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Der vollständige Text der Freitagsansprache, strukturiert und durchsuchbar.
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Die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst (Deutsch & Urdu).
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Freitagsansprache mit deutscher Übersetzung als Audio sowie Subtitles
MTA GermanyDeutsche Übersetzung
In der Freitagsansprache vom 04. September 2026 sagte Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA:
Das exzellente Vorbild und der göttliche Auftrag
Als Allah den Heiligen ProphetenSAW zum vollkommenen Menschen machte und ihn als exzellentes Vorbild für die gesamte Menschheit einsetzte, stattete Er seine Person mit allen moralischen Tugenden aus und erhob diese zu hohen moralischen Eigenschaften. Zudem ermahnte Er die Gläubigen: Wenn ihr in euch rechtschaffene Eigenschaften entwickeln und höchste moralische Maßstäbe erreichen wollt, dann folgt diesem großartigen Gesandten, denn genau dies wird für euch das Mittel sein, um das Wohlgefallen Allahs zu erlangen.
So wie der Heilige ProphetSAW in Übereinstimmung mit dem Gebot Allahs jede Tugend zur höchsten Vollendung führte, ermahnte er auch die Gläubigen, stets danach zu streben, diese hohen Maßstäbe zu erreichen. Da gegenwärtig verschiedene Aspekte seiner Biographie thematisiert werden, werde ich heute in diesem Rahmen auf sein absolutes Vertrauen auf Allah eingehen. Dabei werde ich Aspekte seines Charakters, seinen erhabenen Rang, seine Ratschläge an die Gläubigen sowie sein eigenes praktisches Vorbild beleuchten.
Qur'anische Gebote bezüglich des Gottvertrauens (Tawakkul)
Allah hat im Heiligen Qur'an bezüglich des Gottvertrauens in verschiedenen Zusammenhängen und bei verschiedenen Gelegenheiten Anweisungen gegeben. An einer Stelle spricht Allah den Heiligen ProphetenSAW an und sagt:
یٰۤاَیُّہَا النَّبِیُّ اِنَّاۤ اَرۡسَلۡنٰکَ شَاہِدًا وَّمُبَشِّرًا وَّنَذِیۡرًا ﴿ۙ۴۶﴾ وَّدَاعِیًا اِلَی اللّٰہِ بِاِذۡنِہٖ وَسِرَاجًا مُّنِیۡرًا ﴿۴۷﴾ وَبَشِّرِ الۡمُؤۡمِنِیۡنَ بِاَنَّ لَہُمۡ مِّنَ اللّٰہِ فَضۡلًا کَبِیۡرًا ﴿۴۸﴾ وَلَا تُطِعِ الۡکٰفِرِیۡنَ وَالۡمُنٰفِقِیۡنَ وَدَعۡ اَذٰٮہُمۡ وَتَوَکَّلۡ عَلَی اللّٰہِ ؕ وَکَفٰی بِاللّٰہِ وَکِیۡلًا ﴿۴۹﴾
Das bedeutet: O Prophet, Wir haben dich als einen Zeugen entsandt, und als Bringer froher Botschaft, und als Warner, und als einen Aufrufer zu Allah nach Seinem Gebot, und als eine leuchtende Sonne. Verkünde den Gläubigen die frohe Botschaft, dass ihnen von Allah große Huld zuteil werden soll. Und gehorche nicht den Ungläubigen und den Heuchlern, und beachte ihre Belästigung nicht, und vertraue auf Allah; denn Allah genügt als Beschützer.
Dies stellt somit nicht nur für ihn eine frohe Botschaft dar, sondern ebenso für die Gläubigen: Wenn sie standhaft in ihrem Glauben bleiben, nach den Geboten Allahs handeln und ihr vollkommenes Vertrauen in Sein Wesen setzen, dann wird Allah auch für sie in jeder noch so großen Schwierigkeit völlig ausreichen.
Indem Er die Aufmerksamkeit der Gläubigen hierauf lenkt, spricht Allah ferner:
اَللّٰہُ لَاۤ اِلٰہَ اِلَّا ہُوَ ؕ وَعَلَی اللّٰہِ فَلۡیَتَوَکَّلِ الۡمُؤۡمِنُوۡنَ ﴿۱۴﴾
Allah! Niemand ist anbetungswürdig außer Ihm; und in Allah sollen die Gläubigen Vertrauen haben.
Wenn sie also der Anbetung Allahs gerecht werden und wahrhaftig auf Ihn vertrauen, werden sie zweifellos auch [Seine] Zeichen erblicken. Das vollkommenste Beispiel hierfür finden wir in der Person des Heiligen ProphetenSAW. Durch ihn empfingen auch seine Gefährten diesen Segen und lebten uns diese Beispiele vor.
Der beispiellose Rang des ProphetenSAW im Gottvertrauen
Der Verheißene MessiasAS führt aus:
„Wenn wir andererseits das Leben des Siegels der ProphetenSAW studieren, so wird sehr klar, dass er das höchste Maß an Rechtschaffenheit und Integrität besaß. Er war immer bereit, sein Leben für Gott zu opfern. Er war völlig frei von der Angst vor und der Hoffnung auf Menschen und vertraute einzig und allein auf Gott. In den Lebensgeschichten der Propheten findet sich kein einziges vergleichbares Beispiel für derart gefahrvolle Umstände und Orte, an denen jemand mit einem solchen Gottvertrauen den offenen Götzendienst und die Anbetung der Schöpfung dermaßen furchtlos untersagte, trotz einer solchen Übermacht an Feinden eine solch beispiellose Standhaftigkeit und Entschlossenheit an den Tag legte.“
Er führte weiter aus, dass der Rang der Propheten zweifellos überaus hoch sei, doch selbst dort ließen sich keine Beispiele für ein absolutes Vertrauen auf Gott finden, die den Beispielen des Heiligen ProphetenSAW gleichkämen.
Die Verknüpfung von Tabattul (Weltloslösung) und Tawakkul
Weiterhin schreibt er:
„Das praktische Vorbild für Tabattul – also das Herz an Allah zu binden und sich von der Welt loszusagen – ist unser Gesandter AllahsSAW. Er kümmerte sich weder um Lob noch um Tadel, (das bedeutet, es war ihm völlig gleichgültig, ob man ihn pries oder schlecht über ihn redete). Welche unzähligen Drangsale musste er nicht alles erdulden, doch er ließ sich davon keineswegs beirren. Keinerlei Gier oder Verlockung vermochten ihn von der Aufgabe abzubringen, für deren Erfüllung erSAW von Gott entsandt worden war. Solange ein Mensch diesen Zustand nicht in sich selbst feststellt und die damit verbundenen Prüfungen nicht erfolgreich bestanden hat, darf er niemals unbesorgt sein.“
Er gab den Rat, dass man sich stets darum bemühen müsse, diese Stufe zu erreichen. Man dürfe sich nicht in falscher Sicherheit wiegen, sondern müsse diesen höchsten Rang des Gottvertrauens anstreben, bei dem ausschließlich das Wesen Allahs im Fokus steht. Ferner führt er aus:
„Zudem is auch Folgendes bedenkenswert, dass derjenige, der Mutabattil [völlig auf Gott ausgerichtet] ist, unweigerlich auch Mutawakkil [vollkommen auf Gott vertrauend] sein wird. Folglich is das Erreichen des Zustands von Tabattul die Grundvoraussetzung, um auf Gott vertrauen zu können.“
Das bedeutet, wer wahrhaftes Vertrauen aufbauen möchte, muss sich zwingend Allah zuwenden. Denn solange die Beziehungen zu anderen Menschen derart beschaffen sind, dass man sich auf sie stützt und verlässt, wie kann da ein ausschließliches Vertrauen auf Allah existieren? Wenn der Mensch sich ausschließlich Gott zuwendet, bricht er seine Bindung zur weltlichen Sphäre und geht ein festes Bündnis mit Gott ein. Dies geschieht jedoch erst dann, wenn das vollkommene Vertrauen auf Gott gegeben ist.
Die Konsequenzen vollkommener Ausrichtung auf Gott
So wie unser Heiliger ProphetSAW in vollkommener Weise Mutabattil war, so war er auch in vollkommener Weise Mutawakkil. Genau aus diesem Grund schenkte er den noch so angesehenen Persönlichkeiten und Stammesführern keinerlei Beachtung und ließ sich von ihrer Feindseligkeit nicht im Geringsten einschüchtern. Er besaß eine übernatürliche Gewissheit bezüglich des Wesens Allahs; deshalb nahm er eine solch unermessliche Last auf seine Schultern, nahm die Feindschaft der gesamten Welt in Kauf und maß ihrer Existenz keinerlei Bedeutung bei. Dies ist ein solch gewaltiges Vorbild für Gottvertrauen, das in der gesamten Welt völlig beispiellos ist. Denn in diesem Zustand wählt man Gott und macht sich folglich die ganze Welt zum Feind.
Ein derartiger Zustand stellt sich jedoch nicht ein, bevor man Gott nicht gesehen hat und nicht die Hoffnung in sich trägt, dass sich im Anschluss eine andere Tür öffnen wird. Sobald diese Hoffnung und Gewissheit verankert sind, nimmt ein solcher Mensch auf dem Weg Gottes sogar die Feindschaft seiner Liebsten in Kauf. Denn er weiß genau, dass Gott ihm dafür andere Freunde schenken wird. Er verliert seinen weltlichen Besitz, da er die feste Überzeugung hegt, dafür etwas ungleich Besseres zu erhalten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Dem Wohlgefallen Gottes stets die Priorität einzuräumen – dies ist Tabattul. Und Tabattul und Tawakkul (Gottvertrauen) sind wie Zwillinge, sie sind untrennbar miteinander verbunden. Das Geheimnis von Tabattul liegt im Gottvertrauen, und die Grundvoraussetzung für Gottvertrauen ist Tabattul. Eben dies ist das Geheimnis des Gottvertrauens und die Bedingung hierfür ist Tabattul. Genau das ist unsere religiöse Haltung in dieser Angelegenheit. Wenn wir uns voll und ganz Allah zuwenden und jegliche Abhängigkeit von dieser Welt aufgeben, wird sich erst dann der Zustand des wahrhaftigen Gottvertrauens in uns einstellen. Und wie ich bereits dargelegt habe und wir alle wissen, ist das erhabenste Vorbild hierfür unser Herr und Meister, Hadhrat Muhammad MustafaSAW.
Spirituelle Gaben und wahre Versorgung
Der Verheißene MessiasAS sagt:
„Denkt nicht, dass Allah, der Allmächtige, schwach ist. In der Tat ist Er im Besitz einer unermesslichen Macht. Wenn ihr Ihn in irgendeiner Angelegenheit um Unterstützung bittet, wird Er euch zu Hilfe kommen.
