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Ansprache Lesen
Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.
Zusammenfassung
Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).
Für Kinder
Kindgerecht erklärte Inhalte mit einem spaßigen Mini-Quiz.
To Dos
Praktische Umsetzung als Checkliste.
Quiz (Deutsch)
Teste dein Wissen zur Ansprache mit Fragen auf Deutsch.
Quiz (Urdu)
Teste dein Wissen mit Fragen in Urdu.
Aktionsplan
Wöchentlicher Umsetzungsplan vom Missionary Incharge Büro basierend auf der Khutba
Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles
MTA GermanyDeutsche Übersetzung
قُلۡ لَّوۡ شَآءَ اللّٰہُ مَا تلوۡتُہٗ عَلَیۡکُمۡ وَلَاۤ اَدۡرٰٮکُمۡ بِہٖ ۫ۖ فَقَدۡ لَبِثۡتُ فِیۡکُمۡ عُمُرًا مِّنۡ قَبۡلِہٖ ؕ اَفَلَا تَعۡقِلُوۡنَ ﴿۱۷﴾ فَمَنۡ اَظۡلَمُ مِمَّنِ افۡتَرٰی عَلَی اللّٰہِ کَذِبًا اَوۡ کَذَّبَ بِاٰیٰتِہٖ ؕ اِنَّہٗ لَا یُفۡلِحُ الۡمُجۡرِمُوۡنَ ﴿۱۸﴾
Die Übersetzung dieser Verse lautet: Sprich: „Hätte Allah es gewollt, so hätte ich ihn euch nicht vorgetragen, noch hätte Er ihn euch kundgemacht. Ich habe doch fürwahr ein Menschenalter unter euch gelebt vor diesem. Wollt ihr denn nicht begreifen?“ Wer ist wohl sündiger als jener, der eine Lüge wider Allah erdichtet oder Seine Zeichen als Lügen behandelt? Wahrlich, die Schuldigen haben keinen Erfolg.
Der höchste Maßstab der Wahrhaftigkeit
Aktuell werden verschiedene Aspekte aus dem Leben des Heiligen ProphetenSAW thematisiert. Heute wird es um seine herausragenden Charaktereigenschaften der Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe gehen. In der Biografie des Heiligen ProphetenSAW finden sich derart erhabene Beispiele seiner Wahrhaftigkeit, dass selbst seine Feinde nicht umhinkamen, seinen höchsten Maßstab an Wahrhaftigkeit anzuerkennen. Genau diesen Maßstab seiner Wahrhaftigkeit hat Allah der Erhabene im Heiligen Qur’an in jenen Versen dargelegt, die ich eingangs rezitiert habe. Er ließ ihn verkünden: „Sag ihnen, ich habe niemals und unter keinen Umständen gelogen. Ich habe stets an der Wahrheit festgehalten, und ihr könnt dies bezeugen. Würde ich nun ausgerechnet über Allah den Erhabenen eine Lüge ersinnen und behaupten, ich brächte eine Religion, die nicht von Ihm stammt? Das ist schlichtweg unmöglich.“
Gleichzeitig wies erSAW seine Anhänger an: „Nun, da ihr mir folgt und den Eid abgelegt habt, mich zu befolgen, müsst auch ihr höchste Maßstäbe der Wahrhaftigkeit an den Tag legen.“ Folglich müssen wir uns heute alle diesbezüglich selbst überprüfen, denn es sind genau diese hohen Maßstäbe der Wahrhaftigkeit, die in jedem Augenblick unseres Lebens die Garanten für Erfolg sind und uns die Wege für Tabligh [Verbreitung der Botschaft des Islam] öffnen. Als Hadhrat Musleh Mau’udRA das reine Leben des Gesandten AllahsSAW in einer Khutba erwähnte, schrieb oder sagte er: Wir sehen am Heiligen ProphetenSAW, dass selbst seine Feinde seine Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit eingestanden und keinerlei diesbezügliche Vorwürfe gegen ihn erheben konnten. Vielmehr bezeugten selbst seine erbittertsten Feinde seine Reinheit und Makellosigkeit.
Das Zeugnis der Feinde in Mekka
So versammelte man sich einst in Mekka, um zu beraten, was man den Leuten, die von außerhalb in die Stadt kämen und nach MuhammadSAW fragen würden, antworten solle. Man sagte: Lasst uns eine gemeinsame Antwort formulieren, damit wir uns nicht in Widersprüche verstricken. Wir geraten ohnehin schon in Verruf, weil der eine dies und der andere das sagt. Beschließt daher eine einheitliche Aussage für diejenigen, die zur Pilgerfahrt anreisen. Daraufhin schlug einer vor: „Sagen wir einfach, dass er gewohnheitsmäßig lügt und alles, was er spricht, erlogen ist.“
Als ein Mann namens Nadr bin Harith dies hörte, stand er auf und entgegnete: „Das dürft ihr nicht sagen. Wenn ihr das sagt, wird es euch niemand glauben. Die Leute werden erwidern: ‚MuhammadSAW hat seine ganze Jugend unter euch verbracht. Damals galt er bei euch als der frommste, ehrlichste und vertrauenswürdigste Mensch. Und nun, da sein Haar an den Schläfen ergraut ist und er euch diese Lehre – die Lehre des Islam – gebracht hat, behauptet ihr plötzlich, er sei ein Lügner?‘ Bei Gott, unter diesen Umständen kann er unmöglich ein Lügner sein.“ Auf die Erwiderung dieses Mannes hin sahen alle ihren Fehler ein und begannen, sich statt dieses Vorwurfs etwas anderes auszudenken. Welch eine treffende Wahrheit dieser Mann doch aussprach! Hätten sie dem Heiligen ProphetenSAW zuvor jemals eine Lüge nachsagen können, hätte man ihnen nun vielleicht Glauben geschenkt. Doch wenn sie ihn sein ganzes bisheriges Leben lang als wahrhaftig bezeichnet hatten – wer würde dann plötzlich einem solchen Lügenvorwurf Glauben schenken?
Wahrhaftigkeit unter allen Umständen
Ähnlich verhielt es sich, als Herakleios Abu Sufyan bezüglich des Heiligen ProphetenSAW fragte, ob dieser jemals gelogen habe. Abu Sufyan antwortete: „Bis heute hat er nicht gelogen.“ Später erklärte er, er habe den Zusatz „bis heute“ bewusst gewählt, um den Verdacht zu säen, er könne es womöglich in Zukunft tun. Ein anderes Mal bestieg der Heilige ProphetSAW einen Berg und rief die Menschen zusammen. Ich habe diese Begebenheit bereits früher erzählt, doch nun erwähne ich sie im Kontext der Wahrhaftigkeit. Als sie sich versammelt hatten, fragte er: „Wenn ich euch berichten würde, dass sich in jenem Tal eine Armee versammelt hat, die euch angreifen will, würdet ihr mir glauben?“ Sie antworteten: „Ja, wir würden es glauben“ – und das, obwohl sich unbemerkt von den Mekkanern unmöglich eine derart große Armee so nah hätte versammeln können.
Dass diese Leute bereit waren, eine solch scheinbar unmögliche Sache allein aufgrund seiner Worte zu glauben, zeigt, wie unerschütterlich sie von seiner Ehrlichkeit überzeugt waren. Sie hielten es für schlichtweg unmöglich, dass er lügen oder sie täuschen könnte. In diesem Zusammenhang führte er weiter aus: Was genau war es am Heiligen ProphetenSAW, das auf seine Gegner eine solche Wirkung ausübte? Anfänglich war es nicht der Heilige Qur’an, der sie beeindruckte. Die qur’anische Lehre an sich brachte sie nicht dazu, danach zu handeln oder das Bai’at abzulegen. Vielmehr war es das bisheriges Leben von MuhammadSAW. Er hatte stets unter ihnen gelebt; es waren seine Ehrlichkeit, seine Wahrhaftigkeit, seine Aufrichtigkeit und seine Güte, die eine solch tiefgreifende Wirkung zeigten. Bevor er seinen Anspruch erhob, hatte er ihnen den Götzendienst nicht verboten, da es dafür noch kein göttliches Gebot gab – doch er selbst war nie ein Götzendiener gewesen. Es war die absolute Vortrefflichkeit seiner Handlungsweise, die auf sie wirkte, und dieser Eindruck arbeitete innerlich in ihnen.
