung berichtet Hadhrat Jabir bin Abdullah AnsariRA:

„Am Tag des Grabens – also während der Schlacht von Ahzab – waren wir dabei, die Erde auszuheben, als ein extrem harter Felsbrocken auftauchte.“ Sie gingen zum ProphetenSAW und sagten: „Im Graben ist ein Felsbrocken aufgetaucht.“ Er sagte: „Ich steige hinab“, das heißt: ich komme, „um ihn zu zertrümmern.“ Er stand auf, und um seinen Bauch war ein Stein gebunden. – Wegen des leeren Magens band man sich in jener Zeit einen Stein um, um Halt zu geben – und seit drei Tagen hatten wir nicht das Geringste gegessen, so groß war die Hungersnot. Der ProphetSAW nahm eine Spitzhacke und schlug auf den Felsen ein, woraufhin dieser zerbröckelte und, wie es heißt, zu einem Haufen rieselnden Sandes wurde.

Ich sagte, als ich diesen Zustand des ProphetenSAW sah: „O Gesandter Allahs, erlauben Sie mir, nach Hause zu gehen.“ Ich ging und sagte zu meiner Frau: „Ich habe etwas an dem ProphetenSAW bemerkt, das man nicht ertragen kann.“ Das heißt: Ich habe gesehen, dass er wegen des Hungers Steine um seinen Bauch gebunden hat. „Hast du etwas zu essen?“ Sie antwortete: „Ich habe etwas Gerste und ein kleines Zicklein.“ Daraufhin schlachtete ich das Zicklein, und sie mahlte die Gerste. Wir gaben das Fleisch in einen steinernen Topf, und dann ging ich zum ProphetenSAW. Der Teig war inzwischen geknetet und aufgegangen, und der Topf auf dem Herd war fast gar.

Ich sagte: „O Gesandter AllahsSAW, ich habe ein wenig Essen. O Gesandter Allahs, erheben Sie sich und nehmen Sie ein oder zwei Männer mit, um zu essen.“ Er fragte: „Wie viel Essen ist es?“ Ich beschrieb es ihm, und der ProphetSAW sagte: „Das ist reichlich.“ Ein Zicklein und ein wenig Gerste – es macht keinen Unterschied. Es ist reichlich Essen, es ist viel und vorzüglich. Dann sagte er: „Sag deiner Frau, sie soll den Topf nicht vom Herd nehmen und das Brot nicht aus dem Lehmofen holen, bis ich komme.“

Dann sagte der ProphetSAW zu den Gefährten: „Steht auf.“ Daraufhin erhoben sich die Muhadschirin und die Ansar. Als Hadhrat JabirRA zu seiner Frau kam, sagte er: „Gott stehe dir bei, der ProphetSAW hat alle Muhadschirin, Ansar und diejenigen, die bei ihnen sind, mitgebracht!“ Seine Frau fragte: „Hatte der Heilige ProphetSAW dich etwas gefragt?“ Ich antwortete: „Ja“, und dann erzählte ich die ganze Geschichte, dass er gefragt hatte, wie viel Essen da sei, und ich es ihm gesagt hatte.

Der ProphetSAW nahm die Gefährten mit sich und sagte: „Tretet ein und drängt nicht.“ Das bedeutet: Es besteht kein Grund zur Eile, setzt euch ruhig im Haus hin. ErSAW brach Stücke vom Brot ab, legte Fleisch darauf und gab sie den Gefährten. Das Brot war mit einem Tuch abgedeckt; er brach ein Stück ab, nahm etwas Soße heraus und gab es den Gefährten. Und wenn er etwas aus dem Topf oder dem Ofen nahm, deckte er es wieder zu. Dies tat er so lange, bis die Gefährten satt waren. Alle wurden satt und es blieb sogar noch Essen übrig. Der Heilige ProphetSAW sagte zur Frau von Hadhrat JabirRA: „Hier, iss nun dies und verteile es als Geschenk, denn die Menschen sind sehr hungrig.“ Dies war also das Gottvertrauen, und zugleich war ein Segensgebet damit verbunden, wodurch sich der Segen einstellte.