وَمَنۡ یَّتَوَکَّلۡ عَلَی اللّٰہِ فَہُوَ حَسۡبُہٗ
Und wer sein Vertrauen auf Allah setzt, für den ist Er genügend. Allerdings waren diejenigen, die in diesen Versen zuerst angesprochen werden, gläubige Menschen. All ihre Gedanken bezogen sich auf die Religion, und ihre weltlichen Angelegenheiten überließen sie Gott. Deshalb hat Allah, der Erhabene, sie beruhigt und ihnen gesagt, dass Er ihr Beistand ist. Eine der Segnungen der Rechtschaffenheit besteht also darin, dass Allah, der Erhabene, einem rechtschaffenen Menschen Schutz vor den Bedrängnissen gewährt, die seine religiösen Angelegenheiten beeinträchtigen. Allah, der Erhabene, gewährt einem Rechtschaffenen ebenfalls eine besondere Versorgung. Ich werde nun fortfahren, die Versorgung mit göttlicher Erkenntnis zu beleuchten.“
Der Verheißene MessiasAS spricht hier nicht von materieller Versorgung, sondern thematisiert die Versorgung mit Erkenntnissen. Er führt weiter aus:
„Obwohl der Heilige ProphetSAW Analphabet war, musste er sich mit der ganzen Welt auseinandersetzen, einschließlich des Volkes des Buches, der Philosophen, der Intellektuellen, der Gelehrten und Wissenschaftler. Der Heilige ProphetSAW war jedoch so reichlich mit spirituellen Gaben gesegnet, dass er sie alle besiegte und ihre Irrtümer ausräumte. Diese geistige Versorgung ist unvergleichlich.“
In diesem Zusammenhang überlieferte Hadhrat Umar bin Khattab, dass der Gesandte AllahsSAW sprach:
„Wenn ihr auf Allah vertrauen würdet, wie es Sein Recht ist, so würde Er euch zweifellos versorgen, so wie Er die Vögel versorgt.“
Hier bezog sich der Heilige ProphetSAW auch auf die materielle Versorgung – wer vertraut, wird sie erhalten. Das bedeutet, die Vögel gehen morgens mit leerem Magen los und kehren abends mit vollem Magen zurück.
Die Definition wahrer Enthaltsamkeit und geistiger Einheit
Von Hadhrat Abu Dharr wird überliefert, dass der ProphetSAW sagte:
Enthaltsamkeit von der Welt besteht nicht darin, das Erlaubte für verboten zu erklären oder sein Hab und Gut zu verschwenden, unter dem Vorwand, man hege keinerlei Interesse an Reichtum.
So wie manche heutzutage auch Dinge ablehnen, die völlig statthaft sind, und sagen einfach: „Wir halten nichts davon.“ Ein solches Vorgehen ist typisch für die Praxis mancher heutiger sogenannter Pirs und Fakire. Vielmehr bedeutet die wahre Loslösung von der Welt, dass du auf das, was du in deinen eigenen Händen hältst, nicht mehr vertraust als auf das, was sich in der Hand Allahs befindet. Dies ist wahre Loslösung: dass du die weitaus größere Gewissheit hegst, aus dem, was bei Allah ist, einen größeren Nutzen zu ziehen als aus dem Besitz, der sich in deinem eigenen Gewahrsam befindet. Und in Bezug auf den Lohn für eine Prüfung oder ein Leid solltest du, wenn es dich trifft, so gestimmt sein, dass du dir sehnlichst wünschst, dieses möge dir erhalten bleiben (aufgrund des damit verbundenen Lohns).
Genau das ist Gottvertrauen: anstatt auf die materiellen Dinge, die man besitzt, zu vertrauen, fest davon überzeugt zu sein, dass Allah meine Bedürfnisse erfüllen wird. Meine eigenen materiellen Mittel mögen schwinden, doch was bei Allah ist, geht niemals verloren. Und derjenige, der Gott vertraut und fromme Taten vollbringt, empfängt kontinuierlich das, was er benötigt.
Hadhrat Amr bin al-Aas berichtet, dass der Gesandte AllahsSAW sprach:
Vom Herzen des Menschensohnes zweigt in jedes Tal ein Pfad ab. Wer nun zulässt, dass sein Herz all diesen Pfaden folgt, um den kümmert sich Allah nicht, in welchem Tal er auch zugrunde gehen mag. Wer jedoch auf Allah vertraut, dem wird Allah vollauf genügen und ihn davor bewahren, auf all diesen irreleitenden Pfaden wandeln zu müssen.
In der Erläuterung zu diesem Hadith steht geschrieben, dass dies bedeutet: Wer sein Herz den vielfältigen Begierden, Sorgen und weltlichen Nöten unterwirft und zulässt, dass seine Aufmerksamkeit in alle Himmelsrichtungen zersplittert, um den macht sich Allah keinerlei Sorgen. Es ist Allah gleichgültig, in welches Tal er sich verirrt und dort sein Ende findet. Wo er lebt, wo er stirbt – all dies kümmert Allah nicht.
وَمَنۡ یَّتَوَکَّلۡ عَلَی اللّٰہِ – Wer hingegen auf Allah vertraut, sich Ihm zuwendet, dessen vielfältige und zerstreute Bedürfnisse, Sorgen und Nöte übernimmt Allah selbst und erfüllt sie für ihn.
Diese Bedeutung wird auch durch eine andere Überlieferung bekräftigt, in der der Gesandte AllahsSAW sprach: Wer all seine Sorgen zu einer einzigen Sorge vereint, nämlich der Sorge um seine Religion – das heißt, er blickt auf seine eigene Religiosität und prüft diese; er analysiert, wie seine Beziehung zu Allah beschaffen ist und reflektiert über seinen spirituellen Zustand –, dem genügt Allah in Bezug auf all seine restlichen Sorgen im Diesseits wie auch im Jenseits. Das ist die Bedeutung dieses Hadith.
Die prophetische Praxis der Alltagsgebete
Mit welch tiefer Subtilität hielt der Heilige ProphetSAW sein Vertrauen auf Allah stets vor Augen und betete dementsprechend für seine alltäglichen Angelegenheiten:
Hadhrat Umm Salama berichtet, dass der ProphetSAW jedes Mal, wenn er sein Haus verließ, Folgendes zu rezitieren pflegte – ich lese die Übersetzung vor:
„Im Namen Allahs, ich habe auf Allah vertraut. O Allah, wir suchen Zuflucht bei Dir davor, dass wir abgleiten oder in die Irre gehen, dass wir Unrecht begehen oder uns Unrecht angetan wird, dass wir unwissend und grob handeln oder dass man uns gegenüber unwissend und grob handelt.“
Ebenso gibt es eine weitere Überlieferung. Hadhrat Buraida berichtete, dass der ProphetSAW, wenn er aus seinem Haus trat, Folgendes zu rezitieren pflegte:
„Im Namen Allahs, ich habe auf Allah vertraut. Nur mit der Befähigung Allahs erlangt man die Kraft, Gutes zu tun und die Stärke, sich vor Schlechtem zu bewahren. O Allah, ich suche Zuflucht bei Dir davor, dass ich in die Irre gehe oder irregeleitet werde, dass ich einer Versuchung erliege oder in Versuchung gestürzt werde, dass ich jemandem Unrecht zufüge oder mir Unrecht zugefügt wird, dass ich aus Unwissenheit handle oder dass man mir gegenüber aus Unwissenheit handelt, und dass ich gegen jemanden das Maß überschreite oder dass mir gegenüber das Maß überschritten wird.“
Mit diesem Gebet wurden sämtliche Eventualitäten abgedeckt.
In ähnlicher Weise findet sich auch eine Überlieferung bezüglich des Gebets beim Betreten des Hauses. Hadhrat Abu Malik Asch'ari berichtete, dass der Gesandte AllahsSAW sagte, dass jemand, der sein Haus betritt, folgende Worte sprechen sollte:
„O Allah, ich erbitte von Dir das Wohl beim Betreten und das Wohl beim Verlassen. Im Namen Allahs treten wir ein, und im Namen Allahs treten wir heraus, und auf Allah, unseren Herrn, vertrauen wir.“
Daraufhin sollte er den Bewohnern seines Hauses den Friedensgruß entbieten. Zunächst sollte man also dieses Gebet rezitieren und nach dem Eintreten die Familie mit dem Friedensgruß begrüßen.
Die Lehre an Bilal und die Grenzen persönlicher Tragfähigkeit
Eine weitere Überlieferung verdeutlicht sein Gottvertrauen und seine Gottesfurcht. Hadhrat Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte AllahsSAW einst zu Hadhrat Bilal kam und bei ihm einen Haufen Datteln erblickte. ErSAW fragte: „O Bilal, was ist das?“ Hadhrat Bilal antwortete: „Dies sind einige Datteln, die ich als Vorrat für Sie, o Gesandter Allahs, aufbewahrt habe.“ Daraufhin entgegnete der ProphetSAW: „Schade um dich, o Bilal! Hast du denn keine Furcht, dass ihr Rauch am Tag des Jüngsten Gerichts in der Hölle aufsteigen wird? (Das heißt, dass sie zu einem Grund für Bestrafung werden könnten). O Bilal, gib sie aus und fürchte keine Armut seitens des Herrn des Throns.“ Man soll vielmehr auf Ihn vertrauen.
In diesem Zusammenhang führt der Verheißene MessiasAS aus:
„Der Glaube eines Menschen kann sich nur dann weiterentwickeln, wenn er gemäß den Geboten Allahs wandelt und sein Vertrauen auf Gott festigt. Einst sah der Heilige ProphetSAW Bilal dabei, wie dieser Datteln sammelte. Er fragte ihn, wozu er dies tue. Bilal erwiderte, dass er sie für den morgigen Tag als Vorrat anlege. Daraufhin entgegnete ihm der Prophet: ‚Glaubst du denn nicht an den Gott von morgen?‘ Glaubst du etwa nicht, dass jener Gott, der dich heute versorgt, dir auch morgen Deine Versorgung gewähren wird?“
Er (der Verheißene Messias) merkte jedoch klärend an, dass dies keineswegs bedeute, verschwenderisch zu leben. Es gibt Menschen, die großzügig mit ihrem Besitz umgehen und trotzdem nicht verschwenderisch sind. Er erklärte, dass der ProphetSAW „diese spezifische Anweisung lediglich an Bilal gerichtet habe und nicht an die Allgemeinheit, denn jeder Mensch erhalte Ratschläge und Ermahnungen entsprechend seiner eigenen Tragfähigkeit.“
Er stellte klar, dass dies gewiss ein Rat in Bezug auf den ProphetenSAW selbst war, da in der Überlieferung eindeutig steht, dass Bilal sagte: „Ich sammle sie für Sie.“ Darauf antwortete der ProphetSAW, dass sein Vertrauen ganz auf Gott gerichtet sei und dass, falls diese Datteln für ihn aufbewahrt würden, ihn deren Rauch erreichen würde. Dennoch ergeht an andere Menschen sowie gemäß den qur’anischen Lehren auch der nachdrückliche Rat, nicht maßlos zu verschwenden, sondern im Gegenteil, durchaus in gewissem Maße von den eigenen materiellen Mitteln Gebrauch zu machen. Und anschließend soll man sein volles Vertrauen in Allah setzen, dass Er diese Mittel beschützt und einem die Gelegenheit gewährt, Nutzen aus ihnen zu ziehen.