Vorbildliches Handeln als Grundlage des Erfolgs
Seine Rechtschaffenheit und sein Vorbild hatten eine Wirkung auf die Menschen, und sie konnten sich dem nicht entziehen. Wie ich bereits in der eben erwähnten Begebenheit schilderte, als er in Mekka auf den Berg stieg und fragte, ob sie ihm den Angriff einer feindlichen Armee glauben würden: Obwohl es unmöglich war, sagten die Menschen, sie würden ihm glauben, weil sie wussten, dass er nie etwas Unwahres gesagt hatte. Sie sagten: „Wir haben dich noch nie lügen hören, du warst immer ehrlich und hast stets die Wahrheit gesprochen, weshalb wir auch dies glauben werden.“ Daraufhin entgegnete er: „Gut, wenn dem so ist, dann verkünde ich euch nun eine weitere gewaltige Wahrheit: Gott ist Einer, und Schirk ist eine üble Sache. Betet den einen Gott an und lasst vom Schirk ab, sonst wird euch eine Strafe ereilen.“ Diese Aussage hinterließ bei ihnen keine Wirkung. Sein Leben, seine Taten, seine Wahrhaftigkeit, seine Aufrichtigkeit und seine Güte hatten sie zwar beeindruckt, aber als er diesen Anspruch erhob, blieb dies wirkungslos und sie lehnten es ab.
Tatsache ist also: Das Vorbild und Handeln einer Person müssen so beschaffen sein, dass sie die Mitmenschen beeindrucken. Ist dies gegeben, schafft Allah der Erhabene zu gegebener Zeit die Voraussetzungen dafür, dass sich die Wege für Tabligh öffnen. Und ebendiese Menschen, die zuvor Gegner waren, finden dann Zuflucht im Schoß des Islam und fangen an, den wahren Islam kennenzulernen. Der Verheißene MessiasAS führt hierzu aus: Genauso bescherte Gott unserem geliebten Meister, dem Heiligen Propheten des letzten ZeitaltersSAW, der der Größte der Gottesfürchtigen war, auf mannigfache Art Erfolg und Unterstützung, wobei auch er anfangs, so wie Hadhrat MosesAS und Hadhrat JesusAS, die Bürde der Auswanderung auf sich nahm. Doch eben diese Auswanderung trug letztlich den Sieg und die Unterstützung in sich. Also, o Freunde, seid gewiss, dass jemand, der gottesfürchtig ist, niemals zugrunde geht! Wenn sich zwei Parteien anfeinden und in ihrer Feindseligkeit maßlos werden, dann wird derjenigen Partei, die in den Augen Gottes gottesfürchtiger und frommer ist, himmlische Unterstützung zuteil, sodass durch himmlische Entscheidungen religiöse Konflikte gelöst werden.“
Gemeint ist, dass religiöse Konflikte geschlichtet werden. „Seht, in welchem Zustand der Schwäche unser Heiliger Prophet MuhammadSAW in Mekka erschien und welche höchste Stellungen Ungläubige wie Abu Jahal innehatten und hunderttausende von Menschen zu seinen Erzfeinden wurden. Was war es dann, das letztendlich unserem ProphetenSAW Triumph und Sieg zuteilwerden ließ? So seid euch sicher, dass dies nur seine Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, sein reiner Charakter und seine Ehrlichkeit waren.“ Also wodurch diese Erfolge erzielt wurden. Ferner sagt erAS: „Der allmächtige Gott richtet das Wort an den Heiligen Propheten MuhammadSAW und sagt:
وَإِنَّكَ لَعَلَىٰ خُلُقٍ عَظِيمٍ
Das bedeutet: ‚Und du besitzest ganz sicherlich hohe moralische Eigenschaften.‘ Nach der oben ausgeführten Erläuterung heißt dies in Bezug auf den Propheten, dass er in seiner Person alle Eigenschaften hoher Moral vereinigt, wie zum Beispiel Großzügigkeit, Mut, Gerechtigkeit, Güte, Wahrhaftigkeit, Großmut und so weiter. Kurz, alle Eigenschaften, die dem Menschen innewohnen – Höflichkeit, Bescheidenheit, Redlichkeit, Großzügigkeit, Eifer, Standhaftigkeit, Keuschheit, Frömmigkeit, Mäßigkeit, Mitleid oder Erbarmen, Tapferkeit, Großmut, Vergebung, Geduld, Güte, Wahrhaftigkeit, Treue – alle diese sind natürliche, physische Zustände, werden aber bei richtiger Anwendung – durch Vernunft und Überlegung geleitet – moralische Zustände genannt.“
Die Umsetzung der Moral im Alltag
Moral bedeutet also nicht bloß, jemandem freundlich zu begegnen oder ihn mit dem Friedensgruß zu grüßen. Vielmehr ist es gemäß dem Vorbild des Heiligen ProphetenSAW so, dass die Umsetzung all dieser Tugenden im Umgang mit den Mitmenschen die wahren hohen moralischen Maßstäbe darstellt, denen Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Der Heilige ProphetSAW wurde in die Welt gesandt, um die Wahrheit zu verbreiten. Aus diesem Grund ermahnte er auch diejenigen, die an ihn glaubten, stets dazu, an der Wahrheit festzuhalten.
So wird in einer Überlieferung berichtet, dass Hadhrat Abdullah bin Mas’ud sagte: „Der Gesandte AllahsSAW sprach: ‚Haltet euch an die Wahrheit, denn die Wahrheit führt zur Tugendhaftigkeit, die zum Paradies führt. Der Mensch sagt die Wahrheit und versucht, die Wahrheit zu sagen, sodass er sogar bei Allah als wahrhaftig niedergeschrieben wird. Ihr sollt euch vor der Lüge schützen, denn sie führt zu Sündhaftigkeit und diese führt unmittelbar in die Hölle. Ein Mensch lügt und gewöhnt sich daran, sodass er sogar bei Allah als Lügner erklärt wird. Und wer als Lügner deklariert wird, wandert ins Feuer.‘“
Dies ist wahrlich ein Zustand, der Furcht einflößen sollte. Es wird von Hadhrat Abdullah überliefert, der dies auf den Heiligen ProphetenSAW zurückführt: „Wahrlich, die Lüge ist unter keinen Umständen zulässig, weder im Ernst noch im Scherz.“ Manche Leute sagen als Ausrede: Ich habe doch nur einen Scherz gemacht, als ich gelogen habe. Dies ist nicht einmal als Scherz erlaubt. Ebenso darf es nicht vorkommen, dass jemand seinem eigenen Kind ein Versprechen gibt und dieses dann nicht erfüllt. Zweifellos führt die Wahrhaftigkeit zur Tugend, und die Tugend führt ins Paradies. Die Lüge hingegen verleitet unweigerlich zum Bösen, und das Böse führt ins Feuer, also in die Hölle. Über einen wahrhaftigen Menschen wird gesagt, er habe die Wahrheit gesprochen und Gutes getan, während über einen Lügner gesagt wird, er habe gelogen und Schlechtes getan.
Die befreiende Kraft der Wahrhaftigkeit
Allama Razi zitiert in seiner Exegese zur Sure At-Taubah den Vers 119:
یٰۤاَیُّہَا الَّذِیۡنَ اٰمَنُوا اتَّقُوا اللّٰہَ وَکُوۡنُوۡا مَعَ الصّٰدِقِیۡنَ
„O die ihr glaubt, fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaftigen.“ In der Auslegung hierzu berichtet Allama Razi, dass ein Mann zum Heiligen ProphetenSAW kam und sagte: O Gesandter AllahsSAW, ich bin zwar ein Mensch, der sich von seinen Lastern befreien möchte, aber ich trinke sehr gerne Alkohol, begehe Zina [Unzucht], stehle und lüge für mein Leben gern. Diese Gewohnheiten sind in mir sehr tief verwurzelt. Die Leute sagen, dass Sie all diese Dinge für haram [verboten] erklären. Ich möchte nun zwar den Glauben annehmen, aber Sie sagen, dass diese Dinge verboten seien, und in mir sind sie derart stark ausgeprägt, dass mir die Kraft fehlt, all diese aufzugeben. Wenn Sie sich auf eine einzige Sache beschränken und mir etwas nennen, das ich aufgeben soll, so werde ich an Sie glauben.