Unbeirrbarkeit in der Schlacht von Hunain

In einer weiteren Überlieferung heißt es, dass ein Mann Hadhrat Bara bin AzibRA fragte: „Seid ihr während der Schlacht von Hunain geflohen und habt den Gesandten AllahsSAW zurückgelassen?“ Er antwortete: „Ja, aber der Gesandte AllahsSAW selbst verließ das Schlachtfeld nicht. Die Hawazin waren hervorragende Bogenschützen. Als wir auf sie trafen, griffen wir sie an, und sie wichen zurück. Die Muslime begannen, die Kriegsbeute einzusammeln, aber die Feinde begannen, von vorne Pfeile auf uns zu feuern. Der Gesandte AllahsSAW wich jedoch nicht von seinem Platz. Ich sah den ProphetenSAW, wie er auf seinem weißen Maultier ritt und Abu Sufyan bin Harith bin Abdul Muttalib die Zügel hielt, während der ProphetSAW folgende Verse rezitierte:

أَنَا النَّبِيُّ لَا كَذِبْ، أَنَا ابْنُ عَبْدِ المُطَّلِبْ

Ich bin der verheißene Prophet, und darin liegt kein Zweifel. Ich bin der Sohn von Abdul Muttalib.

Hadhrat Musleh Mau’udRA hat dieses Ereignis ebenfalls erwähnt und erklärt: Sein Ausspruch „Ich bin der Sohn von Abdul Muttalib“ bedeutete nicht, dass, obwohl der Angriff des Feindes in diesem Moment so heftig ist, dass viertausend Bogenschützen einen Pfeilregen auf uns herablassen und obwohl mein Vordringen in diesem Zustand weit über die menschliche Natur erhaben zu sein scheint, habe ich keine Furcht. Deshalb rezitierte er diese Verse, damit niemand sich täuschen ließe und auf den Gedanken käme, er besäße irgendeine göttliche Macht. „Ich bin lediglich der Sohn von Abdul Muttalib und ein Mensch. Allein die Hilfe Allahs ist aufgrund meines Prophetentums mit mir.“ Solcherart ist die Erhabenheit des Vertrauens auf Allah, dass er sprach: „Wenn Allah mir Erfolg verheißen hat, so wird Er mir auch in diesem Pfeilregen den Sieg gewähren.“

Ablehnung von Hilfe ohne Glauben: Die Begebenheit mit Habib bin Yasaf

Ein weiteres Beispiel für das Vertrauen auf Allah und die Gewissheit in Seine Verheißungen findet sich in einer anderen Überlieferung. Wir können dies von den ersten Begebenheiten bis hin zu den letzten sehen – überall finden wir dieselben Beispiele für sein Gottvertrauen. Das vorige war ein Ereignis aus der Schlacht von Hunain, und dieses hier stammt aus der Schlacht von Badr, der ersten Schlacht:

In Medina gab es einen äußerst starken und tapferen Mann namens Habib bin Yasaf. Zu jener Zeit befanden sich die Muslime in einer sehr schwachen Lage. Dieser Mann gehörte dem Stamm der Khazraj an und hatte bis zur Schlacht von Badr den Islam noch nicht angenommen. Dennoch brach er gemeinsam mit seinem Stamm der Khazraj zur Schlacht auf, in der Hoffnung, im Falle eines Sieges einen Teil der Kriegsbeute zu erhalten. Die Muslime freuten sich sehr darüber, dass er ebenfalls mit ihnen in die Schlacht zog. Doch der Gesandte AllahsSAW sagte zu ihm: „Es wird nur derjenige mit uns in die Schlacht ziehen, der unserer Religion angehört.“ In einer Überlieferung heißt es, dass er sagte: „Kehre um, wir möchten nicht die Hilfe eines Götzendieners annehmen.“

Habib bin Yasaf kam ein zweites Mal zum Heiligen ProphetenSAW, doch der Heilige ProphetSAW schickte ihn auch ein zweites Mal zurück. Als er schließlich ein drittes Mal kam, fragte ihn der Heilige ProphetSAW: „Glaubst du an Allah und Seinen Gesandten?“ Er antwortete: „Ja.“ Daraufhin wurde er Muslim und kämpfte äußerst tapfer in der Schlacht.