Das Verhältnis zwischen Vorkehrung und Gottvertrauen
Gottvertrauen bedeutet keineswegs, dass man auf jedwede Vorsicht verzichtet und keinerlei materielle Mittel in Anspruch nimmt. Eine solche Haltung widerspräche ebenfalls der islamischen Lehre. So überliefert Hadhrat Anas bin Malik, dass einst unlängst ein Mann fragte: „O Gesandter AllahsSAW, soll ich das Knie meines Kamels anbinden und dann auf Gott vertrauen, oder soll ich es unangebunden lassen und auf Gott vertrauen?“ Der ProphetSAW antwortete: „Binde sein Knie an und vertraue auf Allah.“
Dies ist lediglich ein Beispiel, das sich auch auf alle übrigen Lebensbereiche übertragen lässt. Gemäß den Überlieferungen tätigte der Heilige ProphetSAW diese Aussage, als ein Beduine – oder laut einer anderen Überlieferung Hadhrat Amr bin Umayya – seine Kamelstute unangebunden am Tor der Moschee des Gesandten AllahsSAW stehen ließ und hineinging, um das Gebet zu verrichten.
Der Verheißene MessiasAS hat dies detailliert dargelegt und erklärt, dass der Mensch die Gottesfurcht niemals aufgeben und stets sein Vertrauen in Gott setzen solle; dann werde ihm keinerlei Unheil widerfahren können. Das Vertrauen in Gott bedeutet jedoch keinesfalls, dass der Mensch auf jegliche Vorsichtsmaßnahmen verzichten solle. Vielmehr bedeutet es, alle Mittel und Vorkehrungen in vollem Umfang auszuschöpfen und das endgültige Resultat anschließend Gott zu überlassen – genau das ist das Wesen des Gottvertrauens.
Wenn jemand keinerlei Vorkehrungen trifft und sich lediglich auf sein sogenanntes Gottvertrauen beruft, so ist sein Vertrauen hohl, das heißt leer und substanzlos. Verlässt man sich umgekehrt jedoch rein auf die eigenen getroffenen Maßnahmen nach dem Motto: „Ich habe Vorkehrungen getroffen, das reicht nun; es bedarf keines Vertrauens mehr auf Allah“, und hegt man somit kein wahrhaftiges Vertrauen in Gott, so sind auch diese Maßnahmen völlig wertlos und gehen zunichte.
Ein Reiter saß einst auf seinem Kamel, und als er den Heiligen ProphetenSAW erblickte, stieg er aus tiefem Respekt ab. Er fasste den Entschluss, sich in Gottvertrauen zu üben und auf jegliche Vorkehrung zu verzichten; dementsprechend band er das Knie seines Kamels nicht an. Als er nach seiner Begegnung mit dem Gesandten AllahsSAW zurückkehrte, stellte er fest, dass das Kamel verschwunden war. Er ging zurück und beklagte sich beim Heiligen ProphetenSAW: „Ich hatte doch auf Gott vertraut, aber mein Kamel ist davongelaufen.“ Daraufhin erklärte der ProphetSAW: „Du hast einen Fehler begangen. Du hättest zuerst das Knie des Kamels anbinden und danach auf Gott vertrauen sollen, das wäre das richtige Vorgehen gewesen.“
Absolute Hingabe in der Stunde des Abschieds
Hadhrat AishaRA berichtet, dass der Gesandte AllahsSAW einst einige Dinare erhielt. ErSAW verteilte sie alle bis auf sechs Dinare, die er einer seiner Ehefrauen zur Aufbewahrung gab. Einer anderen Überlieferung zufolge befand sich der Gesandte AllahsSAW während seiner letzten Krankheit, an die Brust von Hadhrat AishaRA gelehnt. ErSAW fragte: „O Aisha, wo sind diese Golddinare?“ Hadhrat AishaRA antwortete: „Sie sind sicher bei mir aufbewahrt.“ Daraufhin sprach der ProphetSAW: „Gib sie auf dem Weg Allahs aus.“ Anschließend fiel der Gesandte AllahsSAW aufgrund der Schwere seiner Krankheit in Ohnmacht.
Die Dinare, die er zur Aufbewahrung gegeben hatte, waren ebenfalls dafür bestimmt, zu einem späteren Zeitpunkt verteilt zu werden, während erSAW an die Brust von Hadhrat AishaRA gelehnt war. Als erSAW wieder zu sich kam, fragte er erneut: „O Aisha, hast du diese Golddinare ausgegeben?“ Sie antwortete: „Nein, beim Schwur auf Allah, o Gesandter Allahs, ich habe es noch nicht getan.“ Hadhrat AishaRA berichtet, dass der ProphetSAW daraufhin diese Dinare bringen ließ. Als man sie ihm reichte, legte erSAW sie auf seine Handfläche, zählte sie, und es waren genau sechs Dinare. Daraufhin sagte erSAW: „Welches Vertrauen hätte Muhammad auf seinen Herrn, wenn er Gott bei seinem Abschied von dieser Welt und seiner Begegnung mit Ihm begegnen würde, während er diese Dinare noch bei sich trüge?“ Im Anschluss daran spendete der Gesandte AllahsSAW all diese Dinare auf dem Wege Allahs, und noch am selben Tag verschied der ProphetSAW.
Die kompromisslose Standhaftigkeit gegenüber Musailima Kazzab
Allah spricht im Heiligen Qur'an:
قُلۡ لَّنۡ یُّصِیۡبَنَاۤ اِلَّا مَا کَتَبَ اللّٰہُ لَنَا ۚ ہُوَ مَوۡلٰٮنَا ۚ وَعَلَی اللّٰہِ فَلۡیَتَوَکَّلِ الۡمُؤۡمِنُوۡنَ
„Sprich: ‚Nichts kann uns treffen als das, was Allah uns bestimmt hat. Er ist unser Beschützer. Und auf Allah sollten die Gläubigen vertrauen.‘“
Im Vorbild des Heiligen ProphetenSAW erkennen wir, wie er bei einer bestimmten Gelegenheit ein solch überragendes Beispiel für Gottvertrauen vorlebte. Einerseits steht der göttliche Befehl, auf Allah zu vertrauen, und wir sehen, wie erSAW diesen in seinem eigenen Handeln umsetzte. Als Musailima Kazzab anbot, sich dem Propheten mit seinem Heer zu unterwerfen, daran jedoch eine Bedingung knüpfte, erklärte der Heilige ProphetSAW unmissverständlich, dass keinerlei Bedingungen akzeptiert würden, und er wies das Angebot mit aller Schärfe zurück.
In einer Überlieferung berichtet Ibn AbbasRA, dass Musailima, der zu Zeiten des Gesandten AllahsSAW kam und verkündete: „Wenn Muhammad mich nach seinem Ableben als seinen Nachfolger bestimmt, so werde ich ihm folgen.“ Er war in Begleitung seiner Armee und vieler weiterer Menschen nach Medina gekommen. Einigen Überlieferungen zufolge sollen es einhunderttausend Leute gewesen sein, die an ihn glaubten, wenngleich in Medina vermutlich weit weniger eintrafen. Der Gesandte AllahsSAW begab sich zu ihm, begleitet von Hadhrat Thabit bin Qais bin Schammas, und hielt einen Palmzweig in seiner Hand. ErSAW trat vor Musailima, der inmitten seiner Gefolgsleute saß, blieb stehen und sprach: „Wenn du mich auch nur um dieses kleine Stück Holz bitten würdest, so würde ich es dir verweigern. Du kannst unmöglich über den Beschluss hinwegschreiten, den Allah für dich vorherbestimmt hat. Solltest du dich abwenden und fortgehen, so wird Allah dich mitsamt deiner Wurzel ausreißen. In dir erkenne ich nun deutlich die Person, über die mir im Traum bereits so einiges gezeigt wurde.“
Musailima hatte ja im Vorfeld verlangt, ihn zu seinem Nachfolger zu ernennen. Daraufhin erwiderte der ProphetSAW, dass er nicht einmal den Wert dieses kleinen Holzstücks erhalten werde und fügte hinzu, dass er in ihm exakt das sehe, was ihm im Traum offenbart worden war. „Und das ist Thabit – gemeint ist nicht das Wort thabit (standhaft), sondern es war ein Gefährte (namens Thabit), der beim Heiligen ProphetenSAW war – also mein Repräsentant, der dir in meinem Namen die Antwort geben wird.“ Nachdem er diese Worte gesprochen hatte, ließ erSAW ihn stehen und kehrte zurück.
Hadhrat Ibn Abbas berichtet weiter: „Ich erkundigte mich über diese Aussage des Gesandten AllahsSAW, in der er sprach: ‚In dir erkenne ich die Person, über die mir im Traum so einiges gezeigt wurde.‘ Hadhrat Abu Huraira erzählte mir daraufhin, dass der Gesandte AllahsSAW gesagt hatte: ‚Während ich einst schlief, erblickte ich in meinen Händen zwei goldene Armreife, deren Beschaffenheit mich in große Sorge versetzte. Dann wurde mir im Traum offenbart, dass ich auf sie pusten solle. So puste ich auf sie, und sie flogen davon. Ich deutete dies als zwei große Lügner, die später in Erscheinung treten würden.‘ Einer davon war al-Ansi, und der andere war Musailima. Aswad al-Ansi und Musailima waren beide Männer, die eine rebellische Haltung einnahmen. Damals zogen sie zwar von dannen, aber später, zur Zeit von Hadhrat Abu Bakr, zettelten sie dann schließlich auch einen Krieg an.“
Die Analyse von Hadhrat Musleh Mau'udRA
Hadhrat Musleh Mau'ud schreibt hierzu sehr ausführlich:
„Der Heilige ProphetSAW schenkte bei keiner seiner Handlungen der Welt oder den weltlichen Menschen auch nur die geringste Beachtung. Er würdigte materielle Mittel keines einzigen Blickes; vielmehr war sein Blick bei jedem Vorhaben unverwandt auf Allah, den Erhabenen, gerichtet in der festen Gewissheit, dass Er allein alles fügen würde. Er stellte ein solch vollendetes Beispiel für Gottvertrauen dar, für das sich weder bei den früheren Propheten ein Vergleich findet, noch wurde nach ihm jemals wieder ein Mensch mit einem derartigen Gottvertrauen geboren. Folglich bezeugt die Geschichte, dass Musailima noch zu Lebzeiten des Heiligen ProphetenSAW mit einer gewaltigen Streitmacht zu ihm nach Medina kam. Er trug ihm die Forderung vor, dass er mitsamt seiner Gefolgschaft den Islam annehmen und ihm folgen werde, sofern erSAW ihn zu seinem Nachfolger ernenne.