ErSAW antwortete: „In Ordnung, gib das Lügen auf.“ Der Mann versprach dies und nahm den Islam an. Als er dann vom Heiligen ProphetenSAW fortging, wurde ihm Alkohol angeboten. Er dachte sich: Wenn ich trinke und der Gesandte AllahsSAW mich später danach fragt und ich lüge, werde ich vertragsbrüchig sein. Sage ich aber die Wahrheit, so wird die Strafe an mir vollzogen. Daraufhin ließ er vom Alkohol ab. Später bot sich ihm die Gelegenheit zur Zina. Wieder gingen ihm diese Gedanken durch den Kopf, und er unterließ auch dies, ebenso wie das Stehlen. Schließlich kehrte er zum Gesandten AllahsSAW zurück und sagte: Was Sie getan haben, war wahrhaft vortrefflich. Als Sie mir das Lügen verboten, schlossen sich für mich automatisch die Türen zu allen anderen Sünden.“ Auf diese Weise wandte er sich von jedem Übel ab und bereute aufrichtig.
Das Zeugnis von Hadhrat Abu BakrRA
Über die Annahme des Islam durch Hadhrat Abu Bakr berichtet die Mutter der Gläubigen, Hadhrat Umme Salama: Hadhrat Abu Bakr war ein enger und aufrichtiger Freund des Heiligen ProphetenSAW. Als dieserSAW berufen wurde, kamen Leute von den Quraisch zu Hadhrat Abu Bakr und sagten: O Abu Bakr, dein Gefährte ist verrückt geworden – Gott bewahre. Hadhrat Abu Bakr fragte: Was ist mit ihm geschehen? Die Leute antworteten: Er ruft in der Masjid al-Haram zum Tauhid, also Monotheismus, und behauptet, er sei ein Prophet. Hadhrat Abu Bakr fragte: Hat er das gesagt? Die Leute entgegneten: Ja, und er verkündet dies in der Masjid al-Haram.
Daraufhin begab sich Hadhrat Abu Bakr zum Heiligen ProphetenSAW, klopfte an dessen Tür und bat ihn herauszukommen. Als erSAW vor ihn trat, fragte Hadhrat Abu Bakr: O Abul Qasim, was ist mir da über Sie zu Ohren gekommen? Der Heilige ProphetSAW fragte: »O Abu Bakr, was hast du über mich gehört?« Hadhrat Abu Bakr antwortete: »Mir wurde berichtet, dass Sie zum Glauben an die Einheit Allahs aufrufen und beanspruchen, der Gesandte Allahs zu sein. Der Heilige ProphetSAW sagte: Ja, o Abu Bakr. Wahrlich, mein Herr, der Mächtige und Erhabene, hat mich als Bringer froher Botschaft und als Warner auserkoren; Er hat mich als Antwort auf das Gebet Ibrahims erweckt und mich für die gesamte Menschheit entsandt.
Daraufhin sagte Hadhrat Abu Bakr zu ihmSAW: Bei Allah, ich habe Sie niemals lügen sehen. Sie sind aufgrund Ihrer außerordentlichen Zuverlässigkeit, Ihrer Wahrung der Verwandtschaftsbande und Ihrer edlen Taten zweifellos des Prophetentums am würdigsten. Strecken Sie Ihre Hand aus, damit ich Ihnen das Bai’at [Treueeid] leiste. Da streckte der Gesandte AllahsSAW seine Hand aus, und Hadhrat Abu Bakr legte das Bai’at ab, bestätigte seine Wahrhaftigkeit und bezeugte, dass seine Botschaft die Wahrheit sei. Bei Allah, Hadhrat Abu Bakr zögerte nicht den Bruchteil einer Sekunde und hegte keinerlei Zweifel, als der Gesandte AllahsSAW ihn zum Islam einlud.
Der Verheißene MessiasAS führt hierzu aus: Als der Heilige ProphetSAW seinen Anspruch auf das Prophetentum verkündete, befand sich Hadhrat Abu Bakr auf einer Reise nach Syrien. Er war noch auf dem Rückweg, als er unterwegs einen Mann traf. Er fragte ihn nach der Lage in Mekka und bat ihn um Neuigkeiten. Es ist ein natürlicher Vorgang, dass ein Mensch, der von einer Reise zurückkehrt und einen Landsmann trifft, ihn nach den Verhältnissen in der Heimat fragt. Der Mann antwortete: Die große Neuigkeit ist, dass dein Freund MuhammadSAW Anspruch auf das Prophetentum erhoben hat. Als er dies hörte, sagte er sogleich: Wenn er diesen Anspruch erhoben hat, dann ist er zweifellos wahrhaftig. Daran lässt sich ermessen, welch enormes Vertrauen er in ihn setzte.
Er hielt es nicht für nötig, auch nur nach einem einzigen Wunder zu fragen. Die Wahrheit ist ohnehin, dass nur derjenige ein Wunder einfordert, der mit der Situation nicht vertraut ist, bei der eine gewisse Distanz herrscht und der bloß zur eigenen Beruhigung danach verlangt. Wer jedoch keinerlei Zweifel in sich trägt, wozu bedarf der noch eines Wunders? Kurz gesagt: Hadhrat Abu Bakr nahm den Glauben schon unterwegs an, nachdem er die bloße Nachricht vernommen hatte. Und als er in Mekka eintraf, begab er sich zum Heiligen ProphetenSAW und fragte: Haben Sie den Anspruch auf das Prophetentum erhoben? Der Heilige ProphetSAW antwortete: Ja, das ist richtig. Daraufhin sagte Hadhrat Abu Bakr Siddiq: Seien Sie mein Zeuge, dass ich der Erste bin, der Sie bestätigt.
An anderer Stelle führte erAS wie folgt aus, dass es ein großes Privileg sei, diese [Wahrheit] zu erkennen. Wer dies nicht gleich zu Beginn erkenne, besitze keine wirkliche Fähigkeit oder Vortrefflichkeit. Wer gleich zu Beginn die Botschaft hört, sie annimmt und das Bai’at ablegt, ist ein wahrhaft fähiger Mensch; dies zeugt tatsächlich von seiner glückseligen Natur. Wer jedoch Ausflüchte sucht und diskutiert, beweist weder Fähigkeit noch Tugend. Wenn Gott der Erhabene [die Wahrheit] erst einmal offengelegt hat, sprechen schließlich selbst Steine und Bäume. Das bedeutet: Wenn alles völlig offensichtlich wird, sich sämtliche Zeichen erfüllen und man erst dann glaubt – nun, dann nimmt es ohnehin jeder an. Weit ehrenhafter ist jener, der als Erster den Glauben annimmt – so wie Hadhrat Abu Bakr. Er verlangte kein Wunder, und er nahm den Glauben an, bevor er den Anspruch überhaupt aus dem Mund des Heiligen ProphetenSAW gehört hatte.