Somit nahm der Heilige ProphetSAW trotz jener widrigen Umstände und der äußersten Not die Hilfe dieses Mannes nicht in Anspruch, solange sich dieser im Zustand des Unglaubens befand, da es ein Widerspruch zum Glauben und zum Vertrauen in die Verheißungen Allahs gewesen wäre, die Hilfe eines Nichtgläubigen anzunehmen.

Wahrhaftigkeit und unerschütterlicher Glaube

Der Verheißene MessiasAS erklärt:

„In den Augen der heutigen sogenannten Intellektuellen gilt es als Fehler, sich jemanden zum Feind zu machen. Doch um die Wahrheit zu sagen, ist auch dies ein Beweis für die Wahrhaftigkeit.“ Der Heilige ProphetSAW hielt mit niemandem (Frieden) – das bedeutet, dass jeder zu seinem Feind wurde. Er verdarb es sich mit allen, indem er die Wahrheit sprach. Denn da niemand die Wahrheit hören wollte, war es unvermeidlich, dass Konflikte mit den Menschen entstanden. „In den Augen solcher Menschen hat er (Gott bewahre) einen Fehler begangen. Dabei ist gerade diese Tatsache, dass er es sich um Gottes willen mit allen verdarb, ein offenkundiger Beweis für seine Wahrhaftigkeit, aus dem sich der Zustand seiner Glaubenskraft ersehen lässt.“

Einerseits wird das Beispiel des Messias angeführt, um zu sagen: Seht euch an, dass aufgrund seiner Lehre, die in den Evangelien zu finden ist, Menschen Einwände gegen den Messias erheben. (Er sagt: „Es ist die Lehre in den Evangelien, nach der ich dies aufzeige.“) Es wird deutlich, dass sein Weg keineswegs darin bestand, jemanden zu verärgern. Den Juden wurde verkündet, dass er nicht gekommen sei, um auch nur ein Gebot der Thora aufzuheben.

Betrachtet man im Gegensatz dazu die Lehre des Heiligen ProphetenSAW, so wird man auf der ganzen Erde keine Glaubensgemeinschaft und keine Religion finden, die er nicht eingeladen und deren Fehler er nicht aufgezeigt hätte; und überdies beanspruchte er gegenüber jedem, dass er siegreich und von Gott unterstützt sein werde. Er zeigte nicht nur Fehler auf und forderte sie heraus, sondern behauptete: „Ich habe volle Gewissheit und Vertrauen auf Allah, und Inshallah wird mir der Erfolg zuteil, denn ich bin von Ihm entsandt worden.“ ErAS sagt weiter: „Sagt mir dann: Könnte jemand jemals so handeln, wenn er nicht voll und ganz auf Gott vertraute?“

اللَّهُمَّ صَلِّ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى آلِ مُحَمَّدٍ وَبَارِكْ وَسَلِّمْ إِنَّكَ حَمِيدٌ مَجِيدٌ

[„O Allah, schütte Deine Gnade aus über Muhammad und die Anhänger Muhammads, und schenke Segen und Frieden; wahrlich, Du bist preiswürdig, erhaben.“]

Zusammenfassung der Freitagsansprache vom 18. September 2026

Die Verfolgung während der Hidschra und die Begebenheit mit Suraqa bin Malik

In Fortführung der vorherigen Khutba über das Gottvertrauen des Heiligen ProphetenSAW während der Hidschra von Mekka nach Medina ging Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA auf weitere historische Einzelheiten ein:

  • Die Quraisch hatten auf die Ergreifung oder Tötung des Heiligen ProphetenSAW und Hadhrat Abu BakrRA ein Kopfgeld von jeweils 100 Kamelen ausgesetzt.
  • Suraqa bin Malik erfuhr in einer Stammesversammlung von einer verdächtigen Karawane, wiegelte die Anwesenden ab, um die Belohnung von insgesamt 200 Kamelen für sich allein zu beanspruchen, und nahm heimlich auf seiner schnellen Stute die Verfolgung auf.
  • Obwohl gezogene Omen negativ ausfielen, ritt er weiter. Als er der Karawane nahekam, stolperte sein Reittier mehrfach und die Beine der Stute versanken tief im Sand.
  • Suraqa gelangte so nah an die Reisenden heran, dass er die ruhige Rezitation des Heiligen Qur’an durch den Heiligen ProphetenSAW hören konnte. Während Hadhrat Abu BakrRA sich aus Sorge um den ProphetenSAW immer wieder umdrehte, blickte der Heilige ProphetSAW weder nach rechts noch nach links.
  • Als Suraqa die Aussichtslosigkeit und das Unrecht seines Vorhabens begriff, rief er um Schutz und bot Proviant an, was der Heilige ProphetSAW ablehnte. Er bat lediglich darum, ihren Weg geheim zu halten.
  • Im festen Vertrauen auf den künftigen Sieg des Islam stellte Hadhrat Abu BakrRA auf Geheiß des Heiligen ProphetenSAW ein schriftliches Schutzabkommen für Suraqa aus.
  • Bei dieser Gelegenheit prophezeite der Heilige ProphetSAW Suraqa, dass er einst die Armreifen des persischen Königs Chosrau tragen werde. Diese Prophezeiung erfüllte sich zur Zeit des Kalifats von Hadhrat UmarRA, als die Beute Persiens nach Medina gebracht und Suraqa die Armreifen angelegt wurden.

Ausführungen von Hadhrat Musleh Mau’udRA zum Gottvertrauen bei der Hidschra

Hadhrat Musleh Mau’udRA erläuterte die Dimension dieses Ereignisses und verglich das Verhalten des Heiligen ProphetenSAW mit historischen Persönlichkeiten:

  • Ganz Arabien trachtete nach dem Blut des ProphetenSAW, und die Stämme entlang des Weges waren durch das hohe Kopfgeld angestachelt.
  • Während selbst berühmte Heerführer wie Napoleon oder König Humayun in Momenten der Verfolgung in Panik oder Verzweiflung gerieten, war der Blick des Heiligen ProphetenSAW vollkommen auf Gott gerichtet. Er vertraute auf denselben Gott, der bereits Noah, Abraham, Moses und anderen Propheten beigestanden hatte.
  • Auch im Vergleich zu Hadhrat MosesAS wird die Größe des Heiligen ProphetenSAW deutlich: Während die Begleiter von Hadhrat MosesAS beim Anblick des Heeres des Pharaos riefen, sie würden ergriffen werden, bewahrte Hadhrat Abu BakrRA durch das Vorbild und den Glauben des Heiligen ProphetenSAW Standhaftigkeit.
  • Suraqa kehrte nicht nur unverrichteter Dinge um, sondern hielt auf dem Rückweg sogar weitere Verfolger auf.

Das Zusammenspiel von materiellen Mitteln und Gottvertrauen

Gottvertrauen bedeutet nicht Trägheit oder das Vernachlässigen praktischer Schritte:

  • Ein Mensch, der wahrhaft an Gott glaubt, strengt sich am meisten an. Der Heilige ProphetSAW vertraute in der Höhle Thaur felsenfest auf Allah, traf jedoch gleichzeitig stets alle notwendigen praktischen Vorkehrungen.
  • Er organisierte Truppen, lehrte Strategien, besorgte Waffen, Reittiere sowie Verpflegung und zog erst nach diesen Vorbereitungen in die Schlachten.
  • Der Verheißene MessiasAS betonte, dass der Heilige ProphetSAW in den ersten dreizehn Jahren in Mekka unter extremen Entbehrungen die höchsten moralischen Eigenschaften, vollkommenes Gottvertrauen, Geduld und Furchtlosigkeit bewies.
  • Auch in Medina blieben die Muslime stets wachsam und schliefen mit ihren Waffen. Hadhrat AishaRA berichtete, dass Gefährten wie Sa’d bin Abi WaqqasRA und HudhaifaRA nachts Wache hielten, bis der Vers offenbart wurde: „Und Allah wird dich vor den Menschen schützen.“ Erst nachdem Allah ihm diese Gewissheit schenkte, entließ der Gesandte AllahsSAW die Wachen.