Die damalige Situation des Islam – er befand sich noch in einem schwachen Zustand – hätte es eigentlich geradezu geboten, dieses Angebot anzunehmen und aus seiner Unterstützung Profit zu schlagen. Doch dieses vollkommen reine Wesen, dessen Vertrauen und Verlass einzig auf der Macht Gottes, des Erhabenen, ruhte und das menschlichen Plänen nicht die geringste Bedeutung beimaß, wies diese Forderung augenblicklich: ‚Dies ist schlichtweg unmöglich.‘
Hadhrat Ibn Abbas berichtet: In der Zeit des Gesandten AllahsSAW – hier wird jener Hadith zitiert, den ich bereits erwähnt habe – Musailima Kazzab trat in Erscheinung und erklärte, er würde MuhammadSAW folgen, falls dieser ihn zu seinem Nachfolger in der Herrschaft ernennen würde. Zu jener Zeit führte er eine große Gefolgschaft aus seinem Volk mit sich. Als der Gesandte AllahsSAW dies vernahm, begab er sich zu ihm, begleitet von Thabit bin Qais bin SchammasRA. In seiner Hand hielt der Gesandte AllahsSAW ein Stück eines Dattelpalmenzweigs. Er trat heran und stellte sich vor Musailima, der inmitten seiner Gefährten saß. Er sprach: „Selbst wenn du mich um diesen kleinen Zweig bätest, würde ich ihn dir nicht überlassen. Du wirst niemals über das hinausgelangen, was Gott für dich bestimmt hat. Solltest du dich abwenden, so wird Allah, der Erhabene, dich zugrunde richten. In dir sehe ich genau jene Person, über die mir jene Vision gezeigt wurde. Dies hier ist Thabit; er wird dir in meinem Namen antworten.“ Daraufhin wandte er sich ab und ging.
Hadhrat Ibn AbbasRA berichtet, wie ich bereits erwähnt hatte: „Ich fragte, was der Gesandte AllahsSAW mit den Worten meinte, dass er in ihm jene Person sehe, bezüglich derer ihm jene Vision gezeigt worden war. Daraufhin erklärte mir Hadhrat Abu Huraira, dass der Gesandte AllahsSAW einst erzählte: ‚Ich schlief, als ich sah, dass ich an meinen Händen zwei goldene Armreife trug, deren Anblick mir widerstrebte. Im Traum wurde mir dann offenbart, auf sie zu pusten. Als ich dies tat, flogen beide davon. Ich deutete dies so, dass nach mir zwei Lügner in Erscheinung treten werden.‘ Einer davon war Ansi und der andere Musailima.“
Aus dieser Begebenheit wird ersichtlich, welch eine Gewissheit der Gesandte AllahsSAW in Bezug auf Gott, den Erhabenen, besaß und wie vollkommen er auf die göttliche Hilfe vertraute. Er war von allen Seiten von der Übermacht der Ungläubigen umgeben, die unentwegt bestrebt waren, ihm Leid zuzufügen und ihn zu drangsalieren; sie schöpften jedes erdenkliche Mittel aus, um ihm Schaden zuzufügen. Selbst Cäsar und Chosrau sandten ihren Statthaltern einen Befehl nach dem anderen, um gegen ihn vorzugehen. Die Bani Ghassan trafen Kriegsvorbereitungen, während die Perser diese aufstrebende Macht mit einer Mischung aus Neid und Verwunderung beobachteten. Jede Regierung beäugte diese neue Bewegung mit Zweifeln und Misstrauen. In einer solchen Zeit schien es – solange sich kein gewaltiges Heer um den Gesandten AllahsSAW scharte – rein äußerlich betrachtet nicht nur schwierig, sondern geradezu unmöglich, sich dem Zugriff seiner Feinde zu entziehen. Die Eroberungen, die sich von Medina bis nach Mekka erstreckten, hatten ihn in direkte Konfrontation mit jeder umliegenden Herrschaft gebracht.
Weitblickende Beobachter sannen schon von Beginn an darauf, diese aufstrebende Kraft im Keim zu ersticken, da sie fest davon überzeugt waren, dass diese Macht, ließe man sie weiter anwachsen, ihre gewaltigen Paläste und Festungen in Schutt und Asche legen würde. Jegliche Vorbereitungen, die der Gesandte AllahsSAW hätte treffen können, um sich diesen gewaltigen Bedrohungen entgegenzustellen, wären unzureichend gewesen. Die Wege, die der menschliche Verstand in einer solchen Lage wählt, um Freund und Feind auf seine Seite zu ziehen, und die Strategien, mit denen man versucht, auch Außenstehende für sich zu gewinnen, sind für jeden Kenner der Geschichte leicht nachzuvollziehen.
Doch mein geliebter Meister war nicht irdisch gesinnt, sondern himmlisch. Anrückende Heere, galoppierende Pferde, emporragende Speere und blitzende Schwerter besaßen in seinen Augen keinerlei Bedeutung. Er erblickte das Herabsteigen der himmlischen Engel, und der Schöpfer von Himmel und Erde ließ in jedem Augenblick tröstende Worte an sein Ohr dringen. Sein Herz war von Gewissheit erfüllt und seine Brust durchdrungen von tiefem Glauben. Kurzum, anstatt sich auf weltliche Mittel zu stützen, ruhte sein Vertrauen auf Allah. Wie hätte er sich jemals von diesen Nöten einschüchtern lassen können? Er hielt es nicht einmal für einen Augenblick für angebracht, sich auf Musailima und dessen Armee zu verlassen, und erklärte unmissverständlich: „Ganz zu schweigen davon, dich durch die falsche Aussicht auf das Kalifat an mich zu binden, um die Unterstützung deines Volkes zu gewinnen; selbst wenn ich deine Hilfe im Austausch für einen einzigen Dattelzweig erlangen könnte, würde ich dem keines Blickes würdigen.“
Betrachtet den Zustand dieses überaus ehrwürdigen Herzens. Schaut auf die Erhabenheit dieses auf Gott vertrauenden Menschen. Versucht, dieses Gefühl der absoluten Gewissheit in euren eigenen Herzen nachzuempfinden, um zu begreifen, mit welchem Vertrauen und Zuversicht er Musailima diese Antwort gab. Könnte irgendein König in derartigen Zeiten eine solche Kühnheit und Tapferkeit an den Tag legen? Kann die Geschichte irgendeinen aus Fleisch und Blut geschaffenen Menschen vorweisen, der aus solch bedrohlichen Lagen so unbeschadet hervorgeht? Wenn nicht, was ist dann der Grund dafür? Der einzige Grund ist, dass es ohnehin verfehlt ist, Vergleiche mit seinem Leben zu ziehen, denn er war ein Prophet. Falls man ihn überhaupt vergleichen kann, dann höchstens mit anderen Propheten; doch die Erhabenheit, die ihm zuteilwurde, sucht selbst unter den Propheten ihresgleichen, da er Vorrang vor allen Propheten genießt.
An dieser Stelle sollte ebenfalls bedacht werden, dass der Gesandte AllahsSAW bei seiner Antwort an Musailima keineswegs die Absicht hegte, den Anspruch auf die Herrschaft für seine eigenen Nachkommen zu sichern. Wäre dies der Fall gewesen, so hätte man seine Ablehnung nicht auf sein Gottvertrauen, sondern auf die Liebe zu seinen Nachkommen zurückgeführt. Doch der Gesandte AllahsSAW bestimmte nicht seine Nachkommen zu seinen Nachfolgern, sondern deutete auf das Khilafat von Hadhrat Abu Bakr hin. Dies belegt, dass seine Ablehnung keinerlei weltlichen Motiven entsprang, sondern das Resultat einer grenzenlosen Gewissheit war. Ebenso muss berücksichtigt werden, dass es rein äußerlich betrachtet in religiöser Hinsicht nicht schädlich schien, die Unterstützung von Musailima, dem Lügner, anzunehmen. Hätte er nämlich die Bedingung gestellt: ‚Ich folge dir nur unter der Voraussetzung, dass du mir in diesen und jenen religiösen Belangen zustimmst‘, dann hätte man sagen können, dass er dessen Forderung lediglich aus starrem Beharren oder Voreingenommenheit ablehnte – das heißt, nur um der Prinzipientreue willen zurückwies, als jener sagte: ‚Stimme mir zu.‘ Doch jener äußerte nichts dergleichen, was darauf hingedeutet hätte, dass er eine Veränderung in der Religion anstrebte. Folglich war diese Ablehnung einzig und allein das Ergebnis jenes vollkommenen Vertrauens und jener Gewissheit, die er in Allah hegte.
Ein weiterer bedenkenswerter Punkt is, dass er, wenn er es gewollt hätte, Musailima in jenem Moment hätte festnehmen und hinrichten lassen können. Denn obgleich dieser mit einer großen Gefolgschaft erschienen war, befand er sich dennoch in Medina und somit unter seiner Macht. Doch auch in dieser Angelegenheit vertraute er vollkommen auf Allah, dass Er selbst diesen Peiniger vernichten werde.
اللَّهُمَّ صَلِّ عَلَى مُحَمَّدٍ وَعَلَى آلِ مُحَمَّدٍ وَبَارِكْ وَسَلِّمْ إِنَّكَ حَمِيدٌ مَجِيدٌ
[„O Allah, schütte Deine Gnade aus über Muhammad und den Anhängern Muhammads, und schenke Segen und Frieden; wahrlich, Du bist preiswürdig, erhaben.“]
Gedenken an den Märtyrer Mirza Safdar Mahmood Sahib
Ich werde nach dem Gebet das Totengebet in Abwesenheit leiten. Es folgt die Erwähnung der Verstorbenen, von denen der Erste der ehrenwerte Mirza Safdar Mahmood Sahib, Sohn des ehrenwerten Ghulam Rasul Sahib aus Mandi Bahauddin, ist. Er wurde kürzlich, am 2. September, in Mandi Bahauddin als Märtyrer getötet.
إِنَّا لِلّٰهِ وَإِنَّا إِلَيْهِ رَاجِعُونَ
[Wahrlich, Allahs sind wir und zu Ihm kehren wir heim.]
Eine unbekannte Person verfolgte ihn und schoss von hinten auf ihn, wodurch er den Märtyrertod erlitt. Zum Zeitpunkt des Martyriums war der Verstorbene 65 Jahre alt. Den Einzelheiten zufolge befand sich Mirza Safdar Mahmood Sahib an jenem Tag, als sich der Vorfall ereignete, auf dem Weg von seiner Werkstatt zum Maghrib-Gebet und fuhr mit seinem Motorrad. Auf der Strecke lag ein abgelegener Ort. Als er dort vorbeifuhr, wurde er von einem Unbekannten auf einem Motorrad verfolgt, der von hinten auf ihn feuerte. Den Verstorbenen trafen drei Schüsse, woraufhin er noch am Tatort verstarb. Der Angreifer ergriff nach der Tat die Flucht.