Es ist überliefert, dass Hadhrat Abu Bakr auf einer Geschäftsreise war. ErAS schilderte das gesamte Ereignis: wie er unterwegs einen Mann traf, ihn nach Neuigkeiten fragte, und dieser berichtete, dass sein Freund das Prophetentum beansprucht habe. Und wie Hadhrat Abu Bakr daraufhin sofort erklärte: Wenn er das Prophetentum beansprucht hat, dann ist er wahrhaftig. ErAS führt weiter aus: Betrachtet nun genau: Hadhrat Abu Bakr verlangte in jenem Moment weder ein Zeichen noch ein Wunder, sondern glaubte auf das bloße Hören hin. Er hatte den Anspruch nicht einmal aus dem Mund des Heiligen ProphetenSAW selbst vernommen, sondern aus dem Mund eines Dritten, und erkannte ihn dennoch sofort als wahr an. Welch ein gewaltiger Glaube dies doch ist! Er hörte die Nachricht lediglich im Namen des Heiligen ProphetenSAW und schloss die Möglichkeit einer Lüge von vornherein völlig aus. Sobald er von seinem Anspruch mitbekam, glaubte er an ihn, weil er zutiefst wusste, dass der Heilige ProphetSAW niemals lügen konnte. Seht, Hadhrat Abu Bakr forderte kein Zeichen. Genau dies war der Grund, weshalb er den Titel „Siddiq“ erhielt – einer, der ganz und gar von Wahrheit erfüllt ist. Es genügte ihm, das Gesicht zu sehen, um zu erkennen, dass dies kein Lügner war. Daher ist es keine schwierige Aufgabe, die Wahrhaftigen zu erkennen und sie zu akzeptieren; ihre Zeichen offenbaren sich ohnehin von selbst.
Das Zeugnis von Hadhrat KhadijaRA und Abu Talib
Hadhrat Khalifatul Masih I.RA erklärte hierzu an einer Stelle: Ich kann das Zeugnis von Khadija nicht übergehen, das sie in der Frühzeit des prophetischen Anspruchs des Heiligen ProphetenSAW ablegte. Als der Heilige ProphetAS den göttlichen Ruf vernahm und erkannte, dass die ganze Welt sich dieser Botschaft widersetzen würde, wandte er sich an sie und sagte: Khadija, ich fürchte um mein Leben. Daraufhin antwortete sie: Seien Sie froh. Bei Allah, niemals wird Allah Sie in Schande geraten lassen. Hadhrat Khadija wollte damit zum Ausdruck bringen: Mögen die Leute reden, was sie wollen – seien Sie froh. Wenn dies der Fall ist, wird Allah Sie niemals demütigen. Denn Sie pflegen stets die Verwandtschaftsbande, Sie sprechen die Wahrheit, Sie nehmen den Kummer der Leidenden auf sich, Sie beschenken die Bedürftigen, Sie sind äußerst gastfreundlich und helfen bei guten Werken immer wieder mit. Bedenkt wohl, so sagte Hadhrat Khalifatul Masih I.: Bedenkt wohl, was für ein gewaltiges Zeugnis diese fünfundfünfzigjährige Dame ablegt, die aus seiner eigenen Stadt und seinem eigenen Volk stammte und seit fünfzehn Jahren mit ihm verheiratet war! Dieses Zeugnis von Khadija, ausgesprochen in einem Moment, da er zutiefst betrübt und beunruhigt war, verdient Beachtung. Wäre er nicht im Besitz all dieser erhabenen Eigenschaften gewesen, hätte diese Aussage Khadijas ihm in jener Stunde unmöglich Trost spenden können.
Als die Belagerung im Tal von Abu Talib in ihr drittes Jahr ging, offenbarte Allah der Erhabene dem Heiligen ProphetenSAW das Wissen, woraufhin dieser seinen Onkel Abu Talib informierte: Der Vertragstext über den Boykott der Banu Hashim, der in der Kaaba aufgehängt worden war, sei bis auf die Erwähnung Allahs vollständig von Termiten zerfressen worden. Abu Talib hatte ein derart unerschütterliches Vertrauen in das Wort des Gesandten AllahsSAW, dass er zunächst zu seinen Brüdern ging, ihnen von dieser Aussage berichtete und schwor: Bei Gott, MuhammadSAW hat mich bis zum heutigen Tag noch nie belogen. Daraufhin begaben sie sich gemeinsam zu den Anführern der Quraisch und traten vor sie: Mein Neffe hat mir dies berichtet – und er hat mich in seinem ganzen Leben noch nie belogen: Allah hat Termiten auf euren Vertrag angesetzt, und sie haben alles darin aufgefressen, bis auf die Erwähnung Allahs. Wenn mein Neffe die Wahrheit sagt, müsst ihr den Beschluss eures Boykotts aufheben. Sollte er sich jedoch als Lügner erweisen, so werde ich ihn euch ausliefern. Dann könnt ihr ihn töten oder am Leben lassen, ganz wie es euch beliebt. Sie erwiderten: Das ist ein überaus gerechter Vorschlag. Als sie daraufhin den Vertrag überprüften, war er exakt so, wie der Heilige ProphetSAW es beschrieben hatte. Die Quraisch standen zutiefst beschämt vor ihrem Volk da.
Anerkennung der Wahrhaftigkeit durch Gegner
Die Quraisch entsandten einst einen ihrer Anführer namens Utba als Vertreter zum Heiligen ProphetenSAW. Dieser sagte: Warum beleidigst du unsere Götter und erklärst unsere Vorväter für irregeleitet? Was immer du dir auch wünschst, wir werden es dir erfüllen. Lass einfach ab von diesen Dingen. Der Heilige ProphetSAW hörte sich all diese Worte mit großer Geduld und schweigend an. Als Utba geendet hatte, rezitierte erSAW einige Verse aus der Sure Ha-Mim As-Sajdah. Als er an den Vers kam: „Ich habe euch gewarnt vor einem Unheil, gleich dem Unheil, das die ʿĀd und die Ṯamūd (erreichte).“, unterbrach Utba ihn, bat ihn aufzuhören, erhob sich und kehrte zu seinen Gefährten zurück. Er trat vor die Quraisch und sagte: Ich weiß genau: Wenn MuhammadSAW etwas sagt, dann lügt er unter keinen Umständen. Ich habe furchtbare Angst, dass diese Strafe über euch hereinbrechen könnte.
Auch von Abu Jahl liegt ein solches Zeugnis vor. Hadhrat AliRA berichtete, dass Abu Jahl zum Heiligen ProphetenSAW sagte: Wir bezichtigen nicht dich der Lüge, sondern wir verwerfen das, was du gebracht hast. Das heißt: Wir lehnen deine Religion ab. In einer Überlieferung heißt es, dass Akhnas bin Shariq am Tag von Badr auf Abu Jahl traf. Er sagte zu ihm: O Abul Hakam, hier sind nur wir beide, niemand sonst kann unsere Worte hören. Sag mir ganz aufrichtig die Wahrheit über Muhammad: Sagt er die Wahrheit, oder lügt er? Abu Jahl schwor: Bei Allah, MuhammadSAW sagt gewiss die Wahrheit. Muhammad hat in seinem Leben niemals gelogen.
Hadhrat Musleh Mau’udRA erklärte diesen Sachverhalt an einer Stelle und sagte: Hatten die Feinde von Muhammad, dem Gesandten AllahsSAW, ihren Propheten denn nicht erkannt, dass sie ihn leugneten? Es ist doch zutiefst verwunderlich: Vierzig Jahre lang hatten sie Muhammad, den Gesandten AllahsSAW beobachtet. Sie waren direkte Augenzeugen seines edlen Charakters und seiner Gewohnheiten gewesen und hatten aufgrund ihrer eigenen Beobachtungen zweifellos anerkannt, dass MuhammadSAW ein überaus rechtschaffener Mensch war. Doch in dem Moment, als eben dieser rechtschaffene Mensch verkündete: „Ich bin von Gott zu eurer Rechtleitung entsandt worden“, erhoben sie sich voller Feindschaft gegen ihn. Hätte ein völlig Fremder diese Behauptung aufgestellt, hätte man dies womöglich entschuldigen können, indem man dachte: Da dieser Mensch MuhammadSAW nicht gesehen hat, wirft er ihm fälschlicherweise vor, eine Lüge gegen Gott ersonnen zu haben. Aber wie war es überhaupt möglich, dass die Einwohner Mekkas, vor denen das gesamte Leben Muhammads, des Gesandten AllahsSAW, wie ein offenes Buch lag, ihn plötzlich als Lügner bezeichneten? Wie konnten sie ihn einen Lügner nennen, wo sie in ihren Herzen doch ganz genau wussten, dass er absolut wahrhaftig war?