Göttlicher Schutz vor Chosrau und Standhaftigkeit in Bedrohungen

  • Als Chosrau Parwez, der Herrscher Persiens, den Brief des Heiligen ProphetenSAW zerriss und dessen Verhaftung anordnete, blieb der Gesandte AllahsSAW unerschütterlich. Er kündigte den Gesandten an, dass Chosrau in jener Nacht von seinem eigenen Sohn getötet worden sei – was sich genau so bewahrheitete.
  • Bei Aufbruch zu Schlachten betete der ProphetSAW stets darum, dass Allah sein Helfer und Rückhalt sei.
  • In Momenten extremer Bedrängnis, wie in der Schlacht von Badr, empfand der Heilige ProphetSAW eine Unruhe, die der menschlichen Natur entsprang, doch sein Glaube wehrte jede Verzweiflung ab.
  • Als ein feindlicher Krieger den schlafenden ProphetenSAW überraschte, das Schwert zog und fragte, wer ihn nun retten könne, antwortete der Heilige ProphetSAW voller Ruhe: „Allah.“ Diese Entschlossenheit ließ das Schwert aus der Hand des Angreifers fallen.

Das Vertrauen auf Allah während der Grabenschlacht (Ahzab)

  • Angesichts einer Streitmacht von mindestens zehntausend Mann verteidigten sich die hungernden Muslime strategisch durch das Ausheben eines Grabens um Medina.
  • Ihr Glaube wankte trotz der Bedrohung und der Hetze der Heuchler nicht. Schließlich griff Allah ein und schlug die feindlichen Heere durch einen schweren Sturm und Orkan in die Flucht.
  • Während der Grabenarbeiten ereignete sich ein bekanntes Wunder: Hadhrat Jabir bin Abdullah AnsariRA sah, dass der Heilige ProphetSAW sich vor Hunger Steine an den Bauch gebunden hatte. Er lud ihn zu einer kleinen Mahlzeit aus einem Zicklein und etwas Gerste ein. Durch das Segensgebet und Gottvertrauen des Heiligen ProphetenSAW wurden alle Muhadschirin und Ansar satt, und es blieb dennoch Essen übrig.

Standhaftigkeit bei Hunain und Prinzipientreue bei Badr

  • In der Schlacht von Hunain gerieten viele Muslime unter dem Pfeilhagel der Hawazin in Bedrängnis und wichen zurück. Der Heilige ProphetSAW blieb jedoch unerschütterlich auf seinem Reittier und verkündete furchtlos seine Identität als Gesandter Allahs, wissend, dass Allah Sein Versprechen erfüllen würde.
  • Vor der Schlacht von Badr bot der tapfere, aber noch ungläubige Habib bin Yasaf seine Hilfe im Kampf an. Trotz der zahlenmäßigen Schwäche der Muslime lehnte der Heilige ProphetSAW die militärische Unterstützung eines Götzendieners ab, da dies dem reinen Vertrauen auf Allah widersprochen hätte. Erst nachdem Habib den Islam annahm, durfte er mitkämpfen.
  • Der Verheißene MessiasAS erklärte hierzu, dass der Heilige ProphetSAW die Wahrheit unerschrocken vor allen Völkern und Religionen verkündete und deren Irrtümer offenlegte, ohne Furcht vor Feindschaft zu haben. Diese Furchtlosigkeit und das unbedingte Vertrauen auf den göttlichen Beistand seien der deutlichste Beweis für seine Wahrhaftigkeit.
TawakkulVollkommenes Gottvertrauen, das sich dadurch auszeichnet, nach dem Ergreifen aller zur Verfügung stehenden menschlichen Mittel das Ergebnis allein Allah zu überlassen.
HidschraDie historische Auswanderung des Heiligen Propheten MuhammadSAW und seiner Gefährten von Mekka nach Medina.
AnsarWörtlich Helfer; die einheimischen Bewohner von Medina, die den Heiligen ProphetenSAW und die mekkanischen Muslime aufnahmen und unterstützten.
MuhadschirinDie mekkanischen Auswanderer, die um ihres Glaubens willen ihre Heimat verließen und nach Medina zogen.
Chosrau (Kisra)Der historische Titel der persischen Großkönige aus der Sassaniden-Dynastie.
AhzabWörtlich die Verbündeten; bezeichnet das Bündnis verschiedener arabischer Stämme gegen die Muslime in Medina sowie die entsprechende Grabenschlacht.
DuroodSegensgebet und Anrufung von Frieden und Barmherzigkeit auf den Heiligen Propheten MuhammadSAW und dessen Nachkommenschaft.
Themen:
Das beispiellose Gottvertrauen des Heiligen ProphetenSAWDie Hidschra nach Medina und die Begegnung mit Suraqa bin MalikDie Prophezeiung über die Armreifen des ChosrauDas Verhältnis zwischen dem Ergreifen materieller Mittel und Vertrauen auf AllahGöttlicher Schutz und Standhaftigkeit in den Schlachten von Badr, Ahzab und HunainWunder der Nahrung während des GrabenkriegsKompromisslose Wahrhaftigkeit und Verzicht auf Götzendiener-Hilfe