Die Familie des Verstorbenen trat durch seine Großmutter mütterlicherseits, die angesehene Husain Bibi Sahiba aus Kharian, Distrikt Gujrat, in die Ahmadiyya ein. Zumeist gelangt die Ahmadiyya durch Männer in die Familien, doch hier war es eine Frau, durch welche die Ahmadiyya in ihre Familie getragen wurde. Sie hatte in der Anfangszeit des Zweiten Kalifats das Bai’at abgelegt und dessen Segnungen erlangt. Später legte durch die Bemühungen und das Predigen der angesehenen Großmutter Husain Bibi Sahiba auch der ehrenwerte Nawab Din Sahib, der Großvater väterlicherseits des verstorbenen Märtyrers, mit dem ein Verwandtschaftsverhältnis bestand, das Bai’at ab.
Der Märtyrer war ein prominenter Ahmadi in seiner Gegend und genoss aufgrund seines Berufs und seines handwerklichen Geschicks besonderes Ansehen. Er war Mechaniker und besaß eine eigene Werkstatt. Er führte ein gutes Geschäft. Wahrhaftigkeit, das Festhalten an Prinzipien und eine tiefe Abneigung gegen Lügen waren seine herausragendsten Eigenschaften. Jedem Besucher begegnete er mit großer Fröhlichkeit und Herzlichkeit. Er entbot den Friedensgruß stets mit außerordentlicher Wärme. Von seinem Geschäft wurde niemals ein Bittsteller mit leeren Händen abgewiesen.
Die Ehefrau des verstorbenen Märtyrers, Naweeda Sahiba, schildert, dass er eine grenzenlose Liebe zum Khilafat hegte. Neben den fünf täglichen Gebeten verrichtete er das Tahajjud-Gebet und profitierte regelmäßig von den Sendungen auf MTA. An jedem Monatsersten erstellte er pünktlich die Abrechnung seiner Einkünfte, setzte sich mit dem Finanzsekretär in Verbindung und entrichtete regelmäßig seine Spenden. Er brachte sie dem Finanzsekretär sogar persönlich nach Hause. Er gab jeden Tag regelmäßig Sadaqa und spendete monatlich zudem eine Ziege als Sadaqa. Bei finanziellen Aufrufen für die Moschee oder andere Zwecke steuerte er stets als Erster seinen Beitrag bei. Er selbst war Teil des Nizam-e-Wasiyyat und ließ auch seine gesamten Familienmitglieder in dieses System eintreten.
Er kümmerte sich sehr fürsorglich um seine Angestellten; wenn diese einen Bedarf oder finanzielle Nöte hatten oder jemand erkrankte, kam er dafür auf. Er trug Sorge für deren Kinder und war stets bemüht, deren Lebensunterhalt zu decken. Obwohl er eine Werkstatt besaß und die Menschen in der Regel auf Profit fokussiert sind, verlangte er, wenn das Fahrzeug eines Reisenden eine Panne hatte, nur eine sehr geringe Entlohnung und führte die Arbeit für manche sogar völlig unentgeltlich aus. So beschäftigt er auch war, er gab den Programmen der Jamaat stets Vorrang.
Der Amir des Distrikts Mandi Bahauddin berichtet, dass der verstorbene Märtyrer zum Zeitpunkt seines Martyriums das Privileg hatte, als Vizepräsident der Jamaat, als Sekretär Jaidad, stellvertretender Zaim Ansarullah und Muntazim Maal Ansarullah in der Stadt Mandi Bahauddin zu dienen. Ihm oblag somit eine Vielzahl von Diensten. Auch die Verwaltung der Moschee lag in seiner Verantwortung, und er besaß die Schlüssel. Zu jedem Gebet ging er hin und schloss die Moschee auf. Geschäftsleute schenken solch einer Aufgabe in der Regel keine Beachtung, doch er begab sich zu jeder Gebetszeit dorthin, um die Moschee aufzuschließen. Der Murabbi Silsila, Herr Muzaffar Mahmood, erzählt: „Er erzählte mir, dass er seit 25 Jahren, noch bevor er täglich in die Werkstatt kommt, stets zwei Nawafil betet.“
Zu den Hinterbliebenen des verstorbenen Märtyrers gehören neben seiner verehrten Ehefrau Naweeda Safdar Sahiba auch zwei Söhne, Kamran Safdar und Luqman Safdar, die beide verheiratet sind. Möge Allah die Ränge des verstorbenen Märtyrers erhöhen und ihm einen erhabenen Platz im Paradies gewähren. Möge Er allen Hinterbliebenen vollkommene Geduld verleihen und ihr Helfer und Beschützer sein.
Gedenken an Aziza Amatul Aziz Sahiba
Die zweite Erwähnung betrifft Aziza Amatul Aziz, die vor Kurzem im Alter von 62 Jahren verstarb. Sie war seit einiger Zeit schwer erkrankt.
إِنَّا لِلّٰهِ وَإِنَّا إِلَيْهِ رَاجِعُونَ
[Wahrlich, Allahs sind wir und zu Ihm kehren wir heim.]
Durch die Gnade Allahs war sie Musiya. Sie war die Enkelin von Hadhrat Musleh Mau'udRA und Hadhrat Syeda Umm-e-Tahir Sahiba und die Tochter von Sahibzadi Amatul Hakeem Sahiba und dem ehrenwerten Syed Dawood Muzaffar Shah Sahib. Syed Dawood Muzaffar Sahib war der Neffe von Umm-e-Tahir und der Sohn von Syed Mahmoodullah Shah Sahib. Sie war zudem meine Cousine mütterlicherseits und zugleich die jüngste Schwester meiner Ehefrau. Ihr Nikah mit Khalid Zafar Sahib wurde von Hadhrat Khalifatul Masih IV.RH geleitet. Seine erste Ehefrau war verstorben, und die Ehe mit Aziza Amatul Aziz war seine zweite.
Allah hat sie mit zwei Söhnen gesegnet. Beide sind äußerst intelligent und haben Jura studiert. Der eine ist Waqif-e-Zindagi, arbeitet in Rabwah in der Abteilung Umur-e-Ama und ist ein überaus kompetenter Anwalt. Sein Name ist Mahmood Iftikhar. Der zweite Sohn heißt Hashir Ahmad. Auch er hat in Deutschland studiert und eine höhere Bildung genossen. Beide Söhne haben ihre Mutter nach besten Kräften gepflegt. Möge Allah sie dafür reichlich belohnen, sie auch künftig zu Erben der Gebete ihrer Mutter machen und sie fest auf dem Pfad der Tugendhaftigkeit halten.
Obwohl ihr Leben von viel Leid geprägt war, durchlebte sie es mit enormer Geduld. Ich habe nur selten jemanden gesehen, der ein solches Maß an Geduld aufbrachte wie sie. Ihr Bruder, Syed Khalid Ahmad Shah Sahib, erzählt: „Diese unsere Schwester hat unseren Eltern ausgiebig gedient. Nach dem Tod unserer Mutter kümmerte sie sich intensiv um unseren Vater. In ihrem Mitgefühl und ihrer Fürsorge für die Armen trat sie in die Fußstapfen ihrer Mutter. Ihre Liebe und Hingabe zum Khilafat waren beispiellos. Auch die Erziehung ihrer Kinder gestaltete sie auf vorzügliche Weise.“
Eine ihrer besonderen Tugenden bestand darin, dass sie niemals schlecht über andere sprach und derlei Gerede auch nicht duldete. Sie bewahrte stets ein reines Herz. Es war ihr unerträglich, das Leid anderer mitanzusehen. Sie besaß eine unbändige Kraft und Geduld, ihr eigenes Leiden zu ertragen. Wie ich bereits erwähnte, übte sie immense Geduld. Um Konflikten aus dem Weg zu gehen, hielt sie sich von den weltlichen Verstrickungen fern. Die Leute verbreiteten falsche Behauptungen und gaben Kommentare über sie ab, doch sie geriet nie in Streit mit irgendjemandem. Es gibt ja überall Menschen, die eine gewisse Abneigung hegen. Wie dem auch sei, sie zettelte mit niemandem einen Streit an, gab keine Erwiderungen und fügte niemandem seelischen Schmerz zu. Sie konnte den Schmerz anderer nicht ertragen und war stets voller Unruhe, um ihnen zu helfen. Kleine Kinder liebte sie über alles.
Sie besaß eine starke Selbstachtung, weshalb sie ihre eigenen Nöte im Verborgenen hielt und niemandem anvertraute. Sie hatte ein außerordentliches Gottvertrauen; sie vertraute auf Allah, und Allah wahrte stets die Würde ihrer Selbstachtung, indem Er auf wundersame, verborgene Weise für all ihre Bedürfnisse sorgte.
Ihre Schwester, Amatul Rauf Sahiba, die Ehefrau des verstorbenen Dr. Katheer Mujtaba, erzählt: „Unsere Schwester war von sehr ruhigem, friedfertigem, geduldigem und überaus selbstbewusstem Wesen. Sie kümmerte sich rührend um die Armen und gab überaus reichlich Sadaqa und Spenden. Sie brachte dem Khilafat außerordentlichen Respekt und Ehrerbietung entgegen, und wann immer ich ihr etwas sagte, nahm sie es umgehend an.“
Als sie im Krankenhaus lag, war ihr bewusst, dass sie an einer unheilbaren Krankheit litt und ein Aufenthalt im Krankenhaus vergeblich sein würde. Dennoch bat ich sie, ins Krankenhaus zu gehen und sich behandeln zu lassen. Obwohl sie dies anfänglich abgelegt hatte, willigte sie sofort ein, begab sich ins Krankenhaus und unterzog sich der Behandlung.