Abu Jahl war ein erbitterter Feind von Muhammad, dem Gesandten AllahsSAW – ein Zeugnis dafür wurde gerade erwähnt –, doch selbst er musste bei einer Gelegenheit zugeben, wie Hadhrat Musleh Mau’udRA berichtet: Wir bezeichnen dich nicht als Lügner, sondern wir verwerfen lediglich die Lehre, die du uns vorbringst. Das bedeutet, dass nicht einmal das verhärtete Herz eines so bösartigen und finsteren Feindes wie Abu Jahl es übers Herz brachte, Muhammad, den Gesandten AllahsSAW, einen Lügner zu nennen. Sein eigenes Gewissen hätte ihn wohl scharf getadelt und sein Herz hätte heftig gepocht bei dem Gedanken: Welch abscheuliche Tat begehe ich da! Daher suchte er nach einer billigen Ausrede und behauptete: Ich verwerfe ja bloß die Lehre von MuhammadSAW. Dich selbst bezeichne ich doch gar nicht als Lügner. Dies entspricht der Redewendung, dass die Ausrede für die Sünde wahrlich schlimmer ist als die Sünde selbst. Dennoch lässt sich daraus ermessen, welch immensen Eindruck seine Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit selbst in den Herzen seiner feindseligsten Gegner hinterlassen hatte.
Umayya bin Khalaf war ebenfalls einer seiner erbittertsten Feinde, doch bei einer Gelegenheit entwichen auch ihm die Worte: „Bei Gott, wenn MuhammadSAW etwas sagt, dann spricht er nur die Wahrheit, er lügt niemals.“ Man sagt, wahre Magie sei jene, die unübersehbar für sich selbst spricht. Welch gewaltige spirituelle Kraft ging von MuhammadSAW aus, dass er selbst seine schlimmsten Feinde dazu brachte, seine Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit bedingungslos anzuerkennen!
Die Wirkung des prophetischen Antlitzes
Hadhrat Abdullah bin Salam berichtete: Als der ProphetSAW nach Medina kam, eilten die Menschen in Scharen herbei und riefen: Der Gesandte AllahsSAW ist angekommen! Der Gesandte AllahsSAW ist angekommen! Der Gesandte AllahsSAW ist angekommen! Dreimal wurde dies voller Freude gerufen. Er erzählte weiter: Auch ich mischte mich unter die Leute, um ihn zu sehen. Als ich sein Gesicht sorgfältig betrachtete, erkannte ich sofort: Dies ist unmöglich das Gesicht eines Lügners. Das Erste, was er verkündete und was ich aus seinem Mund vernahm, war: „O ihr Menschen, verbreitet den Friedensgruß, speist die Hungernden, pflegt die Verwandtschaftsbande und betet in der Nacht, wenn die Menschen schlafen; so werdet ihr in Frieden in das Paradies eingehen.“
Auch die Juden aus Medina legten ein solches Zeugnis ab. Es gab ein Beistandsabkommen zwischen den Muslimen und dem jüdischen Stamm der Banu Quraiza. Während der Grabenschlacht suchte Huyayy bin Akhtab, der Anführer der Banu Nadir, Ka’b bin Asad Al-Qurazi, den Anführer der Banu Quraiza, auf. Er versuchte ihn inständig dazu zu überreden, den Vertrag mit den Muslimen zu brechen und den Quraisch zu helfen, um den Muslimen eine vernichtende Niederlage beizubringen. In diesem Moment rief Ka’b bin Asad, der Anführer der Banu Quraiza und eigentlich ein Feind der Muslime, aus: Ich habe mit Muhammad einen festen Vertrag geschlossen, und ich werde diesen Vertrag unter gar keinen Umständen brechen, denn ich habe bei ihm niemals etwas anderes als Treue und Wahrhaftigkeit erlebt.
Die Ernsthaftigkeit der Wahrhaftigkeit
Ebenso existiert eine Überlieferung von Ubaid bin Umair. Er berichtete, er habe heard gehört, wie ein Mann zu Hadhrat Ibn Umar sagte: „Hast du den Gesandten AllahsSAW nicht sagen hören: ‚Ich mache zwar Scherze, aber auch darin sage ich stets die Wahrheit‘?“ Er antwortete: „Ja.“ Bahz bin Hakim überliefert von seinem Großvater, dass er den Gesandten AllahsSAW sagen hörte: Wehe dem, der spricht und dabei lügt, nur um die Leute zum Lachen zu bringen. Wehe ihm, wehe ihm. ErSAW verbot also selbst die allergeringste Form der Lüge aufs Strengste und sprach eine unmissverständliche Warnung aus.
Hadhrat Abdullah bin Amr überliefert: Alles, was ich vom Heiligen ProphetenSAW hörte, pflegte ich sogleich aufzuschreiben, da ich es in meinem Gedächtnis bewahren wollte. Die Quraisch hielten mich jedoch davon ab und sagten: Schreibst du etwa alles auf, was du hörst, wo der Gesandte AllahsSAW doch auch nur ein Mensch ist? Er spricht schließlich sowohl im Zustand des Zorns als auch in der Freude. Daraufhin hörte ich auf, mitzuschreiben. Später erwähnte ich diesen Umstand gegenüber dem Gesandten AllahsSAW. Da zeigte erSAW mit seinem Finger auf seinen Mund und sprach: Schreibe es auf! Bei Dem, in Dessen Hand mein Leben liegt, aus diesem Mund kommt nichts anderes als die Wahrheit und das Recht. Aus diesem Mund entströmen nur Wahrheit und Recht, deshalb kannst du es aufschreiben. Mit äußerster Feinfühligkeit und Präzision pflegte erSAW vor der Lüge zu warnen. Dies wurde zuvor schon thematisiert.
In einer Überlieferung berichtet Hadhrat Abdullah bin Aamir: Eines Tages rief mich meine Mutter zu sich, während der Gesandte AllahsSAW gerade in unserem Haus zu Gast war. Meine Mutter sagte zu mir: Komm her, ich werde dir etwas geben. Der Gesandte AllahsSAW wandte sich an sie und fragte: Was hast du vor, ihm zu geben? Sie antwortete: Ich werde ihm eine Dattel geben. Da sagte der Gesandte AllahsSAW zu ihr: Hättest du ihm nichts gegeben, so wäre dir eine Lüge aufgeschrieben worden. Welch ein präziser Maßstab!
Die Erziehung der Gemeinde zur Wahrhaftigkeit
Hadhrat Musleh Mau’udRA führt aus: Der persönlicher Rang des Heiligen ProphetenSAW in Bezug auf die Wahrheit war derart überragend, dass sein eigenes Volk ihm den Namen „Siddiq“ verlieh. Er pflegte auch seine Jamaat [Gemeinschaft] unablässig dazu zu ermahnen, beharrlich auf der Wahrheit zu fußen. Sein eigener Rang war unvergleichlich, doch er ermahnte auch die Jamaat, bei der Wahrheit zu bleiben, und er bemühte sich unermüdlich, sie auf eine derart hohe Stufe der Wahrhaftigkeit zu erheben, die von jeglichem noch so kleinen Anflug einer Lüge absolut rein war. Er pflegte zu betonen, dass allein die Wahrheit zur Rechtschaffenheit führt und die Rechtschaffenheit den Menschen in das Paradies bringt; und das wahre Maß der Wahrhaftigkeit bestehe darin, dass der Mensch unentwegt die Wahrheit spricht, bis er selbst vor den Augen Gottes als wahrhaftig gilt.