Tatplan der Woche

Checkliste für den Alltag

Aktionsplan Missionary Incharge Büro

Wöchentlicher Umsetzungsplan basierend auf der Khutba

Das Gottesvertrauen Des Heiligen ProphetenSAW

وَاللهُ يَعْصِمُكَ مِنَالنَّاسِ
Allah wird dich vor den Menschen schützen.
(5:68)

Hadhrat Musleh MaudRA schreibt

Was war es, das sein Herz in diesem verhängnisvollen Moment derart stärkte? Welche unbändige Kraft verlieh seinem Mut derartige Flügel? Welcher Geist war es, der ein solch außerordentliches Leben in ihm erweckte? Es waren ganz allein die Wunder des Gottvertrauens; dies waren die Früchte seines unerschütterlichen Glaubens an Ihn. Er wusste tief in seinem Inneren, dass äußere, weltliche Mittel ihm rein gar nichts anhaben konnten. Sämtliche Mächte der Welt wären nicht imstande, ihn zu vernichten, denn im Himmel thront Gott, der schützend auf ihn blickt – eben jener Gott, der der Schöpfer all dieser Mittel ist. Und die Mittel vermögen gegen den Schöpfer der Mittel absolut nichts auszurichten.



Vertrauen auf Allah während den Schlachten:
Der Heilige ProphetSAW pflegte zu beten:
اللّٰهُمَّ أَنْتَ عَضُدِيْ وَأَنْتَ نَصِيرِيْ وَبِكَ أُقَاتِلُ
„O Allah, Du bist mein Rückhalt und Du bist mein Helfer, und durch Dich kämpfe ich.“

Umsetzungsplan für diese Woche

1
In jeder Situation auf Allah vertrauen und sich vor Verzweiflung & Hoffnungslosigkeit hüten
2
Sowohl auf Reisen als auch zuhause sich dem Rezitieren des Heiligen Qur‘ans widmen
3
Sich vor Trägheit schützen und mit Mühe sowie Beachtung der Mittel die Arbeiten erledigen
4
Für den eigenen Schutz und die Sicherheit sorgen
5
Allen Gesellschaftsschichten die Lehre des Islams überbringen und keine Person außer Allah fürchten

As-salāmu ʿalaikum wa-raḥmatullāh, wir haben die Freitagsansprache für dich so aufbereitet, dass du sie leicht verstehen kannst.

In dieser Freitagsansprache vom 18. September 2026 erzählt unser geliebter Imam, Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, viele spannende und mutige Geschichten über den Heiligen Propheten MuhammadSAW. Das große Thema ist sein unerschütterliches Vertrauen auf Allah und wie er immer sein Bestes gab, anstatt einfach tatenlos abzuwarten.