Ihr Sohn Mahmood Iftikhar erzählt, dass seine Mutter ihm den Ratschlag erteilte: „Da du der Familie des Verheißenen MessiasAS angehörst, trägst du die doppelte Verpflichtung, der Jamaat zu dienen.“ Er berichtet weiter: „Als das Fünfte Kalifat begann, waren wir noch kleine Kinder. Sie ließ uns beide sogleich einen Brief an den jeweiligen Kalifen der Zeit schreiben und ermahnte uns fortan, regelmäßig Briefe zu verfassen. Sie drängte stets darauf, die Gebete zu verrichten und die Khutba anzuhören. Sie besaß ein tiefes Ehrgefühl in Bezug auf das System der Jamaat und duldete es nicht, wenn abfällig darüber gesprochen oder Kritik daran geübt wurde.“
Ihr Sohn fügt hinzu: „Sie freute sich unbändig, wenn jemand von den Nachkommen ihrer Eltern sein Leben in den Dienst der Religion stellte. Sie pflegte zu sagen, dass solche Menschen niemals finanzielle Engpässe erleiden. Es war ihr sehnlichster Wunsch, dass auch ihre beiden Söhne ihr Leben dem Dienst an der Religion widmen (Waqf machen). Einer von uns hat dies getan. Als ich mein Leben in den Dienst stellte, ermahnte sie mich: ‚Nun hast du zwar Waqf gemacht, aber du musst diesem Versprechen vollends gerecht werden.‘ Und als ich befördert und zum stellvertretenden Nazir ernannt wurde, sagte sie: ‚Darauf darfst du dir nichts einbilden, sondern musst deine Arbeit voller Demut verrichten.‘ Bezüglich meiner dienstlichen Aufgaben, so erzählt er, pflegte sie intensiv für mich zu beten. Sie erkundigte sich auch stets nach den Belangen der Jamaat. Freitags fragte sie nach meinem Wohlbefinden, und wenn sie ein Anliegen hatte, fragte sie zunächst, was ich gerade mache. Wenn ich ihr dann mitteilte, dass ich augenblicklich mit der Arbeit für die Jamaat beschäftigt sei, antwortete sie: ‚In Ordnung, erledige erst deine Arbeit für die Jamaat, und danach kannst du dich meiner Aufgabe widmen.‘ Sie sorgte sich stets mehr um andere als um sich selbst und nahm sich ihrer Bedürfnisse an.“
Der Sohn schreibt, dass seine Mutter, wann immer jemand um Hilfe bat, ihn zweifellos unterstützte. Sie verfügte über enorme Ausdauer und Geduld. Ihre eigenen Schmerzen konnte sie ertragen, doch das Leid anderer war für sie unerträglich. Ihr Wunsch war es stets, dass niemandem jemals Schmerz widerfahre, und so war sie stets bestrebt, die Sorgen der anderen zu lindern. Zu all ihren Geschwistern, deren Kindern sowie zu den Kindern der ersten Ehefrau meines Vaters pflegte sie ein äußerst liebevolles und warmes Verhältnis. Sie kümmerte sich unentwegt um sie und ermahnte uns Brüder: „Ihr müsst stets zusammenhalten. Ihr, die Kinder beider Mütter, sollt zusammenbleiben, wie eine Seele sein und euch unter keinen Umständen streiten.“ Sie äußerte niemals ein Wort, das eine Spaltung zwischen uns und den Kindern der ersten Ehefrau meines Vaters hervorgerufen hätte. Im Gegenteil, sie rief uns stets zu einem von Liebe und Zuneigung geprägten Miteinander auf.
Auch ich habe sie in dieser Hinsicht beobachtet. Sie zeigte außergewöhnliche Fürsorge für die Kinder der ersten Ehefrau ihres Mannes, die verstorben war und kleine Kinder hinterlassen hatte. Sie kümmerte sich um diese Kinder, als wären es ihre eigenen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten und den Umständen entsprechend tat sie alles für sie, was in ihrer Macht stand.
Der Sohn schreibt weiter: „In unserer Kindheit war es ihr größtes Anliegen, dass wir den Heiligen Qur’an vollständig lesen. Zu diesem Zweck brachte sie uns regelmäßig zum Qur'an-Lehrer und holte uns wieder ab. Sie lenkte unsere Aufmerksamkeit stets darauf, die Gebete pünktlich zu verrichten. Wenn sie über ihre Eltern sprach, hob sie deren Verdienste immer wieder hervor und sagte: ‚Wenn sie doch nur am Leben wären, um zu sehen, dass sie unter schwierigen Bedingungen gelebt haben, während sich unsere Umstände heute erheblich gebessert haben und wir im Vergleich zu damals in großem Wohlstand leben.‘ Auch den Bediensteten ihrer Eltern erwies sie große Fürsorge und zeigte sich ihnen gegenüber äußerst dankbar.“
Und der Sohn fährt fort: „Sie handelte stets selbst nach dem, was sie uns predigte. Zudem pflegte sie uns lehrreiche Anekdoten rechtschaffener Vorfahren zu erzählen. Die erste Lektüre, die sie uns in der Kindheit überreichte – als wir gerade lesen gelernt hatten –, war ein Buch über Syedna Bilal und Sahibzada Abdul Latif Shaheed.“ Ebenso legte sie größten Wert darauf, dass die Spenden pünktlich zu Monatsbeginn entrichtet wurden und es zu keinerlei Verzögerungen kam. Sie erzählte einmal: „Einmal hatte ich ein Versprechen abgegeben, doch das Geld fehlte. Das besorgte mich so sehr, dass ich inbrünstig zu Allah betete, woraufhin Allah umgehend einen Ausweg schuf.“
Der Sohn berichtet: „Sie ermahnte auch uns stets, unsere Spenden regelmäßig zu leisten. Sie erhielt wahrhaftige Träume. Geheimnisse anderer bewahrte sie stets sorgsam. Die Eigenschaft des Bedeckens der Fehler und Schwächen anderer war in ihrem Wesen tief verankert.“ Weiterhin erwähnt er: „Unter ihren wahrhaftigen Träumen war auch jener, in dem sie meinen Namen Mahmood Iftikhar im Traum sah; Hadhrat Khalifatul Masih IV.RH gab ihr in diesem Traum den Namen, woraufhin ich so genannt wurde.“ Er fügt hinzu: „Sie hat in ihrem Leben unzählige Härten durchgestanden, doch niemals klagte sie über ihren Schmerz. Stets drückte sie Allah gegenüber ihre Dankbarkeit aus. Selbst in ihrer letzten Krankheit sorgte sich um uns. Wenn ich im Krankenhaus oder zu Hause ihretwegen wach blieb, befahl sie mir zu schlafen. Wenn ich schlief, weckte sie mich niemals von sich aus, sondern wartete, bis ich von alleine aufwachte, ehe sie mich um etwas bat.“
Der Sohn schreibt des Weiteren: „Sie opferte ihre eigene Freude und räumte dem Glück anderer den Vorrang ein. Sie zollte den Waqifeen-e-Zindagi enormen Respekt.“ Auch ihr jüngerer Sohn, Hashir, schreibt und bekräftigt die Worte seines älteren Bruders: „Sie besaß ein ebenso großes Herz wie unsere Großmutter. Nie knauserte sie, wenn es darum ging, für die Armen zu spenden. Sie riet mir oft: ‚Auch wenn du nicht offiziell dein Leben als Waqf in den Dienst gestellt hast, musst du der Religion dienen.‘ Als ich ihr mitteilte, dass ich in Deutschland der Religion diene, erfüllte sie dies mit ungeheurer Freude.“ Möge Allah ihr gegenüber gnädig und barmherzig sein und ihren Rang erhöhen.
Gedenken an Rasheed Ahmad Ayaz Sahib
Das dritte Totengebet gilt dem ehrenwerten Rasheed Ahmad Ayaz Sahib, einen Pensionär der Sadr Anjuman Ahmadiyya, der vor Kurzem im Alter von 86 Jahren verstorben ist.
إِنَّا لِلّٰهِ وَإِنَّا إِلَيْهِ رَاجِعُونَ
[Wahrlich, Allahs sind wir und zu Ihm kehren wir heim.]
Durch die Gnade Allahs war er Musi. Zu den Hinterbliebenen gehören neben seiner Ehefrau zwei Töchter und vier Söhne. Einer seiner Söhne, Tahir Ahmad Zafar Sahib, ist Murabbi Silsila und Vizepräsident der Jamia-tul-Mubashireen in Ghana. Aufgrund seiner dienstlichen Verpflichtungen und seines Einsatzes konnte er dem Totengebet seines Vaters nicht beiwohnen. Möge Allah auch ihm Geduld und Kraft verleihen.
Dieser Murabbi Sahib schreibt: „Die Ahmadiyya hielt in unserer Familie durch unseren verstorbenen Urgroßvater, den ehrenwerten Mian Allah Ditta Sahib aus Absar Chuur, Einzug, woraufhin sie sich in seiner Familie ausbreitete.“ Rasheed Ayaz Sahib diente in verschiedenen Abteilungen der Jamaat und übernahm auch nach seiner Pensionierung weitere Aufgaben. Der Sohn berichtet: „Er verrichtete stets freiwillige Gebete (Nawafil) und hielt die Pflichtgebete strengstens ein. Er verweilte ausgiebig im Zikr und sprach unaufhörlich Gebete. Er war ein Mensch, der eine tiefe Liebe und Hingabe zum Khilafat hegte. Zudem rezitierte er regelmäßig den Heiligen Qur’an. Er entrichtete seine Spenden stets pünktlich und führte sorgfältig Buch darüber. Da er Musi war, hatte er seinen Hissa Jaidad bereits zu Lebzeiten vollständig beglichen.“ Möge Allah ihm Vergebung und Barmherzigkeit zuteilwerden lassen.
Zusammenfassung der Freitagsansprache vom 04. September 2026
Das vollkommene Vorbild des Heiligen ProphetenSAW und der Aufruf zum Gottvertrauen (Tawakkul)
In der Freitagsansprache betont Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, dass Allah den Heiligen ProphetenSAW als exzellentes Vorbild und vollkommenen Menschen mit allen moralischen Tugenden ausgestattet hat. Die Gläubigen sind aufgerufen, diesem Beispiel zu folgen, um das Wohlgefallen Allahs zu erlangen. Ein zentraler Aspekt seines Charakters ist sein absolutes Vertrauen auf Allah.
Allah weist im Heiligen Qur’an darauf hin, dass der Heilige ProphetSAW als Zeuge, Verkünder froher Botschaften, Warner und leuchtende Sonne entsandt wurde. Den Gläubigen wird die frohe Botschaft verkündet, dass Allah ihnen als Beschützer ausreicht, wenn sie standhaft bleiben, nach Seinen Geboten handeln und ihr Vertrauen auf Ihn setzen. Wahres Vertrauen in Allah und Seine Anbetung führen dazu, dass die Gläubigen Seine Zeichen erleben, so wie es die Gefährten durch das Vorbild des Heiligen ProphetenSAW taten.
Die Einheit von Tabattul (Weltabgewandtheit) und Tawakkul (Gottvertrauen)
Der Verheißene MessiasAS erläutert, dass der Heilige ProphetSAW das höchste Maß an Rechtschaffenheit und Integrität besaß. Er war bereit, sein Leben für Gott zu opfern, frei von menschlichen Erwartungen und Ängsten. Er zeigt die engste Verknüpfung von Tabattul und Tawakkul auf:
- Tabattul (das Herz an Allah binden): Dies bedeutet, sich von weltlichen Bindungen zu lösen, weltliche Gier abzulegen und ausschließlich Allahs Wohlgefallen zu suchen.
- Tawakkul (Gottvertrauen): Tabattul und Tawakkul sind wie Zwillinge und untrennbar miteinander verbunden. Wer wahrhaft auf Gott vertrauen will (Mutawakkil), muss sich zuerst völlig auf Gott ausrichten (Mutabattil). Solange man sich auf andere Menschen stützt, kann kein exklusives Gottvertrauen existieren.
- Konsequenz des Vertrauens: Ein Mensch, der sich ganz Allah zuwendet, nimmt auch die Feindschaft der Welt in Kauf. Er weiß, dass Allah ihm bessere Freunde und reicheren Ersatz schenken wird. Wer sein Vertrauen auf Allah setzt, dem genügt Er und versorgt ihn – insbesondere mit tiefen Erkenntnissen und spirituellen Gaben. So war der Heilige ProphetSAW trotz seiner Unbelesenheit reichlich mit spirituellen Gaben gesegnet und ging aus Auseinandersetzungen mit Philosophen und Gelehrten siegreich hervor.