Einmal wurde ein Gefangener zum Heiligen ProphetenSAW gebracht, der den Tod vieler Muslime verschuldet hatte. Hadhrat Umar war der festen Überzeugung, dieser Mann verdiene den Tod, und blickte wiederholt in das Gesicht des Gesandten AllahsSAW in der Hoffnung, dieser möge ihm ein Zeichen zur Hinrichtung geben. Als der Mann schließlich aufstand und wegging, sagte Hadhrat Umar: O Gesandter AllahsSAW, dieser Mann hatte doch den Tod verdient. ErSAW antwortete: Wenn er den Tod verdiente, warum hast du ihn dann nicht getötet? Hadhrat Umar erwiderte: O Gesandter Allahs, hätten Sie mir nur mit den Augen ein winziges Zeichen gegeben, hätte ich es sofort getan. Daraufhin antwortete erSAW: Ein Prophet ist kein Betrüger. Wie hätte ich mit dem Mund freundliche Worte an ihn richten und dir gleichzeitig mit den Augen heimlich ein Zeichen geben können, ihn zu töten? Das ist unmöglich. Das wäre reinster Betrug, und so etwas wird bei mir niemals vorkommen.
ErSAW etablierte also Maßstäbe der Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit, die selbst seine Feinde unweigerlich anerkennen mussten, und gleichzeitig schärfte er seinen Anhängern ein, ebendiese höchsten Standards zu erreichen. Daher ist es heute die Pflicht eines jeden Ahmadi, sich selbst zu prüfen, um festzustellen, wie es um unsere eigenen Wahrhaftigkeitsstandards steht, und unsere vorhandenen Schwächen auszuräumen. Möge Allah der Erhabene uns die Fähigkeit dazu verleihen.
Nachruf auf Shahida Ahmad Sahiba
Nach dem rituellen Gebet werde ich zudem ein Totengebet in Abwesenheit leiten. Es ist für Shahida Ahmad Sahiba, die Ehefrau von Mirza Naseem Ahmad Sahib. Sie verstarb in den vergangenen Tagen im Alter von 91 Jahren. اِنَّا لِلّٰہِ وَاِنَّاۤ اِلَیۡہِ رٰجِعُوۡنَ [Wahrlich Allahs sind wir und zu Ihm kehren wir heim.]
Die Verstorbene war Musia [d. h. sie hatte Wasiyyat gemacht]. Sie war eine Enkelin des Verheißenen MessiasAS, die Tochter von Hadhrat Nawab Abdullah Khan Sahib und Hadhrat Sahibzadi Amatul Hafeez Begum Sahiba. Sie hinterlässt vier Söhne. Ihr ältester Sohn, Numan, schreibt: Jeder erzählt mir, dass sie ihn oder sie ganz besonders geliebt hat. Sie pflegte einen äußerst herzlichen und freundlichen Umgang mit den Menschen. Bezüglich des Familienlebens berichtet er, dass es stets ihr größter Wunsch war, dass das Haus voller Menschen sei, und dass sie eine große Leidenschaft für Gastfreundschaft hegte. Sie bedauerte oft und sagte: Wenn ich nur die Möglichkeit dazu hätte, würde ich das Haus noch weiter vergrößern, damit ständig Gäste einkehren könnten und stets genügend Zimmer für sie bereitstünden.
Ebenso schrieb ihr jüngster Sohn Rizwan, dass sie im Besitz großartiger Charaktereigenschaften war. Nun, nach ihrem Tod, treffen Nachrichten von unzähligen Menschen ein – von Arm und Reich, von Groß und Klein –, die schildern, wie sie ihre Zuneigung unterschiedslos mit allen teilte und tiefgehende persönliche Beziehungen aufbaute. Ihr offenes, liebevolles Wesen fand mühelos den Weg in die Herzen der Menschen. Besonders denjenigen, die aus irgendeinem Grund in Schwierigkeiten oder Nöten steckten, wandte sie sich mit außergewöhnlicher Fürsorge zu. Sie stand ausnahmslos auf der Seite der Schwachen. Er schreibt, sie pflegte auch ihnen als Kindern immer wieder einzuschärfen: Unterstützt stets die Schwachen. Sie besaß zudem eine immense Willenskraft und großen Mut – das habe ich, Mashallah, auch selbst beobachten können. Sie war überaus mutig und willensstark.
Ihre Schwester Fauzia Shamim Sahiba war in Lahore Präsidentin der Lajna und ist dies womöglich auch heute noch. Sie sagt: Wenn ich sie in wenigen Worten beschreiben müsste, würde ich sagen, sie war die reine Verkörperung von Aufopferung, Geduld, Mut und Liebe. Ihre Schwiegertochter, Amatul Wakeel, berichtet, dass ihre Eigenschaft der Gastfreundschaft besonders hervorstach. Das haben im Übrigen all ihre Kinder geschrieben und auch viele andere haben mir dies berichtet. Ihre Art der Gastfreundschaft war dabei völlig frei von jeglichen Förmlichkeiten.
Vorbild in Geduld und Spiritualität
In ihren letzten Lebensjahren war sie gestürzt und hatte sich eine schwere Verletzung an der Hüfte zugezogen. Sie war seither auf den Rollstuhl angewiesen, trug diese Krankheit jedoch mit unerschütterlicher Geduld und tiefer Dankbarkeit und äußerte nicht eine einzige, noch so leise Klage. Ihre Schwiegertochter schreibt, sie sei eine äußerst tapfere Patientin gewesen und wurde uns niemals beschwerlich.
Ihre Enkelin Khadija erwähnt denselben bemerkenswerten Sinn für Gastfreundschaft, den auch die anderen beschrieben haben. Sie war eine überaus liebevolle und fürsorgliche Frau und pflegte in den letzten Jahren den Heiligen Qur’an gleich zwei- oder dreimal im Monat vollständig durchzulesen. Sie war sehr mitfühlend gegenüber den Armen und ermahnte auch ihre Enkel stets: Betet immer für die Armen.
Ihre Nichte, die hier lebt – genauer gesagt, die Tochter ihrer Nichte, die liebe Neha –, schreibt, dass sie in jeder Lebenslage eine durch und durch positive Einstellung bewahrte. Sie schätzte jeden Moment des Lebens und kümmerte sich um das Hauspersonal mit der gleichen Hingabe, als gehörten sie zur eigenen Familie. Ich habe übrigens selbst beobachtet, wie sehr sie diese positive Einstellung verinnerlicht hatte. Sie mied es äußerst sorgfältig, negativ über andere zu sprechen oder Bemerkungen zu machen, die die Gefühle anderer verletzen könnten. Sie nahm stets große Rücksicht auf die Emotionen ihrer Mitmenschen. Neha berichtet weiter: Einmal verließ eines ihrer Dienstmädchen sie, um zu heiraten. Sie war darüber genauso betrübt wie Eltern beim Auszug ihrer eigenen Töchter, in dem wehmütigen Gedanken, dass das Haus nun leer wirken würde.
Manchmal bleiben die Tugenden solcher Menschen für gewöhnlich im Verborgenen, bis jene, denen sie Gutes taten, später davon berichten. Sie war genau eine solche Persönlichkeit. Möge Allah der Erhabene ihr Seine Vergebung und Barmherzigkeit zuteilwerden lassen.
Zusammenfassung der Freitagsansprache vom 17. April 2026
Die göttliche Bezeugung der Wahrhaftigkeit des Heiligen ProphetenSAW
Hudhur-e AnwarABA leitete die Freitagsansprache mit der Rezitation der Verse 17 und 18 der Sure Yunus ein. In diesen Versen lässt Allah den Heiligen ProphetenSAW verkünden, dass er bereits ein ganzes Menschenalter unter seinem Volk gelebt habe, bevor ihm die Botschaft anvertraut wurde. Dieser Hinweis auf sein bisheriges Leben dient als Beweis für seine Wahrhaftigkeit: Wer niemals gelogen hat, wird auch nicht über Allah eine Lüge ersinnen. HudhurABA betonte, dass diese hohen Maßstäbe der Wahrhaftigkeit für alle Ahmadis heute die Garanten für Erfolg sind und die Wege für das Tabligh öffnen.
Die Anerkennung der Wahrhaftigkeit durch die Feinde
In der Biografie des Heiligen ProphetenSAW finden sich zahlreiche Beispiele, in denen selbst seine erbittertsten Feinde seinen höchsten Maßstab an Ehrlichkeit anerkennen mussten.