🐎 Die aufregende Verfolgungsjagd in der Wüste

Als der Heilige ProphetSAW zusammen mit Hadhrat Abu BakrRA die Hidschra (Auswanderung) von Mekka nach Medina antrat, befanden sie sich in großer Gefahr:

  • 🐪 Das Kopfgeld: Die feindlichen Quraisch hatten eine gewaltige Belohnung ausgesetzt: Jeweils einhundert Kamelstuten für den Heiligen ProphetenSAW und einhundert für Hadhrat Abu BakrRA – insgesamt also zweihundert Kamele!
  • 🏹 Suraqa nimmt die Fährte auf: Ein Mann namens Suraqa bin Malik wollte diese Belohnung ganz für sich allein haben. Er täuschte seine Freunde, schwang sich heimlich auf seine schnelle Stute und raste der kleinen Karawane hinterher.
  • 🛑 Das stolpernde Pferd: Suraqa befragte Pfeile als Omen (ein Aberglaube der damaligen Zeit), die ihm abrieten. Doch die Gier trieb ihn weiter. Plötzlich stolperte sein Pferd und er stürzte! Trotzdem stieg er wieder auf.
  • 📖 Ruhe im Angesicht der Gefahr: Als Suraqa so nah herangekommen war, dass er die Stimme des Heiligen ProphetenSAW beim Rezitieren des Heiligen Qur’an hören konnte, passierte etwas Unglaubliches: Hadhrat Abu BakrRA blickte sich voller Sorge um, um seinen Herrn abzusichern. Der Heilige ProphetSAW aber blickte weder nach links noch nach rechts, sondern rezitierte seelenruhig weiter!
  • 🌪️ Im Sand versunken: Da stolperte die Stute erneut, ihre Beine sanken tief in den Wüstensand ein, und Staub stieg wie Rauch auf. Suraqa erkannte, dass eine göttliche Macht den ProphetenSAW beschützte. Voller Ehrfurcht bat er um Frieden.
  • 📜 Das Schutzdokument: Suraqa bot Verpflegung an, doch der Heilige ProphetSAW lehnte ab und bat ihn nur, niemandem etwas zu verraten. Suraqa bat um ein schriftliches Schutzabkommen für die Zukunft, das Hadhrat Abu BakrRA (oder Amir bin Fuhaira) ihm aufschrieb.

👑 Eine unglaubliche Prophezeiung erfüllt sich

  • 💎 Die Armreifen des Königs: Als Suraqa umkehren wollte, sagte der Heilige ProphetSAW zu ihm: „Suraqa, wie wird es dir wohl ergehen, wenn du die Armreifen des Chosrau an deinen Händen trägst?“ Chosrau war der mächtige Kaiser von Persien! Suraqa konnte es kaum glauben.
  • ⏳ Jahre später: Als viele Jahre später während des Kalifats von Hadhrat UmarRA Persien besiegt und die Schätze nach Medina gebracht wurden, rief Hadhrat UmarRA Suraqa herbei. Er legte ihm genau diese goldenen Armreifen an und lobte Allah.

🛡️ Gottvertrauen bedeutet: Erst handeln, dann vertrauen!

Hadhrat Musleh Mau’udRA und der Verheißene MessiasAS haben erklärt, dass wahrer Glaube niemals Faulheit bedeutet:

  • 🧠 Vorbereitung und Klugheit: Der Heilige ProphetSAW legte nicht einfach die Hände in den Schoß und sagte: „Allah wird mich schon retten.“ Er bildete Verteidiger aus, organisierte Ausrüstung und wandte kluge Strategien an.
  • ⚔️ Wachsamkeit in Medina: Als die Muslime in Medina ankamen, war ganz Arabien gegen sie. Die Gefährten trugen Tag und Nacht ihre Waffen, um jederzeit verteidigungsbereit zu sein.
  • ⛺ Die Wache vor dem Zelt: Gefährten wie Sa'd bin Abi Waqqas (und Hudhaifa) hielten nachts freiwillig Wache am Zelt des Heiligen ProphetenSAW. Erst als Allah den Vers offenbarte: „Und Allah wird dich vor den Menschen schützen“, schickte er die Wachen nach Hause, da Allah ihm nun vollkommene Sicherheit garantiert hatte.
  • ✉️ Der stolze Kaiser Chosrau: Als Chosrau den Brief des ProphetenSAW zerriss und zwei Soldaten schickte, um ihn gefangen zu nehmen, blieb der Heilige ProphetSAW völlig ruhig. Am nächsten Morgen sagte er den Boten: „Mein Herr hat heute Nacht euren Herrn getötet.“ Und tatsächlich war Chosrau genau in jener Nacht von seinem eigenen Sohn getötet worden!