Praktische Lehren und Ahadith über das Gottvertrauen
Der Heilige ProphetSAW vermittelte seinen Gefährten die wahre Natur des Gottvertrauens durch verschiedene Lehren und Gebete:
- Göttliche Versorgung: Nach einer Überlieferung von Hadhrat Umar bin Khattab würde Allah die Menschen so versorgen wie die Vögel (die morgens mit leerem Magen ausfliegen und abends mit vollem Magen zurückkehren), wenn sie echtes Vertrauen in Ihn setzten.
- Wahre Loslösung von der Welt: Hadhrat Abu Dharr überlieferte, dass wahre Enthaltsamkeit nicht darin besteht, Erlaubtes für verboten zu erklären oder Besitz zu verschwenden, sondern eine größere Gewissheit in das zu setzen, was in der Hand Allahs liegt, als in den eigenen materiellen Besitz.
- Die Sorge um die Religion: Wer seine Sorgen auf die eine Sorge um seine Religion und seinen spirituellen Zustand reduziert, dem genügt Allah in all seinen weltlichen und jenseitigen Angelegenheiten.
- Gebete des Alltags: Beim Verlassen des Hauses betete der Heilige ProphetSAW um Schutz vor Irrwegen, Unrecht und Unwissenheit und legte sein Vertrauen in Allah (überliefert von Hadhrat Umm Salama und Hadhrat Buraida). Auch beim Betreten des Hauses wird ein Gebet der Zuversicht und der anschließende Friedensgruß an die Familie empfohlen.
- Vertrauen auf den Gott von morgen: Als Hadhrat Bilal Datteln für den nächsten Tag hortete, ermahnte ihn der Heilige ProphetSAW, diese zu spenden, und fragte ihn, ob er nicht an den Gott von morgen glaube. Der Verheißene MessiasAS stellte klar, dass dies eine persönliche Anweisung an Hadhrat Bilal entsprechend seiner Tragfähigkeit war und kein allgemeines Verbot von Vorsorge darstellt.
Das Gleichgewicht zwischen Vorkehrungen und Gottvertrauen
Gottvertrauen bedeutet nicht, auf Vorsichtsmaßnahmen und materielle Mittel zu verzichten. Der Verheißene MessiasAS legt dar, dass der Mensch alle weltlichen Mittel und Vorkehrungen in vollem Umfang ausschöpfen und das endgültige Resultat anschließend Allah überlassen muss.
- Das Beispiel des Kamels: Ein Mann (ein Beduine bzw. Hadhrat Amr bin Umayya) ließ seine Kamelstute unangebunden an der Moschee stehen und beklagte sich später über deren Verschwinden. Der Heilige ProphetSAW antwortete: „Binde sein Knie an und vertraue auf Allah.“
- Wer keine Vorkehrungen trifft, dessen Gottvertrauen ist substanzlos. Wer sich hingegen nur auf seine eigenen Maßnahmen verlässt und nicht auf Gott vertraut, dessen Bemühungen gehen zunichte.
Herausragende historische Beispiele des Gottvertrauens des Heiligen ProphetenSAW
- Die sechs Golddinare: Während seiner letzten Krankheit forderte der Heilige ProphetSAW Hadhrat AishaRA auf, sechs verbliebene Golddinare auf dem Weg Allahs zu spenden. Er betonte, dass er seinem Herrn nicht im Zustand des Abschieds begegnen könne, während er noch diesen weltlichen Besitz bei sich trage. Die Dinare wurden gespendet, und er verstarb am selben Tag.
- Die Zurückweisung von Musailima Kazzab: Als der falsche Prophet Musailima mit einem großen Heer nach Medina kam und anbot, sich dem Islam anzuschließen, unter der Bedingung, nach dem Ableben des Heiligen ProphetenSAW als Nachfolger bestimmt zu werden, wies dieser das Angebot trotz der schwachen militärischen Lage der Muslime strikt zurück. Der Heilige ProphetSAW hielt einen Palmzweig und erklärte, er würde ihm nicht einmal dieses Stück Holz überlassen. Er kündigte an, dass Allah Musailima mitsamt seiner Wurzel ausreißen würde.
- Der Traum von den zwei Armreifen: Der Heilige ProphetSAW sah im Traum zwei goldene Armreife an seinen Händen, die ihn besorgten. Als ihm offenbart wurde, auf sie zu pusten, flogen sie davon. Er deutete dies auf zwei große Lügner, die nach ihm erscheinen würden: Aswad al-Ansi und Musailima Kazzab.
- Hadhrat Musleh Mau'udRA hebt hervor, dass die Ablehnung Musailimas ausschließlich auf dem grenzenlosen Gottvertrauen des Heiligen ProphetenSAW beruhte und nicht auf weltlichen Motiven wie der Bevorzugung eigener Nachkommen, da der ProphetSAW auf das zukünftige Khilafat von Hadhrat Abu BakrRA hindeutete.
Gedenken an verstorbene Mitglieder der Jamaat
Nach der Ansprache leitet Hudhur-e AnwarABA das Totengebet in Abwesenheit für drei verstorbene Mitglieder der Jamaat:
1. Mirza Safdar Mahmood Sahib (Märtyrer)
- Er wurde am 2. September in Mandi Bahauddin im Alter von 65 Jahren hinterrücks von einer unbekannten Person auf einem Motorrad erschossen.
- Seine Familie kam durch seine Großmutter mütterlicherseits, Husain Bibi Sahiba, zur Ahmadiyya, die zur Zeit des zweiten Kalifats das das Bai’at abgelegt hatte.
- Er war ein geschätzter Mechaniker, besaß eine eigene Werkstatt und war bekannt für seine Wahrhaftigkeit, Fröhlichkeit und Prinzipientreue.
- Er hegte eine grenzenlose Liebe zum Khilafat, zahlte seine Spenden pünktlich, spendete Sadaqa (darunter monatlich eine Ziege) und gehörte dem Nizam-e-Wasiyyat an.
- Er diente als Vizepräsident der Jamaat in Mandi Bahauddin, Sekretär Jaidad, stellvertretender Zaim Ansarullah und Muntazim Maal Ansarullah. Zu jeder Gebetszeit schloss er die Moschee auf und betete täglich zwei Nawafil, bevor er seine Werkstatt betrat.
- Er hinterlässt seine Ehefrau Naweeda Safdar Sahiba und zwei verheiratete Söhne.
2. Aziza Amatul Aziz Sahiba
- Sie verstarb im Alter von 62 Jahren nach schwerer Krankheit und war Musiya.
- Sie war die Enkelin von Hadhrat Musleh Mau'udRA und Hadhrat Syeda Umm-e-Tahir Sahiba sowie die Tochter von Sahibzadi Amatul Hakeem Sahiba und Syed Dawood Muzaffar Shah Sahib. Zudem war sie die Cousine mütterlicherseits von Hudhur-e AnwarABA und die jüngste Schwester seiner Ehefrau.
- Sie war die Ehefrau von Khalid Zafar Sahib und Mutter von zwei Söhnen: Mahmood Iftikhar (Waqif-e-Zindagi, der in Rabwah in der Abteilung Umur-e-Ama tätig ist) und Hashir Ahmad.
- Sie ertrug ihr leidvolles Leben mit außergewöhnlicher Geduld und großer Selbstachtung. Sie verdeckte stets die Fehler anderer, geriet nie in Streit, klagte nie über ihren Schmerz und vertraute vollkommen auf Allah, der auf wunderbare Weise für ihre Bedürfnisse sorgte.
- Sie erzog ihre Söhne hervorragend, hielt sie zur pünktlichen Zahlung von Spenden und zum regelmäßigen Schreiben von Briefen an den Kalifen an. Den Kindern der ersten Ehefrau ihres Mannes begegnete sie mit mütterlicher Liebe und rief alle Geschwister stets zum Zusammenhalt auf.
3. Rasheed Ahmad Ayaz Sahib
- Ein Pensionär der Sadr Anjuman Ahmadiyya, der im Alter von 86 Jahren verstarb und Musi war.
- Die Ahmadiyya kam durch seinen Urgroßvater Mian Allah Ditta Sahib in die Familie.
- Er diente in verschiedenen Abteilungen der Jamaat, hielt seine Gebete und Nawafil strengstens ein, war ständig im Zikr und las regelmäßig im Heiligen Qur’an.
- Er hatte eine tiefe Liebe zum Khilafat und hatte seinen Hissa Jaidad vollständig beglichen.
- Er hinterlässt eine Ehefrau, zwei Töchter und vier Söhne, darunter Tahir Ahmad Zafar Sahib, der als Murabbi Silsila und Vizepräsident der Jamia-tul-Mubashireen in Ghana tätig ist.
Tatplan der Woche
Checkliste für den Alltag
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✓Schöpfe bei jeder Herausforderung stets zuerst alle verfügbaren Vorkehrungen und Mittel aus, bevor du das endgültige Resultat voller Vertrauen Allah überlässt.
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✓Richte deine Sorgen vorrangig auf deine Religiosität und deinen Glauben (Deen) aus, anstatt dich in weltlichen Ängsten zu verlieren.
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✓Entrichte deine monatlichen Spenden pünktlich zu Monatsbeginn und plane regelmäßige Sadaqa ein, um deine Dankbarkeit gegenüber Allah praktisch zu beweisen.
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✓Unterlasse jegliches schlechte Reden über andere und bemühe dich aktiv darum, die Fehler und Schwächen deiner Mitmenschen zu bedecken.
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✓Stärke deine Verbindung zum Kalifat (Khilafat) durch das regelmäßige Verfassen von Briefen an Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA und das aufmerksame Verfolgen der wöchentlichen Freitagsansprache (Khutba).
Aktionsplan Missionary Incharge Büro
Wöchentlicher Umsetzungsplan basierend auf der Khutba
In Kürze verfügbar.
Umsetzungsplan für diese Woche
As-salāmu ʿalaikum wa-raḥmatullāh, wir haben die Freitagsansprache für dich so aufbereitet, dass du sie leicht verstehen kannst.
🌟 Ein perfektes Vorbild für uns alle!
Hast du dich schon mal gefragt, wie man ein wirklich guter Mensch wird? Allah hat uns den Heiligen Propheten MuhammadSAW als das allerbeste Vorbild geschickt! Allah hat ihn mit den schönsten Eigenschaften und Werten ausgestattet. Im Heiligen Qur’an sagt Allah uns, dass wir ihm nacheifern sollen. Wenn wir das tun, freut sich Allah riesig über uns und wir erlangen Sein Wohlgefallen.
In dieser Ansprache hat unser geliebter Hudhur-e AnwarABA über eine ganz besondere Eigenschaft des Heiligen ProphetenSAW gesprochen: sein unerschütterliches Gottvertrauen!