- Als sich die Quraisch in Mekka berieten, wie sie MuhammadSAW vor Pilgern verleumden könnten, schlug einer vor, ihn als Lügner zu bezeichnen. Nadr bin Harith widersprach jedoch und erinnerte sie daran, dass MuhammadSAW seine Jugend unter ihnen als der frommste und ehrlichste Mensch verbracht habe. Niemand würde ihnen die Behauptung glauben, er sei plötzlich ein Lügner.
- Auch Abu Sufyan bestätigte gegenüber dem Herakleios, dass der Heilige ProphetSAW bis zu diesem Tag niemals gelogen habe.
- Bei der Begebenheit auf dem Berg Safa erklärten die Menschen, dass sie ihm sogar die Warnung vor einer scheinbar unmöglichen Gefahr (einer Armee im Tal) glauben würden, da sie ihn noch nie lügen gehört hatten.
Die Wirkung des reinen Charakters auf die Menschen
HudhurABA erläuterte, dass es anfänglich nicht die qur’anische Lehre an sich war, die die Menschen beeindruckte, sondern das Vorbild und Handeln des Heiligen ProphetenSAW. Seine Ehrlichkeit, sein Mitgefühl für die Schöpfung und seine Aufopferungsbereitschaft arbeiteten innerlich in den Menschen. Allah schafft die Voraussetzungen für den Erfolg des Islam durch das gottesfürchtige Vorbild einer Person. Der Verheißene MessiasAS betonte, dass der Triumph des Heiligen ProphetenSAW allein auf seiner Aufrichtigkeit und seinem reinen Charakter basierte.
Die Definition von hoher Moral (Khuluq-e-Azim)
Der Verheißene MessiasAS führte aus, dass der Heilige ProphetSAW alle hohen moralischen Eigenschaften wie Großzügigkeit, Mut, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit in sich vereinte. Wahre Moral bedeutet nach seinem Vorbild nicht bloße Höflichkeit, sondern die richtige Anwendung natürlicher Zustände durch Vernunft und Überlegung im Umgang mit den Mitmenschen.
Die Lüge als Wurzel der Sündhaftigkeit
Der Gesandte AllahsSAW ermahnte seine Anhänger stets zur Wahrhaftigkeit, da diese zur Tugend und ins Paradies führt. Die Lüge hingegen führt zur Sündhaftigkeit und in die Hölle.
- Eine Überlieferung berichtet von einem Mann, der viele Laster wie Alkohol und Diebstahl besaß. Der Heilige ProphetSAW forderte ihn lediglich auf, das Lügen aufzugeben. Durch dieses Versprechen schlossen sich für ihn die Türen zu allen anderen Sünden, da er die Wahrheit nicht hätte sagen können, ohne seine Taten zu gestehen.
- HudhurABA warnte zudem davor, dass Lügen weder im Ernst noch im Scherz zulässig sind. Selbst leere Versprechen gegenüber Kindern (wie das Versprechen einer Dattel) werden als Lüge gewertet, wenn sie nicht erfüllt werden.
Unerschütterliches Vertrauen: Hadhrat Abu BakrRA und Hadhrat KhadijaRA
Das Beispiel von Hadhrat Abu BakrRA verdeutlicht den gewaltigen Glauben, der auf der Kenntnis der Wahrhaftigkeit des ProphetenSAW beruhte. Er nahm den Islam an, ohne nach einem Wunder zu fragen, da er wusste, dass MuhammadSAW niemals lügen konnte. Für diese absolute Bestätigung der Wahrheit erhielt er den Titel „Siddiq“. Ebenso legte Hadhrat KhadijaRA bereits zu Beginn der Berufung Zeugnis über seinen erhabenen Charakter ab, was dem Heiligen ProphetenSAW in einer Stunde der Sorge großen Trost spendete.
Weitere Zeugnisse und die Reinheit des Prophetentums
Sogar Abu Jahl gab zu, dass er MuhammadSAW nicht als Lügner betrachtete, sondern lediglich seine religiöse Lehre ablehnte. Auch der jüdische Anführer Ka’b bin Asad weigerte sich zunächst, Verträge mit den Muslimen zu brechen, da er beim Heiligen ProphetenSAW stets nur Treue und Wahrhaftigkeit erlebt hatte. Abschließend hob HudhurABA hervor, dass ein Prophet niemals betrügt. Dies verdeutlichte er anhand eines Beispiels, in dem der Heilige ProphetSAW sich weigerte, einem Gefährten wie Hadhrat UmarRA ein heimliches Zeichen zur Hinrichtung eines Gefangenen zu geben, während er gleichzeitig freundliche Worte sprach. Solch ein Verhalten bezeichnete er als Betrug, der bei einem Propheten unmöglich sei.
Nachruf auf Shahida Ahmad Sahiba
Nach dem Gebet leitete Hudhur-e AnwarABA das Totengebet für Shahida Ahmad Sahiba, eine Enkelin des Verheißenen MessiasAS.
- Sie wurde als eine Persönlichkeit beschrieben, die die reine Verkörperung von Aufopferung, Geduld, Mut und Liebe war.
- Besonders hervorgehoben wurden ihre Herzlichkeit, ihr tiefer Glaube und ihre außergewöhnliche Gastfreundschaft, die sie gegenüber Arm und Reich gleichermaßen pflegte.
- Trotz einer schweren Verletzung in ihren letzten Lebensjahren trug sie ihr Leid mit unerschütterlicher Dankbarkeit und ohne jede Klage.
- Sie war sehr mitfühlend gegenüber den Armen, las den Heiligen Qur’an regelmäßig durch und mied es konsequent, negativ über andere zu sprechen. HudhurABA betete, dass Allah ihr Seine Vergebung und Barmherzigkeit zuteilwerden lasse.
Tatplan der Woche
Checkliste für den Alltag
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✓Achte in der kommenden Woche strikt darauf, unter keinen Umständen zu lügen, auch nicht im Scherz oder gegenüber Kindern.
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✓Führe eine tägliche Selbstprüfung durch, um sicherzustellen, dass dein Handeln und deine Worte stets mit der Wahrheit übereinstimmen.
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✓Zeige besondere Gastfreundschaft und Freundlichkeit gegenüber deinen Nachbarn und Gästen, ganz ohne Förmlichkeiten.
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✓Setze dich aktiv für die Schwachen und Bedürftigen in deinem Umfeld ein und schließe sie namentlich in deine Gebete ein.
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✓Lies regelmäßig im Heiligen Qur'an und versuche, die moralischen Eigenschaften des Heiligen ProphetenSAW in deinen Alltag zu integrieren.
Aktionsplan Missionary Incharge Büro
Wöchentlicher Umsetzungsplan basierend auf der Khutba
Die Wahrhaftigkeit Des Heiligen ProphetenSAW Und Seine Wahrheitsliebe
قُلۡ لَّوۡ شَآءَ اللّٰہُ مَا تَلَوۡتُہٗ عَلَیۡکُمۡ وَلَاۤ اَدۡرٰٮکُمۡ بِہٖ ۫ۖ فَقَدۡ لَبِثۡتُ فِیۡکُمۡ عُمُرًا مِّنۡ قَبۡلِہٖ ؕ اَفَلَا تَعۡقِلُوۡنَ ﴿۱۷﴾ فَمَنۡ اَظۡلَمُ مِمَّنِ افۡتَرٰی عَلَی اللّٰہِ کَذِبًا اَوۡ کَذَّبَ بِاٰیٰتِہٖ ؕ
اِنَّہٗ لَا یُفۡلِحُ الۡمُجۡرِمُوۡنَ ﴿۱۸﴾Sprich: „Hätte Allah es gewollt, so hätte ich ihn euch nicht vorgetragen, noch hätte Er ihn euch kundgemacht. Ich habe doch fürwahr ein Menschenalter unter euch gelebt vor diesem. Wollt ihr denn nicht begreifen?“ Wer ist wohl sündiger als jener, der eine Lüge wider Allah erdichtet oder Seine Zeichen als Lügen behandelt? Wahrlich, die Schuldigen haben keinen Erfolg."