🗡️ „Wer kann dich jetzt retten?“

  • 🌴 Allein im Schatten: Einmal überraschte ein Feind den Heiligen ProphetenSAW, als dieser unbewaffnet am Boden lag. Der Mann zog sein Schwert und rief spottend: „Wer kann dich nun vor mir retten?“
  • 🗣️ Ein einziges Wort: Mit vollkommener Ruhe und Festigkeit antwortete der Heilige ProphetSAW: „Allah.“
  • 💫 Das Schwert fällt: Dieses Wort trug eine so gewaltige Glaubenskraft in sich, dass der Angreifer erstarrte und das Schwert aus seiner Hand fiel!

🍲 Das Wunder der Grabenschlacht (Ahzab)

Während der Schlacht von Ahzab belagerten mindestens zehntausend feindliche Krieger Medina. Die Muslime schützten sich, indem sie gemeinsam einen tiefen Graben aushoben:

  • 🪨 Der riesige Fels: Ein gewaltiger Felsbrocken blockierte die Arbeit. Der Heilige ProphetSAW, der wegen des großen Hungers sogar Steine an seinen Bauch gebunden hatte, nahm eine Spitzhacke und schlug auf den Felsen, der sogleich zerbrach!
  • 🐐 Ein winziges Mahl für Tausende: Hadhrat JabirRA sah den Hunger des ProphetenSAW und wollte ihn heimlich mit etwas Gerste und einem kleinen Zicklein bewirten. Doch der Gesandte AllahsSAW rief alle Gefährten zusammen!
  • ✨ Der Segen Allahs: Der Heilige ProphetSAW segnete das Essen, deckte Topf und Lehmofen immer wieder ab und verteilte Fleisch und Brot. Alle Gefährten aßen sich satt – und am Ende war immer noch Essen übrig!
  • 🌪️ Der rettende Sturm: Am Ende sandte Allah einen gewaltigen Sturm, der das Lager der Feinde verwüstete, sodass diese in Panik flohen.

🏹 Mut wie ein Fels in der Schlacht

  • 🛡️ Die Schlacht von Hunain: Als Tausende von Pfeilen auf die Muslime herabregneten und einige zurückwichen, blieb der Heilige ProphetSAW furchtlos auf seinem weißen Maultier und rief: „Ich bin der verheißene Prophet, und darin liegt kein Zweifel. Ich bin der Sohn von Abdul Muttalib.“
  • ⚖️ Aufrichtigkeit vor Beute: Vor der Schlacht von Badr wollte ein tapferer Kämpfer namens Habib bin Yasaf mitziehen, um Kriegsbeute zu machen, war aber kein Muslim. Der Heilige ProphetSAW lehnte seine Hilfe zweimal ab und nahm ihn erst mit, als dieser aus Überzeugung den Islam annahm. Denn wahrer Erfolg kommt allein durch das Vertrauen auf Allah!

🎯 3 interaktive Aktivitäten für dich!

Probiere diese drei spannenden Aufgaben zu Hause oder in deiner Atfal- bzw. Nasirat-Klasse aus:

  • 🕵️‍♂️ 1. Das Suraqa-Wüsten-Hörspiel: Spiele mit deinen Geschwistern oder Freunden die Geschichte von Suraqa nach!
  • ⚖️ 2. Die „Handeln & Vertrauen“-Tabelle: Zeichne zwei Spalten auf ein Blatt: Auf die linke Seite schreibst du „Meine Anstrengung (Handeln)“ und auf die rechte Seite „Mein Vertrauen auf Allah (Gebet)“. Fülle sie mit Beispielen aus deinem Alltag aus (z. B. Links: Für die Klassenarbeit fleißig lernen – Rechts: Zu Allah um Erfolg beten und nicht verzweifeln).
  • 🧩 3. Das Ahzab-Forscher-Quiz: Beantworte diese drei Fragen aus dem Text ohne nachzuschauen:
    1. Warum band sich der Heilige ProphetSAW beim Grabenbau Steine um den Bauch?
    2. Was geschah mit dem kleinen Essen von Hadhrat JabirRA?
    3. Welches Naturereignis schlug die riesige feindliche Armee schließlich in die Flucht?

Khutba für Kinder

MTA Germany