📖 Was sagt der Heilige Qur’an über das Vertrauen auf Allah?
Im Heiligen Qur’an gibt es viele Verse, in denen Allah uns erklärt, wie wichtig Gottvertrauen ist. Allah spricht dort direkt zum Heiligen ProphetenSAW:
- 📢 Er wurde als Zeuge, Bringer froher Botschaften und Warner gesandt.
- ☀️ Er ist für uns alle wie eine leuchtende Sonne, die uns den Weg zeigt.
- 🛡️ Allah sagt ihm: Lass dich von den Ungläubigen und Heuchlern nicht ärgern, beachte ihre Gemeinheiten gar nicht und vertraue ganz auf Allah! Denn Allah reicht als Beschützer völlig aus.
Das ist auch eine wunderschöne Nachricht für dich: Wenn du fest an Allah glaubst, Seine Regeln befolgst und auf Ihn vertraust, wird Er dir in jeder schwierigen Situation helfen! Allah sagt auch: „Niemand ist anbetungswürdig außer Ihm; und in Allah sollen die Gläubigen Vertrauen haben.“
🔗 Die Zwillinge: Tabattul und Tawakkul
Der Verheißene MessiasAS hat uns erklärt, dass es zwei wichtige Wörter gibt, die wie Zwillinge zusammengehören:
- 💖 Tabattul: Das bedeutet, dass du dein Herz ganz an Allah bindest. Es ist dir dann nicht so wichtig, was andere Leute über dich denken – egal ob sie dich loben oder schlecht über dich reden. Du hast keine Gier nach weltlichen Dingen, sondern willst nur, dass Allah mit dir zufrieden ist.
- ⚓ Tawakkul: Das ist das echte, tiefe Gottvertrauen.
Man kann das eine nicht ohne das andere haben! Wer sein Herz ganz für Allah öffnet (Tabattul), der bekommt automatisch das größte Gottvertrauen (Tawakkul). Der Heilige ProphetSAW hatte dieses Vertrauen in perfekter Weise. Er hatte keine Angst vor mächtigen Anführern oder Feinden, weil er wusste, dass Allah immer an seiner Seite ist.
🐦 Wie die Vögel am Himmel
Hast du schon mal Vögel beobachtet? Sie haben keine Vorratskammern oder Kühlschränke. Der Heilige ProphetSAW hat dazu ein wunderschönes Beispiel genannt:
- 🌾 Wenn wir Menschen so fest auf Allah vertrauen würden, wie es Sein Recht ist, dann würde Er uns genau so versorgen, wie Er die Vögel versorgt.
- 🌅 Die Vögel fliegen morgens mit leerem Magen aus ihren Nestern und kehren abends mit vollem Magen wieder zurück!
Wahre Loslösung von der Welt bedeutet nicht, dass wir gute Dinge, die erlaubt sind, einfach verbieten oder unser Geld verschwenden. Es bedeutet, dass wir auf das, was in Allahs Hand liegt, viel mehr vertrauen als auf das, was wir selbst in unseren Händen halten!
🐪 Die Geschichte mit dem Kamel: Erst anbinden, dann vertrauen!
Diese Geschichte ist super wichtig, um Gottvertrauen richtig zu verstehen:
Ein Mann ritt auf seiner Kamelstute zum Heiligen ProphetenSAW. Er wollte zeigen, wie sehr er auf Allah vertraut, und ließ sein Tier einfach unangebunden vor der Moschee stehen. Als er wieder herauskam, war das Kamel natürlich weggelaufen!
Er beschwerte sich beim Heiligen ProphetenSAW: „Ich hatte doch auf Gott vertraut, aber mein Kamel ist davongelaufen.“
Da erklärte ihm der Heilige ProphetSAW seinen Fehler:
- 💡 „Binde sein Knie an und vertraue auf Allah.“
Das bedeutet für uns alle: Wir müssen zuerst selbst alles tun, was wir können (zum Beispiel fleißig für eine Klassenarbeit lernen oder vorsichtig im Straßenverkehr sein), und danach vertrauen wir darauf, dass Allah uns ein gutes Ergebnis schenkt. Nur faul zu sein und zu sagen „Ich vertraue auf Allah“, das ist kein echtes Gottvertrauen!
🏠 Schöne Gebete für deinen Alltag
Der Heilige ProphetSAW hat uns gezeigt, dass wir im Alltag immer mit Allah sprechen können. Er sprach wunderschöne Gebete, wenn er sein Haus verließ oder betrat:
- 🚪 Wenn er aus dem Haus ging, betete er: „Im Namen Allahs, ich habe auf Allah vertraut. O Allah, wir suchen Zuflucht bei Dir davor, dass wir abgleiten oder in die Irre gehen, dass wir Unrecht begehen oder uns Unrecht angetan wird, dass wir unwissend und grob handeln oder dass man uns gegenüber unwissend und grob handelt.“
- 🔑 Wenn er nach Hause kam, betete er: „O Allah, ich erbitte von Dir das Wohl beim Betreten und das Wohl beim Verlassen. Im Namen Allahs treten wir ein, und im Namen Allahs treten wir heraus, und auf Allah, unseren Herrn, vertrauen wir.“ Danach begrüßte er seine Familie immer mit dem Friedensgruß (Salaam).
🪙 Die sechs Goldstücke
Als der Heilige ProphetSAW am Ende seines Lebens sehr krank war, lag er an der Brust von Hadhrat AishaRA. Er erinnerte sich daran, dass er noch sechs Goldstücke (Dinare) zu Hause hatte.
Er fragte Hadhrat AishaRA, ob sie diese ausgegeben hatte. Da sie ihn pflegte, hatte sie es noch nicht geschafft. Der ProphetSAW ließ die Münzen bringen, legte sie auf seine Hand und sagte:
- 🤲 „Welches Vertrauen hätte Muhammad auf seinen Herrn, wenn er Gott bei seinem Abschied von dieser Welt und seiner Begegnung mit Ihm begegnen würde, während er diese Dinare noch bei sich trüge?“
Er spendete die Münzen sofort an die Armen und verstarb noch am selben Tag. Er wollte ohne weltlichen Besitz, aber mit vollem Gottvertrauen zu seinem Schöpfer zurückkehren!
⚔️ Keine Angst vor dem Lügner Musailima
Damals gab es einen Mann namens Musailima, der ein großer Lügner war. Er kam mit einer riesigen Armee nach Medina und wollte einen Deal mit dem Heiligen ProphetenSAW machen: Er würde Muslim werden, wenn er der Nachfolger des Propheten werden dürfte.
Obwohl die Muslime damals in einer schwierigen Lage waren und Hilfe gut gebrauchen konnten, lehnte der Heilige ProphetSAW ab. Er ging zu Musailima, hielt nur einen kleinen Palmzweig in der Hand und sagte mutig:
- 🌴 „Selbst wenn du mich um dieses kleine Stück Holz bitten würdest, würde ich es dir verweigern. Du kannst unmöglich über den Beschluss hinwegschreiten, den Allah für dich vorherbestimmt hat.“
Der ProphetSAW hatte in einem Traum zwei goldene Armreife gesehen, die ihm Sorgen machten. Als er auf sie pustete, flogen sie weg. Er deutete dies so, dass zwei große Lügner auftreten würden – einer davon war Musailima. Der ProphetSAW hatte keine Angst vor dem riesigen Heer, weil er ganz auf Allah vertraute. Und am Ende behielt der Heilige ProphetSAW recht!
🕯️ Drei besondere Vorbilder aus unserer Zeit
Am Ende der Ansprache erzählte Hudhur-e AnwarABA von drei treuen Mitgliedern unserer Jamaat, die vor Kurzem verstorben sind und von denen wir viel lernen können:
- 🕌 Mirza Safdar Mahmood Sahib (Ein Märtyrer) Er war 65 Jahre alt, lebte in Pakistan und war ein sehr fleißiger Mechaniker mit einer eigenen Werkstatt. Ein Unbekannter schoss von hinten auf ihn, als er mit dem Motorrad auf dem Weg zum Maghrib-Gebet in die Moschee war. Er war sehr ehrlich, hasste Lügen und liebte das Khilafat über alles. 25 Jahre lang ging er zu jedem Gebet, um die Moschee aufzuschließen, und betete vorher immer zwei freiwillige Gebete (Nawafil). Seine Spenden (Chanda) zahlte er immer pünktlich am Monatsanfang.
- 🌸 Aziza Amatul Aziz Sahiba Sie war eine Cousine von Hudhur-e AnwarABA und die Enkelin von Hadhrat Musleh Mau'udRA. Sie hatte eine unheimliche Geduld, sprach niemals schlecht über andere und half den Armen, wo sie nur konnte. Sie zog ihre Söhne fantastisch auf und brachte ihnen schon als kleine Kinder bei, Briefe an den Kalifen der Zeit zu schreiben und regelmäßig zu beten. Einer ihrer Söhne ist heute ein kompetenter Anwalt und Waqif-e-Zindagi in Rabwah. Sie schenkte ihren Kindern als erstes Buch Geschichten über Syedna Bilal und Sahibzada Abdul Latif Shaheed.
- 📚 Rasheed Ahmad Ayaz Sahib Er wurde 86 Jahre alt und arbeitete früher für die Sadr Anjuman Ahmadiyya. Er liebte das Khilafat sehr, las fleißig den Heiligen Qur’an und betete viele freiwillige Gebete (Nawafil). Einer seiner Söhne dient heute als Murabbi in Ghana.
🎮 Interaktive Aktivitäten für dich!
🎯 Aktivität 1: Das Kamel-Experiment (Dein Vorsorge-Check) Überlege dir drei Dinge in deinem Alltag, bei denen du „dein Kamel anbinden“ musst, bevor du auf Allah vertraust. Beispiel: Vor einer Klassenarbeit fleißig lernen (Kamel anbinden) und danach beten und darauf vertrauen, dass Allah dir hilft (Gottvertrauen). Schreibe diese drei Dinge auf ein schönes Blatt Papier und hänge es in deinem Zimmer auf!
🚪 Aktivität 2: Das Haus-Ausgangs-Spiel Schreibe das schöne Gebet für das Verlassen des Hauses (oder das Betreten des Hauses) auf eine bunte Karte. Klebe diese Karte direkt neben eure Wohnungstür. Versuche, das Gebet in dieser Woche jedes Mal laut aufzusagen, wenn du das Haus verlässt oder betrittst, und vergiss nicht, deine Familie mit „Assalamu alaikum“ zu grüßen!
✍️ Aktivität 3: Schreibe einen Brief an Hudhur-e AnwarABA Mach es so wie die Kinder von Aziza Amatul Aziz Sahiba! Setz dich an deinen Schreibtisch und schreibe einen Brief an deinen geliebten Kalifen, Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA. Erzähle ihm, was du heute über das Gottvertrauen gelernt hast, und bitte ihn um seine wertvollen Gebete für dich.
Khutba für Kinder
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