حَدَّثَنَا بَهْزُ بْنُ حَكِيمٍ، حَدَّثَنِي أَبِي، عَنْ جَدِّي، قَالَ سَمِعْتُ النَّبِيَّ ﷺ يَقُولُ " وَيْلٌ لِلَّذِي يُحَدِّثُ بِالْحَدِيثِ لِيُضْحِكَ بِهِ الْقَوْمَ فَيَكْذِبُ وَيْلٌ لَهُ وَيْلٌ لَهُ "
(جامع الترمذي، کتاب الزہد، باب فِيمَنْ تَكَلَّمَ بِكَلِمَةٍ يُضْحِكُ بِهَا النَّاسَ)Bahz ibn Ḥakīm überliefert von seinem Großvater, dass dieser den Heiligen ProphetenSAW sagen hörte:
„Verderben gebührt solch einer Person, welche lügt, um die Menschen zum Lachen zu bringen. Ihr sei Verderben. Ihr sei Verderben.“ErSAW hat sogar den Hauch der Lüge strengstens verboten und mit Nachdruck davor gewarnt.
Diesbezüglich müssen wir uns heute selbst überprüfen, dass es die höchsten Maßstäbe der Wahrhaftigkeit sind, welche in jedem Augenblick unseres Lebens ein Garant für Erfolg sind und für uns die Wege des Tabligh ebnen.
Heute ist es die Aufgabe eines jeden Ahmadis sich selbst zu reflektieren, welches Niveau der Wahrhaftigkeit wir erreicht haben und dass wir unsere Schwächen beiseite legen.
Umsetzungsplan für diese Woche
As-salāmu ʿalaikum wa-raḥmatullāh, wir haben die Freitagsansprache für dich so aufbereitet, dass du sie leicht verstehen kannst.
🌟 Die Superkraft der Wahrheit
In seiner Ansprache hat unser geliebter Hudhur-e AnwarABA über eine ganz besondere Eigenschaft vom Heiligen Propheten MuhammadSAW gesprochen: seine unglaubliche Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit.
Stell dir vor, du lebst in einer Stadt und jeder – wirklich jeder, sogar deine Feinde – weiß, dass du niemals lügst. Genau so war es beim Heiligen Propheten MuhammadSAW. Allah sagt im Heiligen Qur’an, dass der ProphetSAW schon ein ganzes Leben unter den Menschen verbracht hatte, bevor er die Botschaft des Islam verkündete. Er war so ehrlich, dass man ihn „Al-Amin“ (der Vertrauenswürdige) nannte. 📖
🛡️ Sogar Feinde mussten es zugeben
Einmal trafen sich die Anführer in Mekka, die den Islam gar nicht mochten. Sie wollten eine Lüge über den Heiligen ProphetenSAW verbreiten, damit Besucher der Stadt nicht auf ihn hörten. Einer schlug vor: „Sagen wir einfach, er ist ein Lügner.“ Aber ein weiser Mann unter ihnen, Nadr bin Harith, sagte: „Das wird euch niemand glauben! Er ist unter euch aufgewachsen und ihr wisst alle, dass er der ehrlichste Mensch von uns ist. Jetzt, wo er älter ist, wollt ihr ihn plötzlich einen Lügner nennen? Das klappt niemals!“ 🚫
Sogar Abu Jahl, der ein großer Feind war, gab später zu: „Wir glauben nicht, dass du lügst, Muhammad. Wir mögen nur deine Lehre nicht.“ Sein eigenes Herz wusste also ganz genau, dass der ProphetSAW die Wahrheit sprach.
🔑 Ein Verbot, das alle Türen zum Bösen schließt
HudhurABA erzählte eine spannende Geschichte von einem Mann, der viele schlechte Dinge tat (wie Stehlen oder Trinken). Er wollte Muslim werden, schaffte es aber nicht, alle Sünden auf einmal aufzugeben. Er fragte den Heiligen ProphetenSAW: „Welche eine Sache soll ich lassen?“ Der ProphetSAW antwortete: „Hör auf zu lügen.“ 🗝️
Der Mann dachte, das wäre einfach. Aber jedes Mal, wenn er etwas Schlechtes tun wollte, dachte er: „Wenn mich der ProphetSAW später fragt und ich nicht lügen darf, muss ich die Wahrheit sagen – und dann bekomme ich Ärger.“ So hörte er mit allen Sünden auf, nur weil er versprochen hatte, immer die Wahrheit zu sagen!
🤝 Vertrauen ohne Beweise
Wusstest du, dass Hadhrat Abu BakrRA sofort an den ProphetenSAW glaubte, als er von seinem Anspruch hörte? Er war gerade auf Reisen und jemand erzählte ihm davon. Hadhrat Abu BakrRA sagte sofort: „Wenn er das gesagt hat, dann stimmt es.“ Er brauchte kein Wunder zu sehen, weil er wusste: Dieser Mann hat in seinem ganzen Leben noch nie gelogen. Deshalb bekam er den Ehrentitel „Siddiq“ – das bedeutet „der ganz und gar Wahrhaftige“. ✨
🎈 Wahrheit bedeutet auch: Versprechen halten
Der Heilige ProphetSAW war so genau mit der Wahrheit, dass er uns Folgendes beibrachte:
- Keine Lügen im Scherz: Man darf nicht lügen, nur um andere zum Lachen zu bringen. 🤡
- Versprechen an Kinder: Wenn eine Mutter ihrem Kind sagt: „Komm her, ich gebe dir was“, und sie hat gar nichts in der Hand, dann ist das schon eine kleine Lüge. Der ProphetSAW sagte, man muss auch gegenüber Kindern ehrlich sein. 🍎
- Ehrlichkeit ist Mut: Einmal wollte Hadhrat UmarRA einen Gefangenen bestrafen und wartete auf ein geheimes Zeichen mit den Augen vom ProphetenSAW. Aber der ProphetSAW sagte: „Ein Prophet ist kein Betrüger.“ Er würde niemals jemandem mit Worten freundlich begegnen und heimlich ein Zeichen zum Töten geben.
👵 Ein Vorbild aus unserer Zeit
Am Ende sprach HudhurABA über eine besondere Dame, Shahida Ahmad Sahiba, die vor Kurzem verstorben ist. Sie war eine Enkelin des Verheißenen MessiasAS. Sie hatte wunderbare Eigenschaften, die wir uns abschauen können:
- Gastfreundschaft: Sie liebte es, wenn ihr Haus voller Gäste war. ☕
- Liebe zu den Armen: Sie half immer den Schwachen und erinnerte ihre Enkelkinder daran, für arme Menschen zu beten. 🤲
- Geduld: Obwohl sie im Rollstuhl saß, hat sie sich nie beschwert.
- Liebe zum Qur’an: In ihren letzten Jahren las sie den Heiligen Qur’an zwei- bis dreimal im Monat ganz durch! 📖
Hudhur-e AnwarABA möchte, dass wir uns alle selbst prüfen: Wie ehrlich sind wir in unserem Alltag? Wenn wir immer die Wahrheit sagen, führt uns das direkt ins Paradies. 🌈
🛠️ Interaktive Aktivitäten für dich
- Das „Wahrheits-Experiment“: Versuche, eine ganze Woche lang absolut nicht zu flunkern – auch nicht bei Kleinigkeiten oder im Scherz. Führe ein kleines Tagebuch darüber, wie es sich anfühlt und ob es Situationen gab, in denen es schwierig war.
- Die Abu-Bakr-Challenge: Überlege dir, wem du in deinem Leben so sehr vertraust wie Hadhrat Abu BakrRA dem Heiligen ProphetenSAW. Schreibe dieser Person einen kurzen Brief oder eine Nachricht und danke ihr für ihre Ehrlichkeit.
- Gastfreundschafts-Tag: Shahida Ahmad Sahiba war sehr gastfreundlich. Plane mit deinen Eltern einen Nachmittag, an dem ihr jemanden einladet (oder Nachbarn eine kleine Freude bringt), ganz ohne besonderen Anlass, einfach um Freundlichkeit zu verbreiten.
Khutba für Kinder
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